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Der Israelit · 1898-05-23 · Heft 40 (23.5.1898) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 40 (23.5.1898)
Date
1898-05-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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739 Bürgerschule, Herr Stadtpfarrer Reimold namens der evang. Gemeinde, Herr Pfarrer Rieger namens der kath. Gemeinde. Die Schüler der höheren Bürgerschule, sowie die der Volksschule sandten Abordnungen mit prachtvollen Blumengewinden und sinnigen Glückwunschsansprachen. Auch wir wünschen, es möge dem Jubilar vergönnt sein, noch lange bei steter Gesundheit segensreich thätig zu sein. O e ft e r r.- U n g a r. Monarchie. K. Wie«, 17. Mai. (Schlußsteinlegu ng.) In festlicher Weise beging die israelitische Gemeinde des X. Bezirkes (Favoriten) die Feier der Schlußsteinlcgttng an dem zur Erinnerung an das Regierungs- Jubilättm des Kaisers errichteten Tempelgcbäude auf dem Humboldtplatze. Zum Festacte hatten sich außer zahlreichen Angehörigen der Gemeinde eingcfunden: Stadtcommandant F. M. L. v. Engel, Hofrath Ptazek als Vertreter des Unterrichtsministers, Stallhallereirath Berndl als Repräsentant der niederösterreichischen Statthalterei, Negierungsrath Feyerfeil in Vertretung des Polizei-Präsidenten, Baurath Stiaßny in Vertretung der Stadt Wien, Handelskammerrath kaiserlicher Rath Wilhelm Pollak, der Vorstand der Wiener israelitischen Cultusgemeinde, kaiserlicher Rath Heinrich Klinger, ferner Landesschulrath Dr. Gustav Kohn, Landesgerichtsrath Bloch, Polizei-Bezirksleiter Rybicka, MagistrathsrathVilimek, der Secretär des Baron Albert Rothschild, Herr Horner, Commcrzialrath Gustav Bettelheim, Docent Dr. Herz und andere Festgäste, welchen der Obmann Karl Seligmann, der Schriftführer Dr. Berthold Tritsch und die Mitglieder des Tempelbau-Comitös die Honneurs machten. Rabbiner Löwy hielt die Festpredigt, die durch ihre eindringliche und warme Sprache auf die Feftversammlung tiefen Eindruck hervorbrachte. Der Redner wies darauf hin, daß der neue Tempel als ein Symbol der unerschütterlichen Treue und Verehrung der Judenschaft für den Kaiser errichtet worden sei. Schon als achtzehnjähriger Jüngling, zur Zeit seiner Thronbesteigung, habe der Kaiser den Pulsschtag einer neuen Zeit erkannt, er habe der Wissenschaft und Kunst ein augnstisches Zeitalter eröffnet und er habe speciell die Judenschaft aus der Nacht der Unterdrückung und Finfterniß gerettet. Mit dem jungen Kaiser sei der Geist der Freiheit, Liebe und Gerechtigkeit in Oesterreich eingezogen. Freiheit, Liebe und Gerechtigkeit habe der Kaiser zu den Stützen seines Thrones erkoren, und er habe an denselben bis zum heutigen Tage festgehalten. Rabbiner Löwy schloß unter lebhafter Bewegung mit einenr warmen Segensspruche für den Kaiser, die Kaiserin und das kaiserliche Haus. Vaurath Stiaßny begrüßte hierauf die israelitische Gemeinde im Aufträge der Eommune Wien, erklärt die Schlußsteinlegung Namens der Stadt als ein patriotisches Werk und gab in seiner Ansprache der Hoffnung Ausdruck, daß wieder Friede einziehen möge in die Bevölkerung der Stadt, damit diese, dem Wunsche des Monarchen entsprechend, eine gedeihliche fortschrittliche Entwicklung nehmen könne. Schriftführer Dr. Tritsch wies in einer Ansprache darauf hin, daß die Judenschaft dem Kaiser die Gleichberechtigung mit allen übrigen Staatsbürgern zu danken habe und daß sie zu ihm stets als dem unerschütterlichen Hort der Gerechtigkeit aufblicken werde. Der Redner schloß mit einem dreimaligen Hoch auf den Kaiser, in das die Versammlung begeistert einstimmte, worauf die Volkshymme abgesungen wurde. An der Ceremonie des Hammerschlages betheiligten sich alle vorgenannten Festgäste, sowie auch Architekt Gärtner und Baumeister Zimmermann, die Schöpfer des stylvollen Gotteshauses, deffen bauliche Ausführung und innere Ausschmückung uneingeschränktes Lob fanden. Der Bürgermeister hatte an das Counts ein Schreiben gerichtet, in welchem er bedauerte, wegen Geschäftsüberbürdung nicht erscheinen zu können, und Baurath Stiaßny mit seiner Vertretung betraute. X. Budapest, ^6. Mai. In einer unter dem Vorsitze des Präsidenten Moses Ehrlich abgehaltenen Jahresversammlung der „Pesther Chewra- Kadischa" wurde das von Ludwig Bruck gemalte lebensgroße Porträt des verstorbenen Prästdenten Karl Neuß feierlich enthüllt. Der Jahresbericht konstatirt, daß am Schluffe des vergangenen Jahres 1-139 neue Mitglieder ausgenommen wurden. Die Kosten des im Stadtwäldchen besiudlichen Siechenhauses beliefen sich auf 14,812 Gulden. Der Verein steuerte zur Erhaltung des israelitischen Spitals und des Adele Brody-Kinderspitals 22,000 Gulden bei. Unter Armen wurden 28,161 Gulden zur Verkeilung gebracht. Die durch den Verein bewerkstelligten kostenfreien Leichenbegängnisse von 2294 Personen, die in Ar.'nulh gestorben sind, haben 25,440 Gulden in Anspruch genommen. Das Budget weist ein Einnahmepräliminare von 205,480 Gulden auf, die Ausgaben sind mit 215,112 Gulden präliminirt. Als außerordentliche Ausgabe (Herstellung einer Mauerparthie um den neuen israelitischen Friedhof) sind 75,000 fl. eingestellt, die Herstellung der ganzen Mauer wird 300,000 Gulden beanspruchen. In das Rechnungsrevisionscomits wurden für das nächste Jahr gewählt: Sigmund Breitner, Dr. Emil Farkas, Samuel Fleischl, Jacob Fürst, Armin Schwarcz de Zimony, Emanuel Weiß und Ludwig Wolfner. Zum Schluß der Generalversammlung besprach Berthold Weiß die humanitäre Thätigkeit des Vereins und erwähnte auch die Verdienste des Präsidenten Ehrlich. § Temesvar, 16. Mai. Dieser Tage hat beim Bau des neuen jüdischen Gotteshauses im

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