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Der Israelit · 1898-05-18 · Heft 39 (18.5.1898) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 39 (18.5.1898)
Date
1898-05-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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719 in der engen Heimath des Abgeordneten Barta, im Bereger Komitat, wo die Kultur im Allgemeinen kein erfreuliches Bild bietet? In den staatlichen Volksschulen so viele Schüler, daß die Volkspartei darüber Klage erhob. Es ist wahr, daß die orthodoxen Kultusgemeinden dieser Gegend keine eigenen Schulen unterhalten. Aber wie kann man an dieselben eine solche Anforderung stellen, da alle ihre Mitglieder mit wenigen Ausnahmen blutarm sind? Es ist wahr, daß die Juden seiner engeren Heimath und der benachbarten Komitate nicht auf jener hohen Kulturstufe stehen, wie ihre Glaubensgenossen in anderen Landestheilen, aber jeder halbwegs Unbefangene muß zugestehen, daß dieselben kulturell in mindestens dem Maße vorwärtsschreiten, wie ihre Heimathgenoffen überhaupt. Welche kräftige Stütze des nationalen Staatsgedankens die Juden seines Komitats bilden, haben objectiv urtheilende, christliche Männer von Namen und Klang wiederholt hervorgehoben, und mit dieser Ehrenrettung werden sich die von ihrem Glaubensgenoffen, dem sie zu seinem Mandat verhalfen, in ihrer bürgerlichen Ehre Geschmähten zu trösten wiffen. Sarbogard, im Jjar. Einen schweren Verlust hat die hiesige orth. Gemeinde zu verzeichnen; ein herber Schlag hat das ganze Judenthum getroffen. Am enpnp 'nnx 'b pw als wir uns rüsteten die himmliche Braut, den heiligen Sabbat zu empfangen nnun nxn rav X2, da hat Rabbi Jizchak Frank Vst ausgerungen und die lang ersehnte Ruhe beim himmlischen Vater gefunden, deffen einer seiner treuesten Söhne der Verblichene war, während der ganzen Dauer seines so mustergiltig vollbrachten Lebens. Noch am verfloffenen 2'' folgte der achtundachtzigjährige, glaubensstarke, ehrwürdige Greis, obgleich eine tückische Krankheit schon damals an seinem Lebensmarks zehrte, einem von frühester Jugend gepflogenen Gebrauche und feierte ununterbrochen st e h e n d das heilige Fest. — Ein edler Menschenfreund wurde mit ihm ins kühle Grab gesenkr, das nicht nur seine Kinder, Enkel und Urenkel tieftrauernd umstehen, sondern mit ihnen trauert aufrichtig ein Jeder, der das Glück hatte, Rabbi Jizchak Frank zu kennen. Sein echtjüdisches Haus war stets geöffnet für die Armen, wo er mit seiner, im Tode vorausgeeilten Gattin ausschließlich dem Dienste Gottes lebte. Er, der für sich ro penne war, der sich mit Wenigem begnügte, er war freigiebig und übte mit doppelten Händen Wohkthätigkeit; mit besonderer Vorliebe unterstützte er verschämte Arme im Stillen, arme nDnn 'i'ebn und die Zöglinge der Jeschiba, und jede nute len fand in ihm einen warmen, hingebungsvollen Förderer. Rabbi Jizchak Frank war ein goldreiner Charakter, der sich die unbedingte Achtung von Jude und Nichtjude erwarb. Kein Wunder, daß sein Wort nicht nur innerhalb der Gemeinde, deffen Vorsteher er eine lange Reihe von Jahren war. schwer in die Wagschaale fiel, sondern selbst bei der Behörde volle Beachtung und Würdigung fand. Sollen wir noch hervorheben, daß er keinen Tag versäumte, für sich oder beim Rabbiner nun zu lernen? Hat Rabbi Jizchak Frank nur ein einzigesmal gefehlt vom Gottesdienste, so war man überzeugt, daß er entweder verreist, oder schwerkrank sein müsse. An seine segensreiche Wirksamkeit innerhalb unserer Gemeinde knüpft sich auch der Aufbau unserer, für die Provinz geradezu überaus prachtvollen Synagoge, die ganz nach seinem Plane erbaut wurde und schon oft das Muster für andere Synagogen abgab; denn Rabbi Jizchak Frank vereinigte in sich nun mit praktischer Lebensklugheit und hatte für alles Schöne und Gute ein offenes Herz. Beim Anblicke dieser Synagoge muß man unwillkürlich schmerzerfüllt ausrufen: nasn po v'B2i pjnn upe px, die Steine unserer Synagoge schreien nach dem Verklärten und der Sparren aus dem Holzwerke — sein verwaister Tempelsitz — stimmt mit ihnen ein in den Weheruf: wax ennnx bv nnAne tdo x vjy ’x, hin ist der Bescheidene, hin der Fromme, ein Schüler Abrahams! Sein Leichenbegängniß, das am Sonntag, den 1. Mar vor sich ging, gestaltete sich zu einer imposanten Kundgebung jener innigsten Verehrung, die der Verklärte allenthalben genoß. Von Nah und Fern strömten seine zahlreichen Verehrer hieher, um dem theuren T «Hingeschiedenen das letzte Geleite zu geben. Im Trauerhause gab unser hochverehrter Herr Oberrabbiner, Ignatz L ö w y in gewohnter Meisterschaft dem allgemeinen Schmerze Ausdruck und meinte mit Recht, u. Ä. anknüpfend an die : nmen e^nxn bv prxn mix nn'x-n, x'n ne pxn nx nn'xii, daß man sonst beim Hingange eines Menschen auf seine Geburt, Abstammung oder auf den Ort seines Wirkungskreises, auf seine Umgebung Hinweisen müffe, oder ihn selbst erst ausführlich zu beschreiben habe, um den Verlust in seiner ganzen Größe hervortreten zu laffen; allein hier genügt die bloße Nachricht: Rabbi Jizchak Frank ist nicht mehr! um überall, wohin die Trauerkunde dringt, den großen' unersetzlichen Verlust zu erkennen, um die regste Theilnahme und die tiefste Trauer zu erwecken. Selbst in ^xis" px werden unsere armen Brüder seinen Heimgang tief empfinden. Das inhaltsreiche Leben unseres Verstorbenen in dem engen Rahmen eines nenn zu schildern, wäre ja ohnedies von vorneherein ein vergebliches Unternehmen rc. rc. Kein Auge blieb thränenleer bei den zu Herzen dringenden, tief erschütternden Worten des geschätzten R-dners. Möge der Allgütige die schwergeprüfte Familie und unsere Gemeinde trösten! Der theure Verblichene aber möge für uns und bx-w" ^2 beim Throne des barmherzigen Gottes ein new p^e sein! rrmrrn. —y—

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