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Der Israelit · 1898-05-16 · Heft 38 (16.5.1898) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 38 (16.5.1898)
Date
1898-05-16
Page
– (sequence 6)
Language
German
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704 erfreuen, zum Genüsse einzuladen, fast sein ganzes Einkommen Armen und Dürftigen, Sx-w px »wb, oder Humanitären Anstalten zufiihrend, war er auch unersättlich im Sammeln für bedrängte Wittwen und Waisen. Ja, nicht nur als Geistesfürst, sondern auch durch seinen Seelenadel überragte er seine Zeit» genoffen, gleich seiner staunenerregenden tb^»3 irrem prim ist auch seine Herzensgüte sprichwörtlich geworden. Zu einer imposanten, großartigen Trauerkundgebung gestaltete sich das am zweiten Tage omn stattgehabte Leichenbegängniß, zu welchem auch aus der Ferne zahlreiche Schüler und Verehrer pxan bv Van iBLan sich versammelten. Um das Arrangement haben sich die wackeren, thateifrigen Brüder, Herr Max Maibaum, Gemeindepräses, und Herr Leop. Maibaum, p'n-Präses sehr verdient gemacht. Von nvv :ny Abend bis knapp vor Beginn des Leichenbegängniffes amm av haben unausgesetzt Tag und Nacht mm 'nab im Trauerhause gelernt und gebetet. Im Trauerhause hielt der greise, ehrw. Rabbiner aus Nyiregyhüza einen ergreifenden Nachruf. Nach Beendigung der üblichen nrepn in der Synagoge, wurde die mit den zahlreich zurückgelassenen handschriftlichen Werken Van pxn bv über und über bedeckten Bahre vor dem anipn px niedergestellt und daselbst sprachen tiefergriffen die ehrwürdigen Nabb. aus Unsdorf, Kesmark, Berzevicze und W. Löw aus Ujhely. Gegen 4 Uhr sind mit dem Budapester Eilzuge die zwei älteren Söhne, sowie eine Tochter des Vpan pxa nebst zahlreichen Deputationen eingetroffen und es sprachen sodann im Synagogenhofe und am Gottesacker drei Rabbinersöhne des 7",van ibbj, nämlich die Rabbinen aus Vnr-Palota, Lipt6-Sz1. Miklos und Rima-Szombat. Aus allen Theilen des Landes von den hervorragendsten Rabbinen und Gemeinden, sowie von zahlreichen Vereinen und Privaten langten an den Gemeindevorstand und an die Wittwe Condolenztelegramme und -Briefe. Der große Name des hochverdienten V,van pxa steht mit unverlöschbaren Lettern in der jüd. Kulturgeschichte des Landes, sowie auch in der Literaturgeschichte des Judenthums eingetragen .aby *istb P’iaf 'n\ M. Hirtenstein. Gprechsaal. «chirrhofen, 9. Mai. Ihr Straßburg, r Correspondent interpellirt mich wegen eines Artikels des »Elsässers". Hier meine Antwort: Der „Elsässer" hat uns in Schutz genommen gegen eine Brandrede des Antisemiten Herrn Liebermann von Sonnenberg. Dafür habe ich ihm gedankt. Es ist wohl erlaubt, einen» Gegner Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Ob ich ihm auch danke für seine Auslassungen über Dreyfuß, Panama, Mortara?c.? Fast wäre ich geneigt cs zu thun. Denn, nachdem er uns seine Wahrheiten gesagt hat, erklärt er sich als Gegner deS Antisemitismus. Kann eS denn ein beredteres Eingeständnitz dafür geben, daß Antisemitismus unehrenhaft, unchristlich und niedrig ist? Ihr Correspondent mache mich ferner nicht verantwortlich für daS, was der Elsässer schreibt; er verschaffe sich einen Artikel des Univ6r8 wraslite von Paris, betitelt Lechoclodie. Vor zwei Jahren schon habe ich dort dem Elsässer eine kleine höfliche Lektion gegeben und in meinem Dankbrief habe ich angezeigt, daß ich ihn nicht für unfähig halte, ein böses Wörtlein über uns zu schreiben. Jmnrerhin hat er das Verdienst, die Theorien des Edlen von Sonnenberg zu verdammen. Das will viel heißen und verdient Dank Noch ein letztes Wort. Wir thun Unrecht, mir Kinder Abrahams, uns um jede Dummheit eines jeden Zeitungsblatts zu bekümmern. Die BcdauernSwerthen bedürfen nun einmal ihres Spiegelbildes. Verachten wir so nranches Hetzartikclchen, als unwürdig unserer Aufmerksamkeit. Ebenso thuen unsere französischen Brüder Unrecht, sich zu ärgern über das mort aux Juifs eines jeden Blödsinnigen. yvn' naocn apjrr» nti m» ny. Simon Levy, Rabbiner. AttK Süddeutschlan- Der Verfasser des Artikels »Süddeutschland" (.Landjuden) in Nummer 33 des Israelit, hat das Khilleleben einer sich des besten RufeS erfreuenden alten Landgemeinde einer Kritik unterzogen und in Worten gegeißelt, welche sicher nicht den allgemeinen Beifall gefunden haben dürften.*) Wenn auch das jüdische Gemeindeleben auf dem Lande viele Mängel aufmeist und die verschiedenen Institutionen oftmals dem Zwecke, dem sie dienen sollten, nickt entsprechen, so ist eine öffentliche Brandmarkung dieser Zustände doch wohl nicht der geeignete Schritt, hier Wandel zu schaffen und es ist eines wahren Jehudi nicht würdig, aus dem Hürterhalte, in den er sich durch seine Anonymität gestellt, Steine auf andere zu werfen. Ueberhaupt spricht ans b<>,„ ganz«»» <Ncyaislgrerl; nickt Friedenslreve und Liebe zum Judenthum scheint die Triebfeder der ganzen Betrachtung zu sein. Möge der Verfasser nur eine Elementarschule nennen, in der gelehrt wird; die Metzger werden als gottlose Menschen geschildert, eine Behauptung, die schon dadurch widerlegt wird, daß unter überall als braver Jehudi bekannte Schochet dieselben überwacht und niemals dulden würde, daß dieselben sich auch nur das Geringste erlauben, was gegen unsere heil. Religion verstoßen könnte. Wir vertrauen unserem Schochet voll und ganz; ist derselbe nach Ansicht des Verfassers den Metzgern gegenüber zu nachgiebig, so nröge der Herr Verfasser ihm dies sagen. Uns entwickelt er eine uns befriedigende Energie. Aber nicht allein unser Schochet, auch unser hochverehrter Herr Bezirksrabbiner hat ein wachsamrs Auge auf unser Gemeindeleben und hat sogar in jüngster Zeit infolge einer Beschwerde den Metzgern mit „Brachlegung" gedroht. Derselbe findet auch thatkräftige Unterstützung von Seiten unseres sehr verehrten Vorstehers, sowie seitens unserer wohllöblichen Cultusverwaltung Wenn auch manches Mitglied derselben nicht der orthodoxen Richtung angehört, so war doch seit dem Tode unseres unvergeßlichen Rabbi *) Wir möchten bestreiten, daß der Artikel sich auf eine bestimmte Gemeinde bezogen hat. Derselbe geißelte Mißstände, die leider in gar vielen Gemeinden zu Tage getreten sind. Auch bewegte sich die Zuschrift in so allgemein gehaltenen Ausdrücken, daß nicht gut eine spezielle Gemeinde sich getroffen fühlen konnte. Nichtsdestoweniger glaubten wir. der vorstehenden Entgegnung die Aufnahme nicht versagen zu dürfen, da uns aus der Gemeinde des Einsenders noch von anderen Seiten ähnliche Aeußerungen zugegangen sind. (Red. d. Jsr.)

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