Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 74 (20.9.1898)
- Date
- 1898-09-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1390 feierte Herr Director Plocki die Verdienste des Jubilars in seiner unermüdlichen 50jährigen Thätigkeit. Im Laufe des Tages fanden stch zahlreiche Gratulanten ein, die den Wunsch aussprachen, daß es Herrn C. noch lange Zeit vergönnt sein möge, den Verein zu leiten. Gietzen. Gestatte mir, wieder einmal eine erfreuliche Nachricht von hier zu melden. Vor einigen Tagen war ich in der unter der Aussicht des orthodoxen Rabbiners Dr. Hi r schf eld sich befindenden Restauration „Zur Kaiserkrone" von L. Grünewald, Löwengaffe 22. Hier sah man gerade den Rabbiner das inspizirend. Ein an der Tafel speisender Jehudi war hiervon sehr befriedigt. Er sagte, es sei sehr erfreulich, daß die jüdisch-religiösen Zustände in Gießen sich so sehr gebessert hätten. Jeder aufrichtige Jehudi schulde dem Herrn Rabbiner größten Dank, da er sich so eifrig der Sache annehme. Seit IO Jahren käme er geschäftlich nach Gießen, aber niemals hätte er gewagt, in eine jüdische Restauration zu gehen. Wie ich hörte, war dieser Herr ein Handelsmann aus Hersfeld, dem unsere •vnpn irirnn, allem Anschein nach, noch Herzenssache ist. Seit einiger Zeit verkehren tagtäglich in diesem Restaurant, für welches auch ein besonderer rav bestellt ist, viele religiöse Reisende, welche xbz. bi&so nach genommenem Mahle das 71212 verrichten können. E. De fl er r.= Ungar. Monarchie. Wien, 13. Sept. Am jüngftverflossenen p“v 1^"i-o'2N D hatten wir Gelegenheit, einen in den orthodoxen Kreisen Ungarns tonangebenden und sich auch im Auslände eines rühmlichen Namens erfreuenden Rabbiner über den Zionismus sprechen zu hören. Es weilte hier nämlich gelegentlich der -c nixv-Feier seines Enkeks der ehrw. Oberrabbiner aus Eisenstadt, Herr S. Kutna bei seinem Schwiegersohn, Sr. Ehrw. Herr S. Fürst, Rabbiner der Adaß-Jisroel-Gemeinde (Schiffsynagoge). — Der Vorstand der Schiffschul ergriff mit Freuden die Gelegenheit und beehrte den gefeierten Kanzelredner mit der Abhaltnng einer nenn, welcher ehrenden Aufforderung dieser auch Folge leistete. Man konnte nicht genug das mächtige, weithin tönende Organ des greisen Rabbiners bewundern. — Ausgehend von einem pi» der Haftorah: „ntpnx x1? p’ic fyc1?." „Um Zionswillen kann ich nicht schweigen", beleuchtete er in überaus geistvoller und treffender Weise die Bewegung des Zionismus, seine Führer und deren Aeußerungen; unter diesen war es eine ganz besonders, die er einer vernichtenden Kritik unterzog: „In unserm Lager, im Lager des Zionismus sind die wahren Juden, das echte Israel." Er bemerkte, daß es ohne Judenthum keineJudenheit geben könne! und in einem Lager, dessen Führer öffentliche v'i rrnntr, dessen Führer öffentlich nrnsx mSaxe genießen, sich denn doch schwer das echte Israel hineindenken ließe, daß es bittere Ironie sei, wenn die Führer sich als Nachfolger von im und "«nj geriren und gerade das heiligste Gebot, nach dessen durch das Volk bxiv" geschehener Verletzung Esra zum Zeichen der Trauer seine Kleider zerriß „-n-n nx ’vara ’trxi iwv noiexi na nx ’nmp, nn", im Angesichte der ganzen jüdischen Welt gröblich verletzen. Er führte aus, daß der zionistischen ähnliche Bewegungen gewöhnlich mit der nrs2 der Führer endeten, wie dies ja Sabbathai Zewi deutlich genug bewies; die zionistische Bewegung habe jedoch vor den vorhergegangenen Bewegungen voraus, daß die Führer, wenn auch nicht mit der ausgesprochenen ni'rr, so doch mit dem ihr nicht ganz unähnlichen trip r» nn-iyrn runxrT «pn beginnen. — Es gebe übrigens auch rühmliche Ausnahmen im Lager der Zionisten, die mit weit mehr Berechtigung Anspruch auf die Zugehörigkeit zum echten Judenthum erheben dürfen. — Nachdem der verehrte Redner der zionistischen Bewegung die ihr gebührende Würdigung gezollt hatte, erklärte er noch in gewohnter, geistreicher Weise einige Midraschstellen. Die Rede erregte ungeheure Sensation. — Nachmittags wohnten wir einer schönen, herzerhebenden Feier im Hause Sr. Ehrwürden, des Herrn Rabbiner Fürst, bei. Es wurde nämlich die NM 12 seines jüngsten Sohnes gefeiert. Zu derselben batte sich eine außerordentlich große Anzahl von Festtheilnehmern eingesunden, so daß nicht nur die Wohnräume übersüllt waren, sondern die Leute dichtgedrängt sogar in den Vorzimmern und im Stiegenhause stehen mußten, llnter den Ehrengästen bemerkte man auch Oberrabbiner Dr. Güdemann. Der kleine Jubilar überraschte die Zuhörer mit einer scharfsinnigen, talmudischen Abhandlung, sowie mit einer gediegenen, reichhaltigen Derascha, errang sich allgemeinen, ungetheilten Beifall und wurde allseitig beglückwünscht. Ploni. § Temesvar, 31. August, ibxv'. Wir hatten in der vorvergangenen Woche die Freude zwei seltene Gäste aus der heiligen Stadt in unser» Mauern begrüßen und bewirthe.i zu können. Es waren dies Rabbi Moses Ben I i z ch a k, eine auch in Palästina anerkannte talmudische Autorität, und dann dessen Schüler Simeon Jacob Le mi. Dieselben fanden hier, sowohl bei den deutschen als auch den sephardischen Glaubensgeuossen eine gastfreundliche Aufnahme und auch mit Geldspenden wurden sie reichlich bedacht. Ein Mitglied der sephardischen Gemeinde, Israel Edler v. D err er a, ließ es sich nicht nehmen, beide Gäste ins Comitatshaus zu führen und sie dort unserm Obergesvan vorzustellen. Dieser erkundigte sich nun bei