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Der Israelit · 1898-05-26 · Heft 41-42 (26.5.1898) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 41-42 (26.5.1898)
Date
1898-05-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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761 Zeiturrgsnachrichteit und Corresporrdenzeit. Deutschland. Frankfurt a. M., 24. Mai. (Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit rar ncv.) Gestern Abend fand dahier, im Saale der Jsr. Suppenanstalt, Theobaldstr. eine öffentliche Versammlung statt, die ziemlich stark und fast ausschließlich von Handlungsgehilfen besucht war. Das Referat hatte Herr Jacob Rosenheim übernommen, der in meisterhafter, formvollendeter Sprache etwa Folgendes ausführte: „Das Circular, mittelst welchem wir Sie, meine Herren für heute Abend einluden, beginnt mit einem kühnen Worte: Was seit langer Zeit von der Gesammtheit der deutschen Gehilfenschaft erhofft und erstrebt wird, eine Gelegenheit zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit, ist für uns Gehilfen jüdischer Confession zur Wirklichkeit geworden." Wenigstens ist diese Wirklichkeit für uns gesetzestreue Gehilfen, die wir den Sabbat nach althergebrachter Weife feiern, eingetreten; daß unsere Versicherung keine allgemeine werden konnte, liegt in der Natur der Sache, und daß das Werk, welches wir heute vollendet vor uns sehen, noch kein vollkommenes ist, wiffen wir wohl; trotzdem brauchen wir uns unserer Arbeit nicht zu schämen, denn unsere Versicherung hat außer dem Zweck, die wirthschaftlichen Nachtheile einer eventuellen Stellenlosigkeit zu beseitigen oder mindestens zu verringern, den höheren, idealeren, uns und unseren Kindern den Sabbat zu erhalten, und Sorge zu tragen dafür, daß uns das edle Gut, das wir um unseren rav haben, für alle Zeiten erhalten zu sehen." Der Redner schildert nun die Entstehungsgeschichte des Vereins, indem er auf eine vor etwa vier Jahren in diesem Blatte erschienene Artikelserie, die theils von berufener Seite verfaßt wurde, hinweist. Hier in Frankfurt glühte das Fünkchen weiter, und vor Jahresfrist traten eine Anzahl, meist jüngere Leute zusammen, um den Gedanken einer Stellenversicherung für sabbatfeiernde Kaufleute näher zu treten. Nach reiflichem Ueberlegen erfolgte die Constituirung des Vereines vor einigen Wochen, und schon zählt der Verein über 150 Mitglieder. Dafür, daß der Gedanke einer „Versicherung gegen Stellenlosigkeit" freudigen Wiederhall gefunden hat, liegen eine Menge von Beweisen vor. Der Verein besitzt reiflich durchdachte Statuten, die der Referent nunmehr zum Theil trefflich erläutert. Insbesondere sind es die § 7, 9, 10, 11, 23 und 24, welchen der Referent seine Hauptaufmerksamkeil zuwendet, und er hat Gelegenheit, der hie und da irriger Weise aufgetauchten Ansicht, als stände der Verein nicht auf dem Boden der Selbsthülfe ent» gegenzutreten. Zu § 10, der lautet: „Die Versicherungskaffe gewährt den ordentlichen Mitgliedern im Falle der Stellenlosigkeit in Klaffe I M. 30, Klaffe II M. 45, Klaffe III M. 60 monatlich postnumerando unter den im folgenden festgesetzten Bedingungen" liegen verschiedene Zuschriften vor, die sich vollständig widersprechen. Während die eine Seite die Beiträge für viel zu hoch hält, findet sie die andere für zu niedrig bemessen. — Daraus könne man schon calculiren, daß die richtige Höhe gefunden sei. — Zu §. 11, der den Satz enthält: „Die Mitglieder haben kein klagbares Recht auf die Leistungen des Vereins" bemerkt der Referent, daß dieser Satz nur eingeschaltet wurde, um den lästigen Förmlichkeiten, die eine entstehende „Versicherungsgesellschaft" zu erdulden habe, zu entgehen. Und al» eine solche Gesellschaft wäre der Verein — wenn dieser Satz nicht bestände — betrachtet worden. — In gleicher, sachlicher Weise erörterte der Redner noch eine Anzahl weitere Paragraphen, und als er seine Rede mit kernigen, begeisternden Schlußworte Über die ideale Seite des neuen Vereins schloß, lohnte reicher, langanhaltender Beifall seine lichtvolle Darstellung. Ueber den weiteren Verlauf der Versammlung berichte ich Ihnen nach den Feiertagen. Würzburg, im Mai. Die Saison für die Vorträge in den jüd. Literatur-Vereinen ist vorüber, die sommerliche Pause in deren Thätigkeit ist eingetreten. Auch hierauf läßt sich anwenden urav ab rw*>'6 »6k kwb, nur die Nacht, bezw. die längeren Abende sind geeignet, solchen belehrenden Vorträgen beizuwohnen, während der Sommer mit der Schönheit der Natur den Menschen mehr ins Freie zieht. Dieser Umstand trifft auch bei dem hiesigen Verein für jüdische Geschichte und Literatur zu. Nach einer regelmäßigen Thätigkeit in der Veranstaltung von größeren Vorträgen und von Discussionsabenden, die von Woche zu Woche abwechselten, so daß derselben je IO stattfanden, hat derselbe hierin bis zum Beginne des Wintersemesters eine Pause eintreten laffen. Ein kurzes ResumS dürfte wohl am Platze sein, besonders für diejenigen, die für das Entstehen und Gedeihen derartiger Vereine ein reges Jntereffe haben. Ueber die drei ersten Vorträge von Herrn Seminarlehrer Weißbart dahier, Herrn Bezirk-rabbiner Dr. Löwenstein in Mosbach und Herrn Dr. Unna in Frankfurt a. M. wurde bereitin diesen gesch. Blättern ausführlich berichtet. Es folgten dann die Vorträge des Herrn Seminarlehrers Dr. Dachauer dahier „über den Bar-Kochba-Aufstand", des Herrn Distrikts-Rabbiners Dr. P. Kohn— Ansbach über „Rabbi Jochanan ben Sakai", des Herrn DistrictS-

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