Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 41-42 (26.5.1898)
- Date
- 1898-05-26
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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sammelten aufgenommenen Worte, und freudig bewegt folgte man der Aufforderung des Redners und gab durch Erheben von den Sitzen dem Herrn Rabbiner von dem alle Anwesenden erfüllenden Gefühle des Dankes Ausdruck. Herr Rabbiner Dr. Lange erklärte hierauf in der ihm eigenen anspruchslosen Weise, nichts als seine Schuldigkeit gethan zu haben. Es wäre ihm nicht möglich gewesen, das Geschilderte zu erreichen, wenn ihn nicht die Herren, die ihn berufen haben, so wacker unterstützt hätten. Namentlich sei es Herr Levertoff gewesen, der Tag und Nacht für den Verein gewirkt habe, ihm gebühre aller Dank und er hoffe innigst, daß er von seinem jetzigen Leiden, welcher er wohl zum größten Theile durch die angestrengte Thätigkeit für den Verein sich zugezogen haben dürfte, bald befreit werden und zum Wohle des Vereines diesem noch lange erhalten bleiben möge. Es folgte nun der von Herrn Dr. Meyer Rubens (Gelsenkirchen) erstattete Bericht über den Stand des Vereins uud deffen Kassenverhältniffe. Es sind drei Mitglieder, treue Anhänger des Vereins, demselben im Laufe des Jahres durch den Tod entriffen worden, nämlich die Herren A. Moos (Frankfurt a. M.), Rosenberg (Ahlen i. W-), N. Jaeobsohn (Trier). 50 neue Mitglieder sind hingegen hinzugekommen, so daß der Verein jetzt die ansehnliche Anzahl von 454 aufweist. Auch die Kaffe bietet ein erfreuliches Bild von der Entwickelung, die der Verein schon in diesem ersten Geschäftsjahre genommen hat. So sind bedeutend mehr Beiträge aus Westfalen zu verzeichnen, als anfangs. Auch ist ein Kaffenüberschuß vorhanden. Mit Freuden nahm die Versammlung von diesem Berichte Kenntniß und ertheilte Decharge. Verschiedene Anträge kamen nun zur Verhandlung, unter anderen auch der des Herrn Leßeritz (Iserlohn), dahingehend, in der Provinz ein Stellen- NachwetS-Bureau, analog der in Frankfurt a. M. bestehenden risv» "wir?-Vereinigung, zu errichten. Herr Dr. Lange hielt dies nickt für angezeigt. Von Frankfurt a. M. seien an Rabbinen und Privatpersonen Fragebogen abgesandt worden, durch welche ermittelt werden sollte, welche Geschäfte den Forderungen der besagten Vereinigung Nachkommen. Redner erklärt sich gerne bereit, etwa an ihn gerichteten Wünschen zufolge sich zu bemühen und via Frankfurt zu erledigen. Eine Trennung von der Centcalstelle herbeizuführen, erachte er nicht für richtig, denn mehr als je sei es geboten, sich heute anzuschließen und zusammenzugehen. — Herr Elsberg (Hamm) richtet an die betreffenden Prinzipale, die am p’v ihr Geschäft geschloffen halten, die Mahnung, bei Vacanzen nur solche Leute zu berücksichtigen. denen es dämm zu thun ist, diesen Tag zu feiern. Nachdem die Sache so genügend besprochen, und die Ansicht des Herrn Dr. Lange für richtig anerkannt worden, zieht Herr Leßeritz in Uebereinstimmung mit derselben seinen Antrag zurück. Noch manche wichtige Angelegenheit wurde außerdem besprochen und erledigt. Auf die schon von verschiedenen Seiten angeregte und auch heute von Herrn Louis Meyer (Gelsenkirchen) zur Sprache gebrachte Umänderung des Namens des Vereins in einen kürzeren, aber präcifen, machte der Herr Rabbiner Dr. Lange den Vorschlag, Zwecks Spenden (fnp 's) diesen bei solchen Gelegenheiten mit dem Namen irm pnrra zu bezeichnen, was allgemein Anklang fand und acceptirt wurde. Alsdann fand eine Ergänzungswahl de» Vorstandes für das aus demselben auSgeschiedeue Mitglied Herrn Veit (Borken) statt, aus welcher Herr Philipp Rosenthal (Dorstfeld), der auch in der Versammlung anwesend war, hervorging. Sehr erfreut wurden die Mitglieder des Vereins durch eine unterdeß eingelaufene Begrüßungsdepesche, womit der I. Vorsitzende dieselben überrascht hatte. Der Vorschlag des Vorstandes, sofort telegraphisch zu antworten, wurde unter lautem Beifall aller Anwesenden angenommen. Indem Herr Dr. Rubens nun der Hoffnung Ausdruck verleiht, daß die Triebkraft, die dem heute schon in schöner Blüthe stehenden und edle Früchte zeitigenden Vereine innewobnl, durch materielle Zuwendungen gestärkt werden möge, damit er immer zum Segen und Heile gedeihe und namentlich dafür gesorgt werden könne, daß den kleinen Gemeinden die Wohlthat des Thora-Unterrichts zu Theil werde, schließt Redner die General-Versammlung und ertheilt dem Herrn Rabbiner Dr. Lange das Wort zu seinem Vorträge, deffen Gedankengang wir kurz hier wiedergeben. Der Herr Rabbiner wies auf die Worte hin, die er als Wahlspruch aufgestellr habe, als er im vorigen Jahre zum ersten Male vor zahlreicher Versammlung über die Art gesprochen habe, wie er seine Wirksamkeit auffaffe: pmrui pn prn. So habe der Verein, ohne zu verzagen, das ausgeführt, was als praktisch erkannt worden, und heute, nachdem ein Jahr hinter uns liegt, sehe man, daß der Weg segensreich gewesen, den man eingeschlagen habe. In geistreicher Weise knüpfte Redner seine Betrachtungen an die in dem Wochenabschnitte des darauffolgenden Sabbat •moa 'b enthaltene Lagerordnung der Israeliten in der Wüste an, darauf hinweisend, daß wie in der göttlichen Thora Alles und Jedes seine tiefe Bedeutung habe, auch dieser ein solche zugrunde liege. In vier Gruppen von je drei Stämmen lagerte Israel um die heilige Stiftshütte. Der Königsstamm Juda zog