Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 38 (16.5.1898)
- Date
- 1898-05-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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üitb Schwiegersohn freudig begrüßt hatte, die aus der Ferne zu ihm geeilt, wurde seinem reinen Leben die Grenze gesetzt. 121 mo ’trcj men. Heutzutage bewundert^ man große^Männer viel zu viel, und ehrt um so weniger ihr Thun und Lassen. Dem schlichten Sinne nach, den Gustav Hirsch im Leben zeigte, entspricht es nicht, daß man große Lobreden auf ihn hält. Möge es ihm vergönnt sein, daß seine Hinterbliebenen weniger sein Lob im Munde führen, dagegen durch eine Lebensführung, die der seinen ähnelt, zeigen, daß sie das wahrhaft zu schätzen wissen, was ihm das Höchste war, die treue Erfüllung unseres heiligen Gesetzes. .irajun Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 16. Mai. Heute und morgen finden hier die Versammlungen der „V e r e i n i g u n g traditionell-gesetzestreuer Rabbiner Deuts chl a n d s" statt. Indem wir den ehrwürdigen Herren mit der aufrichtigsten Freuoe unseren Wlllkvmmengluß zurufin, geben wir dem Wunsche Ausdruck, daß es ihnen gelingen möge, das wahre Judenthum in gleicher Weise zu fördern, wie es die großen und heiligen Männer gethan, die schon vor Jahrhunderten in unserer uralten Stadt ihre so hochbedeutsamen Versammlungen abgehalten haben. Wir werden nicht verfehlen, über den Verlauf der Sitzungen späterhin zu berichten. W. Berlin, 13. Mai. Der spanisch amerikanische Krieg um Cuba rückt die vielerörterte Frage wieder in den Vordergrund, welcher Raffe die Eingeborenen dieser Insel, die von ColumbuS zuerst entdeckt wurde, und die Ureinwohner Amerikas überhaupt angehörten. Diese Frage, welche insbesondere in der ersten Zeit nach der Entdeckung Amerikas zu sehr zahlreichen gelehrten Erörterungen Anlaß gab, ist um so intereffanter, als eine ganze Anzahl von Schriftstellern behauptet imbjnit einem großen Aufwand von Gelehrsamkeit zu beweisen versucht hat, daß die Ureinwohner Amerikas von den Juden abftammen, und zwar sollen sie die Abkömmlinge der aus der Geschichte geschwundenen sogenannten zehn Stämme sein, welche unter Salmanaffar vertrieben, aus dem Oriente au-wanderten und — mehrere Autoren geben sogar den Weg genau an, welchen die Juden auf dieser Wanderung nahmen sich in Cuba niedergelassen haben sollen. Dr. M. Kayserling, der Budapester Orientalist, st.lltin seinem Werke „Christoph ColumbuS und der Antheil der Juden an den spanischen und portugiesischen Entdeckungen" die Gründe zusammen, welche von den verschiedensten gelehrten Schriftstellern geltend gemacht wurden, um zu beweisen, daß die Ureinwohner Amerikas jüdischer Abstammung seien. Danach wird al« Hauptgrund die Sprache der Indianer in Cuba, Jamaica und ven angrenzenden Inseln angegeben, welche viele Aehnlichkeit mit der hebräischen habe, ja ein corrumpirtes Hebräisch sein soll. Cuba, Haiti u. a. sollen ihre Benennung von den ersten Kaziken — so nannten die Eingeborenen ihre Fürsten und Anführer — erhalten haben, und dieses Wort wurde auf das hebräische Kazin (Fürst) zurückgeführt. Die Namen der Flüsse der genannten Inseln, sowie die unter den Eingeborenen üblichen Personennamen sollen ebenfalls aus dem Hebräischen stammen, Haina au» Ain (Quelle), VoneS aus Jona, Vaque aus Jacob gebildet fein. Nicht weniger als Sprache sollen die Riten und Ceremonien zur Annahme der jüd. Abstammung berechtigen. Die Indianer beobachteten häufige Waschungen in den Flüssen und Quellen, sie berührten keinen Todten, genoffen kein Blut, hatten bestimmte Fasttage, sie opferten auf hohen Bergen und unter schattigen Bäumen, hatten Tempel und eine heilige Arche, welche sie i»n Kriege vor sich hertrugen. Alle Schriftsteller und Reisende stimmten außerdem darin überein, daß sie unter den Indianern, den Urbewohnern Amerikas, viele jüdische Typen fanden. Diese Ansicht wurde besonders von spanischen und englischen Schriftstellern bis in die jüngste Zeit verfochten. Noch in neuerer Zeit widmete der Engländer Lord Kingsborough den größten Theil seine» bedeutenden Vermögens, seine Zeit und seine Kenntniffe der Veröffentlichung einer Sammlung amerikanischer Dokumente, um zu beweisen, daß die Amerikaner von den Juden stammen. Interessant ist auch, daß der gelehrte Rabbiner in Amsterdam Menaffe ben Israel diese Ansicht mit vielen Argumenten vertheidigte. Indessen haben doch auch andere Schriftsteller die Frage, ob die Amerikaner von den Juden abstammen, wieder verneint, und sie ist bisher noch immer nicht endgiltig entschieden. Frankfurt a. M., 19. Jjar. Das NDN2 der isr. Religionsschule, unter Leitung Sr. Ehrw. Herrn Dr. H 0 r 0 v i tz stehend, feierte gestern Abend den ave auf pv: jddö, welche von Herrn Jakob Posen täglich mit den wichtigsten onm«3 vorgetragen wurde und dessen iw sich immer zahlreichen Zuspruches erfreute. Nachdem die Schlußsätze vorge-