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Der Israelit · 1898-05-26 · Heft 41-42 (26.5.1898) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 41-42 (26.5.1898)
Date
1898-05-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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die goldene Medaille des Allgemeinen Ehrenzeichens erster Klasse am Bande des Louisen-OrdenS, weiß mit schwarzer Einfassung, bewilligt, und die Prinzessin W. K. H. ersucht, denselben diese Auszeichnung zu überschicken. Die G. O.-K. erhält dem gemäß hierdurch den Befehl, zwei goldene Medaillen vom allgemeinen Ehrenzeichen erster Klasse vormaliger Form mit dem gedachten Bande I. K. H. der Frau Prinzessin zuzustellen. Sollten dergleichen Medaillen nicht vorhanden sein, da jetzt das Allgemeine Ehrenzeichen erster Klasse in Form eines silbernen Kreuzes ausgegeben wird, so müssen sogleich zwei neue geprägt werden. Berlin, 16. Januar 18! 6. Friedrich Wilhelm." Frankfurt a. M., 25. Mai. Anläßlich des 70ten Geburtstages des Herrn Baron Wilh. Carl von Rothschild '"J wurden ihm von Seiten der Jsr. Religionsgesellschaft, deren langjähriges Mitglied und warmer, hochherziger Gönner er ist, verschiedenartige Ovationen dargebracht. Zuerst wurde demselben die altjüdische höchste Ehrung durch Verleihung der uno seitens des Rabbiners Dr. Breuer zu Theil und von diesem überbracht, dann übersandte die Verwal* tung Namens der Kehillo, sowie der verschiedenen ihr angehörigen, Thora, Mizwoth und Gemiloth Chesed gewidmeten Institutionen (sowieder rnnsr, Volksschule, Sara Georg v. Rothschild'sche Hospitalverwaltung rc.) künstlerisch ausgestattete Glückwunsch- Adressen. In früher Morgenstunde versammelte sich Vorstand und Ausschuß zu feierlicher Festsitzung, in welcher der Vorsitzende in schwungvoller Rede der unendlichen Verdienste des Gefeierten um die hohen Ziele der Religionsgesellschaft gedachte und dem Gefühle unauslöschlicher Dankbarkeit und Verehrung für denselben Ausdruck verlieh. In der Aula der Unterrichtsanstalt fand ebenfalls eine erhebende Schulfeier statt. Vor versammeltem Lehrer-Collegium und den Schülern sämmtlicher Klassen hielt der Director eine begeisterte Ansprache, in welcher er besonders aus dem Lebensbilde des hohen Gönners der Schule dessen als Jüngling in der Blüthezeit der Reform bewiesene Festigkeit und Ueberzeugungstreue pries und sie der Jugend als leuchtendes Beispiel der Treue und Anhänglichkeit an das traditionelle Judenthum, wie es von den Vätern überliefert, darstellte. Auch Seitens der Israel. Religionsgesellschaft zu Mainz, der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums und Seitens des Centralkomitee's zur Errichtung eines jüd. Krankenhauses zu Jerusalem, sowie von zahllosen anderen Gemeinden und Vereinen wurden dem ständigen Gönner derselben, der zugleich ein großer Talmudgelehrter, in üblicher Form die besten Glückwünsche dargebracht. Sein Amen spreche Gott zu den Segens- Wünschen, die heute dem Wohle des hochverdienten Gefeierten gespendet wurden. (Auch wir schließen uns dem aus dem Herzen! von Millionen kommenden heißen Wunsche auf das Innigste an. Red. des Jsr.) Afchaffenvnrg, 24. Mai. Seit vielen Jahren liegt die Förderung der Interessen der hiesigen Cultusgemeinde in den Händen der Vorsitzenden des Vorstandes Herrn A. Hamburger. Nachdem von dessen Amtsvorgänger ein neuer Friedhof ganz in der Nähe der Stadt neben dem der anderen Konfessionen erworben wurde, gelang es Herrn Hamburger den Bau einer neuen Synagoge herbeizuführen, wie sie wohl in Städten von der Größe Aschaffenburgs schöner nicht anzutreffen sein wird. Selbstverständlich hätte dies nicht gelingen können, wenn die Opferwilligkeit der Gemeindemitglieder keine so große wäre. Demnächst werden auf Veranlassung des Herrn Vorstandes auch die alten Wohngebäude der Gemeindebediensteten, das Schullokal und die Mikwe rc. abgerissen und an deren Stelle zu demselben Zwecke neue Räume errichtet. Zur Erleichterung der Kostenbestreitung hiefür richtete man an die hiesigen städtischen Kollegien ein Gesuch um einen Beitrag hiezu. Demselben wurde auch Folge gegeben, indem der Stadtmagistrath mit 8 gegen 1 Stimme und die Gemeindebevollmächtigten einstimmig einen Zuschuß von 4000 Mark bewilligten. Selbstredend hat dieses humane Verhalten der Stadtverwaltung in hiesiger israelitischer Gemeinde große Befriedigung hervorgerufen. Wir glauben einen solchen Akt in gegenwärtiger Zeit veröffentlichen und zur Nachahmung empfehlen zu müssen. Unserm Herrn Vorstand Herrn A. Hamburger sei aber auch an dieser Stelle hiermit der Dank der Gemeinde ausgesprochen, denn sein Amt in der städtischen Verwaltung in der man seine Fähigkeiten zu schätzen weiß, hat wohl zu dem erwähnten Beschlüsse nicht unwesentlich beigetragen. X. Zweibrütken, 24. Mai. Die Pfälzische Presse schreibt: Dieser Tage verschied nach kurzem Krankenlager infolge einer schweren Lungenentzündung Bezirksrabbiner Dr. Israel Mayer. Der Trauerfall ruft hier in allen Kreisen die größte Theilnahme hervor, zumal der Verblichene allgemein hochgeschätzt und ein sehr toleranter Mensch war. Der Verstorbene erreichte ein Alter von 55 Jahren. Er war geboren am 14. Januar 1843 in Müllheim in Baden, besuchte die Mittelschule und das Lyceum in Karlsruhe, bezog dann die Universität in Breslau, machte 1869 das Doktorexamen in Freiburg im Breisgau und wurde 1870 Rabbiner in Meisenheim. 1879 wurde er nach Zweibrücken berufen und verblieb dann daselbst als Bezirksrabbiner. Ec war Mitarbeiter verschiedener wissenschaftlicher und populärer Zeitschriften, Ehrenvorsitzender und Ehrenmitglied mehrerer von ihm begründeter Wohlthätigkeitsvereine. Zahlreiche Beileidskundgebungen auswärtiger Korporationen und Freunde sind bereits eingelaufen und geben Zeugnis von der großen Beliebtheit und Werthschätzung des Verblichenen.

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