Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 38 (16.5.1898)
- Date
- 1898-05-16
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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703 Handhabung der jüdischen Ehegesetze fast unentbehrlich geworden. Beiträge werden von dem Unterzeichneten in Empfang genommen und im „Israelit" veröffentlicht. 9t. Sichel, Lehrer. Auch wir erklären uns zur Entgegennahme von Beiträgen und zur Weiterbeförderung an Herrn Lehrer Sichel gern bereit. Ned. d. Jsr. Met;, 12. Mai. Vor dem Friedhofsthor, hier auf beiden (Seiten der Straße, befindet sich ein früherer israelitischer Friedhof, welcher brach liegt. Im Jahre 1896 erhob der Militärftseus gegen das israelitische Consistorium Klage mit der Behauptung, dieser Friedhof gehöre dem Militärftseus. Das hies. Landgericht entschied zu Gunsten des Militärsiskus. Die von den Beklagten erhobene Berufung ist nun von dem Oberlandesgericht abgewiesen und das Eigenthum des fraglichen Friedhofs dem MilitärsiSeus zugesprochen worden. O e st e r r.- U n g a r. Monarchie. Szepesvar, Anfang Mai. (Rabbi P e ß a ch Singer ‘rpiar..*) ß’pbxn pis np^n ‘jx ^xntya tcd nb:. tLnttcywunveil ifi bi« Herrlichkeit non Israel, indem die Gotteslade hinweggenommen wurde. Der Heimgang des großen Lehrers seines Volkes, den unsere Ueberschrift nennt, hat die Judenheit in tiefe Trauer versetzt und auf Miriaden bebenden Lippen schwebten die Worte des laufenden Thoraaöschnittes jv2 bo "> pp» *i»x nsren nx 122' ganz Israel beweine den unersetzlichen Verlust, den unser Volk erlitten. Dieser strahlende und ruhmreiche er»pi px: ^'acr erlag am vergangenen naa irj Nachmittag einem Herzschlage, »a»n xa ny nrex v--' ’m inmitten religiöser Hebung, während er in der mpa bie mrra sich gegeben, hat er gleichsam r v bv in einem Kuß Gottes, seine reine, fromme, heilige Seele ausgehaucht; und ein Wehgeschrei durchzitterte die Luft: 'x u»xn Tray nPc; /j^na ^axP -cn: 1:2^ tsrra rc» uxarr *2 xj. Selbst der gewandtesten Feder könnte es nicht gelingen das thatenreiche und ruhmvolle Leben und Wirken dieses ab',y px: in kurzen Umrissen darzustellen: es ist dies aber auch gar nicht nöthig, denn auf ihn ist in des Wortes vollster Bedeutung anwendbar -a» p*w b'n: der bloße Name des unsterblich großen Verklärten involvirt schon alles Lob, den höchsten, strahlendsten Ruhm. *) Verspätet cingetrofftn. Seit mehr denn 50 Jahren zierte er den Rabbinerftand Ungarns und vor Decennien schon zählte er zu den hervorragendsten rabbinischen Koryphäen und leuchtete als Stern erster Größe am jüdischen Horizonte. (Ein Jahr wirkte er in Csakathurn, 25 Jahre in Palota und 25 Jahre in Kirchdrauf.) Treffend und geistreich sagte von ihm der große iwe 2772 b'"t, gelegentlich der im Jahre 1868 in Ofen stattgehabten großen Rabbinerversammlung: nn pta ’:» noc px — und seither hat er noch weitere drei Jahrzehnte continuirlich mit eisernem Fleiße stehend und f a st e n d Tag und Nacht pTrro in Heiligkeit geforscht und bei seinen eminenten Geistesgaben nw» to w arn bs dnyr xb a^xv» na, wie gilt demnach erst heute von ihm das Wort rnn pia ncc px. Ja wir suchen vergebens seines Gleichen unter den Menschen unserer Tage, wir müffen ihn suchen unter den alten Gvttesmännern, unter den Propheten. — Er war der erste akademisch gebildete orthodoxe Rabbiner in Ungarn und war gewissermaßen der ungarische S. R. Hirsch! Als vor mehr denn eineni halben Jahrhundert die eifrigen Colporteure chorinischer Traditionen: Löw, Zipser, Pillitz, Schiller, Einhorn rc. in Ungarn das traditionelle Judenthum bedrohten und roxax n anaa arge Verheerungen anrichteten, trat unser px: auf den Plan mon nsaon -laym amn p2i a"nn p2 stellte sich vor die Bresche und hat dem frivolen Verderben Einhalt geboten. Er war die Verkörperung des Prinzips 27a px 11-1 ay min und hat durch sein hehres Beispiel in orthodoxen Kreisen das Vorurtheil gegen profanes Wissen verscheucht und in vielen reformsreundlichen Kreisen dem n r,xv naan ru»xn Geltung verschafft. Oesters war er Vor- und Fürsprecher der nng. jüd. Orthodoxie bei der h. Negierung. Kultusminister Baron Josef Eötvös, brachte ihm hohe Achtung entgegen und Kultusminister Gras Albin Csäky war geradezu sein persönlicher Verehrer. Bonum virum facile crederes, magnum libenter! — Er wäre wohl als Heros talmudischer Wissenschaft, als Meister der Rhetorik, sowie vermöge seines unvergleichlichen mmem jrp-tt, seiner fesselnden Bescheidenheit und Anmuth, seines strahlenden Jugendsinnes, feines goldreinen Charakters, seiner eisernen Consequenz und seiner gründlichen philosophischen Bildung in erster Reihe berufen gewesen, die oberste Führercrolle im ungarischen Israel zu übernehmen: allein das Hochziel seiner Sehnsucht war, dem Gottesgebote aav 72 mm voll und ganz zu entsprechen, und so mied er alles, was ihn dieser Sphäre, seinem eigentlichen Elemente, auch nur für kurze Zeit hätte entziehen können, und so lebte er in stiller Zurückgezogenheit dem Glauben, der Religionswissenschaft, der Ausübung edler Werke, allen Freuden und Genüssen entsagend, unermüdlich im Streben andere zu