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Der Israelit · 1898-05-12 · Heft 37 (12.5.1898) · page 28

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 37 (12.5.1898)
Date
1898-05-12
Page
– (sequence 28)
Language
German
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96 Als hauptsächlichstes Bauwerk haben wir im letzten Jahre ein hübsches Dach auf der Terrasse der Kellereien aufgeführt, so dass diese in Sommerschlafräume für die Schüler verwandelt ist. Zwei sehr wichtige Arten von Landarbeit wurden im Laufe dieses Jahres ausgeführt: Trockenlegung der Sümpfe und Abgrenzung des Terrains. Die Arbeiten werden nächstens beendigt sein, und dann können wir sagen, dass wir zwei brennende Fragen gelöst haben, die seit der Gründung der Anstalt der Lösung harrten. Sie wissen, dass wir wegen der Abgrenzung des Terrains von „Mikweh Jisrael“ bisweilen Streitigkeiten mit unseren Nachbaren, den Bauern in Yazur und den Behörden batten. Dies hing wie ein Damoklesschwert über unserem Haupte. Jeden Augenblick konnte es wieder zur Sprache kommen und wir dadurch in Ungelegenheiten gerathen. Im letzten Jahre hatte ich die Idee, Baumanpflanzungen an der Grenze unseres Gebietes zu machen. Mit Hilfe der neuen Geräthe konnte ich den Boden mitten im Sommer umbrechen; ich pflanzte 1 Reihe Mimosen und 2 Reihen Eukalyptus an, und liess den Grenzgraben zum deutlichen Zeichen recht tief machen. Ich setzte die Arbeit in diesem Jahre fort. Seitdem wird nicht mehr reklamirt. Ich habe Ihnen schon verschiedentlich von der Austrocknung der Sümpfe bei „Mikweh Jisrael“ geschrieben. Diese Arbeit haben wir in Angriff genommen, und jetzt schon sehen wir den Vortheil davon. Das Wasser bleibt nicht mehr stehen, und dies hat auf die Ernten einen bedeutenden Einfluss. Die Sumplflächen sind verschwunden, und die sanitären Verhältnisse haben sich dadurch bei uns bedeutend gebessert. Jedoch während der Trocknungsarbeiten wollten die Nachbaren nicht gestatten, dass das Wasser in den Hauptkanal abfliesse, gegen jedes Gesetz, denn in allen Ländern muss das niedriger gelegene Land das Wasser, das aus dem höheren kommt, abfliessen lassen. Diese Böswilligkeit hätte uns fast um die Früchte unserer Arbeit gebracht. Aber glücklicherweise kann man gegen Naturgesetze nichts thun, und das Wasser nimmt immer seinen natürlichen Weg. Da sich aber das ganze Wasser in einem Kanal vereinigte, so trat dieser über, das Wasser überschwemmte den tiefer liegenden Boden, die angrenzenden Saaten litten darunter, und zuletzt drang das Wasser sogar in den Orangengarten unseres Nachbars, wo es Schaden anrichtete. Endlich kam dieser Nachbar zu mir, um mich zu bitten, den Abfluss durch sein Besitzthum gehen zu lassen. Das ist die einzige richtige Lösung. (Schluss folgt.) Rischön-l’Ziön. Von J. Ii. Schallt.*) (Aus dem Hebräischen übertragen von Dr. Heinr. Loewe.) Vom Lande der Ferne, wohin wir vertrieben, Wir zogen gen Osten, gen Osten, Um bei uns’rer Mutter Zion, der lieben, Der Freiheit Süsse zu kosten. In der ödesten Wüste, wo Füchse nur hausen, Wir haben ein Land uns erschaut, Und an dem Orte, dem öden und grausen, Mit Herzblut das Dorf uns gebaut. (Kolonistenchor): Rischön-l’Ziön, durch uns erschlossen, — Unser Blut ist auf Dir vergossen, — In Dir leben uns’re Geschlechter hienieden, In fleissiger Arbeit, in Ehre und Frieden. Unser Banner waren die heiligen Ideen, Für die wir die Leiden erduldet, Die Fahne soll nimmer verwehen, vergehen, Von unserer Schwäche verschuldet. So lauge die Seele in unserem Leibe, So wollen an Zion wir bauen, Dass ewiges Erbtheil für Israel bleibe, Wo Rischön-l’Ziön wir schauen. (Kolonistenchor): Rischön-l’Zi&n, u. s. w. Und früher, „f]n-Köre“,**) der Name soll melden, Dass hier in der Wüste verlassen, Die Hände Simsons, des gewaltigen Helden, Des Esels Kinnbacken erfassen. Jetzt Rischön-l’Ziön mit goldenen Auen, Wo er einst die Feinde geschlagen, Die unter dem Himmel, dem herrlichen blauen, Die goldenen Reben uns tragen. (Kolonistenchor): Rischön-l’Ziön, u. s. w. Bald werden vom Reicbthum des Bodens gemessen, Wo im Angesichtsschweisse wir ringen, Da soll unser rothes Rebenblut Messen, Wir trinken fröhlich und singen. In Rischön-l’Ziön, wir wollen uns freuen, Gen Himmel die Blicke entsenden, Mit Zionsliedern dann immer von neuem, Gen Jeruscholajim uns wenden. (Kolonistenchor): Rischön-l’Ziön, u. s. w. *) J. L. Schalit, der Dichter dieses hebräischen Liedes, ist ein junger Kolonistensohn aus Rischön-l’Ziön. Das Lied ■wird im ganzen Lande Jsrael, besonders aber in Risch6n gesungen. **) Rischon-l 'Zion ist auf den Trümmern von Ajün-Kärra, dem alten ßn-Köre («np.TJ’J?) erbaut. Siehe^BuchJder'Ricbter, Kap. XV, Für das in der bayerischen Pfalz zu gründende jtldinche Asyl für alte, arbeitsunfähige und alleinstehende Glaubensgenossen bittet am reichliche Spenden Dr. A. Salvendi. Druck der Joh. Wirth’sohen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft, Kainz.

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