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Der Israelit · 1898-09-20 · Heft 74 (20.9.1898) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 74 (20.9.1898)
Date
1898-09-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1384 schon im 14. Jahrhundert mit der eigentlichen Synagoge verwechselt worden, die sich Nr. 30 in der Judengasse befand. Die Synagoge befand sich also, wie bereits gesagt, Judengaffe 30. In Seyboth heißt es hierzu: ..Synagoga Judaeorum 1292. Seilola Judaeorum 1335“ . . . Im Jahre 1349 fand anläßlich der „schwarzen Pest" die Judenverbrennung in Straßburg am St. Valentinstag statt, an dem etwa 2000 Juden jeden Alters und Geschlechts einen gräßlichen Tod fanden. Es erfolgte der Beschluß des Rathes, daß hundert Jahre lang kein Jude mehr in Straßburg wohnen dürfe. Wie uns Charles Schmidt in seinen „Straßburger Gassen- und Häusernamen im Mittelalter", p. 92, mittheilt, wurde das Gebäude vom Magistrat 1357 verkauft. 1392 trägt es urkundenweise seinen alten Namen „Judenschule", später wurde es umgebaut, mit dem Hause 32 vereinigt und unter dem Namen „Curia 8t. Yalentini", Sankt Veltinshof, bekannt. — An Stelle der ersten Synagoge Straßburgs ward eine Kapelle des hl. Valentin errichtet. Von jetzt an kann bis in das 18. Jahrhundert hinein von einem öffentlichen Bethause in Straßburg nicht die Rede sein. Zwar gestattete der Straßburger Rath im Jahre 1369 einigen jüdischen Familien, sich hier niederzulaffen, hob aber bereits 1388 diese Vergünstigung wieder auf. Sie mußten die Stadt so schnell verlassen, daß sie in ihren Schulen Bücher, die zehn Gebote und andere „ihre Gezierde" zurückließen. Die ausgewanderten Juden ließen sich in den Dörfern in der Umgebung von Straßburg nieder. (Glaser, Geschichte der Juden in Straßburg.) Beim Beginne der französischen Revolution reichten die Juden wieder ein Gesuch um Gewährung des Niederlassungsrechts in Straßburg ein, unv zwar an den mit der Leitung der städtischen Geschäfte beauftragten Herrn von Erolbois (1789.) Im Jahre 1784 wohnten im Ganzen in Straßburg vier jüdische Familien, bestehend aus 68 Köpfen. Das Gesuch fand durchaus keine günstige Aufnahme; erst nach dem Dekret der französischen Nationalversammlung vom 27. September 1794, das den Juden alle Bürgerrechte zuertheilte, siedelten jüdische Familien nach Straßburg über. Bald reichten sie zur Besoldung eines Rabbiners. Im Jahre 1796 ließ der Gemeinderath ein Verzeichniß der Räume aufstellen, welche den verschiedenen Konfessionen für ihre Andachtsübungen angewiesen wurden. Für die Israeliten waren bestimmt ein Zimmer im Hause von 1) Scheyen Netter, Brandgaffe 2; 2) Moyse Jsaac, Alter Weinmarkt 87; 3) Joseph Lehmann, Kinderspiegelgaffe 12; 4) Abraham Auerbach, St. Elisabethengaffe 14. (Vgl. Procesverbeaux du Corps municipal 12 Xivose an 4. (2. 1796.) Die Zahl stieg schnell. Nach Hermann's Angaben waren im Jahre 1807 in Straßburg 1365 Juden. 1809 öffneten sich wieder zum ersten Male nach Jahrhunderten die Pforten einer Synagoge für die Israeliten. In der alten Trinkstube der Tüncherzunft (Tüncherstubgaffe 11), worin später französische und speziell deutsche Theateraufführungen stattfanden, hielt die junge jüdische Gemeinde ihren Gottesdienst ab. Sie verblieb hierin von 1809 bis zuin 25. September 1834, wo sie feierlich in die neu umgebaute Stätte einzog, die ihr bis zum heutigen Tage als Synagoge dienen sollte. Nach Seyboth ist die Geschichte dieses Hauses folgende: St. Helenengaffe (früher Hellen, Höllengasse) Nr. 14 St. Walpurgiskapcllc im Jahre 1049 . . ., dem St. Barbelnstift 1478 geschenkt, St. Babara alias Phinenspital, Kapelle zu St. Babara od. St. Walburg 1587, gehört 1597 der Stadt. Die Kirche zwischen den zwei St. Babara Häusern dem Biersieder David Rhein zum Fälkel vermiethet 1682. Couvent de 8t. Barbe aux religieuses de la Congregation de notre Dame 1700—1729 (Marie Ijeszinska fait une retraite dans le couvent St. Darbe avant d'epouser Louis XV en 1725). En 1729 le couvent est transt£re au Eaubourg national — Couvent des Petits Capucins (1738 bis 1789) Hospice de Brutus (1794) Cirque olympique Mahier 1827. Ecole d’equitation et Manege Tliomaii (1827—1830). Xouvelle Synagogue. 1834. Zum Synagogeu-Anwesen gehören die Häuser 15 und 16 der Babaragaffe, wo sich jetzt einer der Synagogenhöfe und die Synagogendieuerwohnung befindet. Im Hofe stand früher die Kapuzinerkirche, im Hause Nr. 14 war bis in» 15. Jahrhundert der Almendbrunnen. O e st e r r.- U n g a r. M o n a r ch i e. J. Wien, 12. Sept. (Das jüdische Versöhnungsfest und die Wiener Fletschhauergenossenschaft.) Da das jüdische Versöhnungsfest aus Montag den 26. d. fällt, so hat sich das Gremium der Viehhändler an die Marktbehörde mit der Bitte gewendet, daß der betreffende Rindermarkt, damit den jüdischen Vieheinsendern die Theilnahme an demselben ermöglicht werde, auf Dienstag den 2/. d. verlegt oder eventuell gestattet werden möge, daß derselbe am 26. und 27. d. abgehalten werden dürfe. Gegen die Bewilligung dieses Ansuchens, das der Magistrat als Marktbehörde erster Instanz den Vorstehungen der Fleischyauergenofsenschasten von Wien und Umgebung zur Abgabe ihrer Meinungsäußerung vorlegte, hat sich unter Anderen auch die Vorstehung der Wiener Fleischhauergenoffenschaft ausgesprochen. Dieses Votum der Wiener Fleischhauergenossenschaft verstößt unseres Erachtens nicht nur gegen das Jntereffe des Marktverkehres, sondern auch gegen das Jntereffe der Fleischhauer

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