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Der Israelit · 1898-05-12 · Heft 37 (12.5.1898) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 37 (12.5.1898)
Date
1898-05-12
Page
– (sequence 27)
Language
German
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Die Ackerbausclrale zu Jaffa in den Jahren 1895—1896. (IV. Fortsetzung. *) Ein ernstlicher Unterricht könnte demnach einem Ackerbauer niemals schaden. Wenn er dadurch lernt, dass er nichts weiss und sich von Befähigteren leiten lassen muss, so ist das schon ein glänzendes Resultat. Nur der ganz Unwissende hält sich für fähig, Alles zu kennen, und dabei jedes Rathes entbehren zu können. Bewirtschaftung. Sie werden in dem technischen Berichte des Herrn Bergmann genaue Details über die landwirtschaftlichen Arbeiten finden, die 1895/96 in „Mikweh- Jisrael“ gemacht worden sind. Ich werde mich darauf beschränken, Ihnen einige Bemerkungen über die verschiedenen Kapitel unserer Rechnungen zu geben. Die Regenfälle sind ziemlich früh gewesen, so dass zu Beginn der Jahreszeit die Arbeiten schnell vorwärts gingen. Der Januar war besonders trocken, dagegen hatten wir ungewohnt strenge Kälte, die die meisten jungen Frübgemüse zerstörte. Im Februar und März endlich kamen wieder günstige Regenfälle, die Ernteaussichten schienen glänzend günstige zu sein, da brachte uns der April und Mai, gerade als Gerste und Weizen sich entwickelten, heftige Siroccos, die das Wachsthum hemmten. Nur in diesem Theile haben wir unser Budget überschritten. Ich kann Ihnen die Versicherung geben, dass das ganze Personal sich grosse Mühe gegeben hat, und dass wir keine werthlose Arbeit gethan haben. Aber man kann in einem Budget nicht die kleinsten Details vorhersehen, und oft muss man bei der Arbeit den ganzen Plan ändern. Die Vermehrung der Ausgaben zeigt sich besonders in den Aufstellungen über Obstbäume, Reben, Kellereien und Baumschulen. Der alte Orangengarten, welcher allen Winden ausgesetzt ist, befindet sich auf einem etwas harten Boden. Wir hatten wiederholt gesucht, den Boden zu verbessern, indem wir Kalk und kieselhaltigen Sand darein mischten; wir opferten ferner die ganz unbrauchbaren Theile, gaben dem Boden weniger Wasser und düngten ihn. Da die Bäume in grossen Zwischenräumen standen, haben wir zwischen die alten Orangenbäume neue Bäumlinge gepflanzt, die zum Propfen bestimmt sind. Die Anpflanzung dieser 500 Bäume hat ein im Budget unvorhergesehenes Wachsen der Ausgaben verursacht. Die Ausgaben für die Rebenpflanzung waren auch grösser als in den Vorjahren. Ich habe *) js. Nr. 660. Ihnen schon im letzten Frühjahre berichtet, dass eine Raupe, die Sphinx Celerio, die sich sehr schnell vermehrt, in ganz Palästina die Reben verheert. Man musste sie vorsichtig mit der Hand abnehmen, sonst frass sie die Blüthen und den ganzen weichen Theil der Pflanze. In den jüdischen Kolonien ist dadurch ein grosser Theil der Weinernten vernichtet worden. Auch wir haben dadurch verloren, aber der Schaden ist nicht so gross als anderswo, weil wir sehr viele Arbeiter bei den Reben hatten, die die Raupen einzeln mit der Hand abnehmen mussten. Dies ist das einzige bekannte Mittel, dieses Insekt zu vernichten. Diese Arbeit hat die Unterhaltungskosten der Weinberge erhöht. Schliesslich waren wir genöthigt, unsere Baumschule zu verlegen. Das Rebbekkathal, in dem sie sich befand, bedeckte sich mit Hundszahn. Ausserdem war hier der Boden erschöpft. Wir haben die Baumschule verlegt, um hier den Boden ruhen zu lassen und das Anwachsen des Unkrautes zu verhindern. Alle Bäume sind in einen Theil des Lehmann’sehen Gartens verpflanzt worden. Wir haben auch alle unsere zum Pfropfen bestimmten Stämme sehr vermehrt, in der Voraussicht, dass bald neue Orangengärten angelegt würden. Bodenverbesserungen. Ich kann mich nur zu dem Erfolge beglückwünschen, den wir auf diesem Gebiete erzielt haben. Die Anpflanzung des Lehmann’schen Gartens ist endlich beendigt. Vom nächsten Jahre an wird er schon tragen, und der Ertrag wird jährlich wachsen. Es ist einer der schönsten Orangengärten in Jaffa. Alle Besucher, Inländer wie Fremde, müssen dies zugeben. Durch Nivellirungen, Zuschütten der tieferen Stellen und der Steinbrüche haben wir den trockenen Theil mit Zier- und Forstbäumen bepflanzt, dagegen den bewässerbaren Theil mit Cedern- und Orangenbäumen. Die im Leathal gepflanzten Oelbäume sind meist geglückt. In diesem Jahre haben wir in „Mikweh Jisrael“ mit der Anpflanzung dieses so nützlichen Baumes begonnen. Wenn wir noch 3—4 Jahre so fortfahren, so wird unsere Anstalt 3000 bis 4000 von diesen werthvollen Bäumen haben. Herr Bergmann hat in seinem Berichte ausgeführt, welche Dienste uns das Material zur Umgrabung leistet, welches uns unser edler Präsident geschenkt hat.

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