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Der Israelit · 1898-05-12 · Heft 37 (12.5.1898) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 37 (12.5.1898)
Date
1898-05-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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681 den neupreußischen Provinzen, sowie in den nicht - preußischen Bundesstaaten hinsichtlich des jüdischen Religionsunterrichts an jüdischen und nichtjüdischen Lehranstalten geltenden Bestimmungen. Höchst lehrreich sind auch die in dem Anhang enthaltenen Entscheidungen von Gerichts- und Verwaltungsbehörden. Mainz. Die Zahl der Pfleglinge des Vereins zur Unterstützung und Erziehung mittelloser Waisen der Israelitischen Religionsgemeinde zu Mainz im Jahre 1897 betrug 28, ist aber inzwischen auf 31 angewachsen. Die Ausgaben haben sich gegen das vorhergehende Jahr nur um Weniges vermehrt, während sich leider die Geschenke in den letzten Jahren bedeutend verringert haben. Wenn der Verein auch seither in der Lage war, allen billigen Anforderungen, welche an ihn herantraten, zu entsprechen, so richtet der Vorstand doch die dringende Bitte an alle Mitglieder, in ihrer Opferwilligkeit nicht nachzulaflen und stets bei freudigen und traurigen Anläffen auch des Vereines zu gedenken. Der Vorstand glaubt, ohne unbescheiden zu sein, sagen zu dürfen, daß der Verein fortfährt, seine segensreiche Aufgabe in jeder Hinsicht zu erfüllen und ersucht die Mitglieder, ihm in der Ausführung seiner Mission zur Seite zu stehen, denn es gilt ein edles Werk zu fördern und auf der Höhe zu erhalten. Die Einnahmen betrugen 10,058 M., davon blieben Ueberschuß 2747 M. Aus Baden. Bisher war es uns beschieden in der Ausübung unserer religiösen Pflichten seitens unserer hohen jüd. Behörde nicht gehindert zu werden und in Ruhe konnten wir unseren religiösen Bedürfnissen entsprechen, im Gegensatz zu unserem Nachbarland Württemberg, wo manches dem Drucke von oben gewichen ist; neuerdings scheint es leider auch bei uns anders zu werden. Der Großh. Oberrath geht nämlich mit der Absicht um, ein neues Gebetbuch einzuführen, worin viele unserer schönen mton gestrichen werden sollen. Ich fordere nun meine lieben Herren Collegen dringend auf, gemeinsam eine diesbezügliche Petition, dem Großh. Oberrath unterbreiten zu wollen, vielleicht gelingt es uns, ein großes Verdienst um unsere heilige Religion zu erwerben, nh ’o. Ein Lehrer aus dem Bezirke Bühl. tf» Schwavach. Dem Rechenschaftsbericht über die Talmud-Thora-Schule (Präparandenschule) in Schwabach von Distrikts-Rabbiner L. Wißmann pro Januar 1896 bis Januar 1898 entnehmen wir: Auch in den zwei jüngsten Jahren hat Gottes Segen auf unserem Werke geruht und ist dasselbe in materieller und ideeller Beziehung gediehen. Denn mit der Hilfe des Allmächtigen und durch reichliche Unterstützung edler Wohlthäter ist es uns gelungen, nicht nur die nöthigen Ausgaben zu bestreiten, sondern auch einen Ueberschuß für das Grundkapital zu erzielen. Ebenso ist unsere Schule durch Fleiß und Gewissenhaftigkeit der an ihr wirkenden Lehrer den an sie gestellten Anforderungen in Bezug auf Erziehung und Unterricht vollkommen gerecht geworden. Die Prüfungen ergaben stets ein sehr gutes Resultat, indem die ausgetretenen Schüler des dritten Kurses theils in der israel. Lehrerbildungsanstalt Würzburg, theils im kgl. Schullehrerseminar Würzburg, sowie auch im israel. Lehrerseminar zu Köln Aufnahme fanden. Nebst dem Bestreben, die Zöglinge mit gediegenen Kenntnissen auszurüstcn, war unser Hauptaugenmerk darauf gerichtet, ihr religiössittliches Gefühl zu wecken und zu stärken. Wir waren auch diesmal in der angenehmen Lage, vielen unbemittelten Eltern durch Gewährung namhafter Beträge es zu ermöglichen, ihre Söhne dem Lehrfache zuzuführen. Gar manches rührende Dankschreiben von Eltern und Angehörigen der betreffenden Zöglinge entschädigt uns für die Mühe und Anstrengung, welche die Erhaltung und Ueberwachung der Anstalt unabweislich erfordern. Die Anstalt war von 23 Schülern besucht. Dank, aufrichtiger Dank Gott dem Allmächtigen, der uns bisher geholfen, der uns nicht entzogen hat feine Liebe und seine Treue und uns mit seinem mächtigen Arme beschützt hat. Dank, herzlichen Dank allen jenen edlen Glaubensgenoffen, welche durch Stiftungen und Spenden unser Unternehmen unterstützt haben. Innigen Dank den Herrn Rabbinen, Kultusvorständen, Lehrern und verehrt. Vereinen, welche durch Sammlungen und Zuwendungen das allgemeine nützliche Werk fördern geholfen. Besonderer Dank sei erstattet dem hochherzigen Wohlthäter N. N. in Heffen, der verehr!. Administration der isr. Kultusgemeinde in Nürnberg, dem verehr!. Studien- und Arbeitsbeförderungsverein für Israeliten in Bayern zu München, der Freien Vereinigung in Frankfurt a. M., sowie dem verehr!. Hilfsverein in Frankfurt a. M., welche auch noch einzelne bedürftige Schüler durch namhafte Zuwendungen unsterstützten. Nicht mindern Dank auch denjenigen Wohlthä« tern, welche bei traurigen und freudigen Veranlassungen unserer Anstalt in Wohlwollen gedachten und derselben oft ansehnliche Spenden zufließen ließen. Möge des Himmels reichster Segen ihnen zu theil werden, und mögen sie einen Theil des Lohnes schon in dem Bewußtsein treuer Pflichterfüllung finden! Können wir auch mit Befriedigung auf die Vergangenheit zurückblicken, so bleibt dennoch für die Zukunft noch vieles zu leisten übrig. So lange die Anstalt noch kein genügendes Kapital besitzt, so lange es noch nöthig ist, durch Aufwand sehr vieler Mühe,

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