Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 33 (28.4.1898)
- Date
- 1898-04-28
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2448857-2448888--45895-2496267- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
616 Prüfungen auf die Anfertigung und Jnnehaltung gedrungen werden." Redner betont nun die Wichtigkeit und unerläßliche Nothwendigkeit der gründlichen Vorbereitung und Weiterbildung des Lehrers, kennzeichnet die Mittel und Wege, die letztere bewerkstelligen und schildert die Hindernisse, welche ne gar oft beeinträchtigen. Des weiteren gibt Referent pädagogische Winke für Erzielung der Ruhe und Ordnung und kommt schließlich zu dem Appell: „Die neue Zeit soll uns aber nicht unvorbereitet überraschen. Wir wollen sie gerüstet und gewappnet auf unseren Posten erwarten, so daß bei den dann nothwenvig werdenden Erhebungen die damit Betrauten uns aus vollem Herzen zurufen muffen: „Ja, ihr jüv. Religionslehrer habt bei kargem Solde und kargem Brode brav gearbeitet, ihr seid eines besseren Looses würdig!" Reicher Beifall und der Dank der Versammlung lohnte den Redner für seine treffliche Arbeit. Auf Ersuchen des Vorsitzenden des israel. Lehrervereins im Großherzogthum Hessen, Herrn W er t h e im er— Heldenbergen, wird Referent diesen Vortrag aus der Hauptversammlung wiederholt hallen. Damit war die Tagesordnung in ihren wichtigsten Punkten erledigt. Sin gemeinschaftliches Mittag-- essen hielt die Kollegen bis zum späten Nachmittag beisammen. Herrliche Toaste, von denen nur die der Herren Dr. S a l f e l d—Mainz und Oppe nhe i mer—Darmstadt erwähnt seien, würzten das Mahl. Ein jeder kehrte in die Heimath zurück mit dem Gefühle, einen schönen und anregenden Tag verlebt zu haben. Auf Wiedersehen in Frankfurt a. M. Der Schriftführer: A b r. Stern—Gimbsheim. Zeitungsnachrichten nud Gorrefponvenzen. Deutschland. Hamburg, 26. April. In der am Sonntag, den 24. d. M., stattgefundenen Sitzung des Repräsentanten-Collegiums wurden die Statuten des neubegründeten Instituts „Siechenheim und Pflegestätte der D.-Jsr. Gemeinde" berathen und sestgestellt. Eine der unverbrüchlichen Grundbestimmungen ist die streng-rituelle Führung der Anstalt. Das Vermögen der Anstalt stammt aus testamentarischen Zuwendungen (Hermann und Friederike Lachmann 67,000, Joseph Schlesinger 15,000 M. u. s. w.) sowie aus einer hochherzigen Schenkung seitens des hier wohnhaften Herrn Hermann Pincus aus Schwerin im Betrage von M. 40 000. Der letztgenannte, für sich sehr bescheidene Wohlthäter, hat bereits für zwei andere gemeinnützige und wohlthätige Zwecke (Israel. Volksküche und Theresienstiftung) Stipendien für kurbedürftige Gemeindemitglieder je Mark 30,000 hergegeben. — Für die Unterhaltung des Siechenheims, für welches ein in guter Gegend gelegenes Haus mit geräumigem Garten bereits erworben ist, gedenkt man neben den Zinsen vom mobilen Kapital, regelmäßigen Beiträgen von privater Seite, und was dann noch fehlen sollte, aus Gemeindemitteln zu erhalten; auch hat die Erfahrung gezeigt, daß derartige Institute im Laufe der Zeit durch Legate ihr Vermögen und somit ihre Einkünfte vergrößern, wie sich solches bei dem jüngsten Institute (Altenhaus der D.-Jsr. Gemeinde) gezeigt, welches jetzt ein Baarvermögen von ca. 530,000 M. besitzt und weitere Aussichten auf größere Zuwendungen hat. Das Altenhaus war daher in der Lage, dem Gemeindevorftande die Vergrößerung seiner Baulichkeiten zwecks weiterer Aufnahmen vorzuschlagen und hierfür aus den obigen bei der Depositenkasse belegten Mitteln M. 100,000 zu verlangen. Diesen Antrag brachte der Vorstand dem Repräsentanten-Collegium in jüngster Sitzung zur Vorlage, welches nach Einsicht der Pläne und Bericht über den Kostenanschlag, den Antrag genehmigte. — Ueber das Lehrerjubiläum des allseitig verehrten Herrn Dr. S. P. Nathan, gedachte ich Ihnen aus naheliegenden Gründen erst nach geschehener Arbeit und Verlauf des Fe st es zu berichten. Eine Correspondenz in jüngster Nummer 32, beginnend mit „Zwanzig hervorragende Herren", kamt diese Zeit nicht abwarten; man hätte daranbeffer gethan, da doch die Freude der Ueberraschung vorweg genommen ist. imn L'vv rna, H. B. Hannover, 24. April. Am vorigen Sonntag beging Herr M. Katzen ft ein, hier, das Jubiläum seiner 25jährigen Lehrthätigkeit an der hiesigen Religionsschule. Schon Tags zuvor hatte Herr Landrabbiner Dr. Gronemann von der Kanzel herab der Verdienste des allbeliebten Lehrers um die Heranwachsende Jugend gedacht und seine ideale Auffassung des Lehrerberufs mit warmen Worten hervorgehoben. Der Jubiläumstag selbst gestaltete sich zu einer allgemeinen Sympathiekundgebung für den Gefeierten, der es verstanden hat, sich während seiner langjährigen, rastlosen Thätigkeit die Herzen Aller zu erobern. Die Wohnung des Jubilars bildete an dessen Ehrentage das Ziel Hunderter von Gratulanten. Es erschienen Deputationen der einzelnen Knaben- und Mädchenklassen, ein Comite, welches aus der Mitte der Gemeinde zusammengetreten war, sowie ein solches aus dem Kreise ehemaliger Schüler, um dem von Jung und Alt verehrten Lehrer künstlerisch ausgestattete Glückwunsch-Adressen und kostbare Ehrengaben zu überreichen. Zu gleichem Zwecke hatten sich