Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 37 (12.5.1898)
- Date
- 1898-05-12
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2448857-2448892--45987-2496363- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Safed 1× ep/1046078
OCR text
94 Zur Kolonisationsgeschichte des Haurän-Landes. Von Rechtsanwalt A. Rosenberg. (VI. Fortsetzung-.*) Zur Bestreitung der diesjährigen Arbeitskosten wurde bisher jeder Tlieil mit, 25 Dollars besteuert, also im Ganzen 4000 Dollars (16 000 Mark) aufgebracht. Wegen der vorgerückten Zeit konnten nicht mehr als ca. 17 000 Maulbeerbäume und 8000 Weinstöcke angepflanzt werden, erstere aus B e i r u t und letztere von der „M a 1 a g a “-Sorte aus Rösch- Pin äh bezogen. -Ein langer, schmaler Streifen Landes von 600 Dunam Flächeninhalt, der sich inmitten des betreffenden Bodenanteils von einer Grenze bis zur anderen erstreckt, wurde für die Maulbeerpflanzung abgesteckt, durch diesen Streifen eine Mittellinie gezogen, und die Bäumchen zu beiden Seiten derselben, bei regulärer Entfernung von je 4 Metern, in Reihen zu je 13 Bäumchen eingesetzt. Ein jeder der 160 Theile soll 7 Reihen enthalten; wegen des hie und da in das abgesteckte Areal hineinrückenden Ackerbodens der Fellachen aber konnte dieser Entwurf nicht genau innegehalten werden, so dass ca. 2000 Bäumchen, zusammen mit den überschüssigen 3000, in dichteren Reihen zu einer Baumschule angelegt sind, die dazu dienen soll, erstens die in der permanenten Anpflanzung nicht gut gerätsenen Bäumchen zu ersetzen, zweitens im nächsten Jahre die offen gebliebenen Lücken auszufüllen, so dass schliesslich alle 160 Theile gleichmässig bepflanzt sein werden. Der Weingarten gilt vorläufig als Gemeingut der Gruppe, da die Frage, ob überhaupt im Haurän der Weinbau in grösserem Massstabe betrieben werden soll, noch als eine offene schwebt. Ausserdem wurden ca. 100 Dunam mit Gerste, Kleie (für Viehfutter), arabische Erbsen (Chummus) und Sesam besäet. Wie schon früher einmal im „Z i o n“ berichtet worden, lässt die N e w - Yorker „Schowe-Ziü n"-Gruppe durch ihren Administrator ihre Arbeiten nach einer Art kooperativ-genossenschaftlichen Planes besorgen, doch so eingeordnet, dass jedes einzelne Mitglied seinen Antheil leicht in natura herausnehmen könnte, um ihn eventuell auf eigene Faust weiter zu bauen. Vorläufig jedoch gedenkt noch Niemand dies zu tliun, sondern die gemeinschaftliche Arbeit soll noch 2 bis 3 Jahre andauern, und wird man dann auf Grund der erzielten Resultate über das Weitere schlüssig werden. Zu Verwaltungszwecken wurde, *) S. Nr. 668. V4 Stunde vom Dorfe Sachern entfernt, auf einer kleinen Anhöhe nahe einer Quelle ein geräumiger Gutshof angebaut, 30 Meter lang und 20 Meter breit, die Umfriedung aus 3 Meter hohen, 65 Ctm. dicken Steinmauern bestehend. — Das Steinmaterial ist in der Nachbarschaft theils in alten Ruinen, theils in durch vulkanische Aktion aufgeworfenen Steinhaufen reichlich vorhanden. Der Kalk wird von Fellachen aus dem natürlichen Kalkgestein der Gebirgsausläufer des Haurän und G1 u n s (ca, 6 bis 8 Stunden südöstlich von 8 a ehern) zubereitet und auf Kameelen herbeigeführt. Das übrige Baumaterial (Holz, Ziegel, Platten u. s. w,) wird entweder von Beirut oder von R6 sch-Pinäli bezogen. In diesem Hofraume nun wurden geräumige Stallungen, ein Magazin und kleines Wohnhaus errichtet, welche alle im vorigen Jahre vollendet wurden und längst bezogen sind. Unser Bestand an Vieh und Zugthieren besteht vorläufig aus 2 Paar Ochsen und 4 Pferden. Das Ackern wurde theils mit arabischen, theils mit europäischen Pflügen vollzogen. Die Pflanzarbeiten wurden theils von jüdischen Arbeitern aus Damaskus, R ös c h -P i näh,. Liberias und Safed vollbracht, theils von mohamedanisehen D a m a s c e n e r n und Fellachen. — Rumänisch er sei ts wurden, anfangs unter der Leitung und dem Beistände der Administration des Protektors, später selbstständig, 5000 Maulbeerbäume und 10 000 Weinstöcke angepflanzt, und zwar ausschliesslich für die 5 oder 6 am Platze sich befindenden Vorläufer des „Esräh-Miz är“- Vereins, die mit ihren männlichen Angehörigen, im Ganzen 10 oder 12, auch hie und da mit Hand an die Arbeit legten. Seitens der übrigen Gruppen geschah nichts. Einer der zwei Delegirten der Montrealer kehrte schon im November v. J. unverrichteter Dinge heim, der andere und der Cliicagoer hielten sich rath- und thatlos (sie schienen von ihren Auftraggebern keine definitiven Instruktionen zu haben) während der ganzen Arbeitssaison theils in Sachern, theils in Damaskus auf. Jüngsthin sind zwei weitere Chicagoer Delegirte in Damaskus angelangt. Englischerseits erbat sich die Du bl in er Gruppe bloss Auskünfte über die im nächsten Jahre von ihr zu beginnende Kultivirung. (Fortsetzung folgt.) , JL