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Der Israelit · 1898-04-28 · Heft 33 (28.4.1898) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 33 (28.4.1898)
Date
1898-04-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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SJDLHu Jahrgang. Erste Beilage M M 33 -rs «Arrarlit". Pädagogisches. Mr. Meruerein s. 7. .7. 7." , (Provinzialkonferenz.) Am Sonntag, den 17. d. M., hatten sich in Mainz zum ersten Male die rheinhessischen Mitglieder des in der Ueberschrift genannten Vereins zu einer Provinzialkonferenz versammelt. Neben der Hauptversammlung des genannten Vereins sollen diese Conferenzen alljährlich abgehalten werden, und das erstmalige zahlreiche Erscheinen der Vereinsmitglieder erwies zur Genüge, daß die Provinzialkonferenzen begeisterten Anklang finden. Die Präsenzliste ergab die Anwesenheit von 22 Mitgliedern des Vereins; außerdem waren als Gäste die Herren Heidenheimer, im Aufträge des Vorstandes der israel. Gemeinde in Mainz, und Rabbinatskandidat David —Berlin zur Versammlung erschienen. Vor Eintritt in die Tagesordnung begrüßte zunächst der Nestor der rheinhesiischen Lehrer, Herr Marx—Alsheim, die Erschienenen mit herzlichen Worten. Er verbreitete sich in seinen trefflichen Ausführungen alsdann über den Zweck der Provinzialkonferenzen und legte in kernigen, von Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Worten die Aufgabe des Lehrers, der von idealem Streben beseelt sein muffe, dar. Wenn wir auch, so meint Redner, in Rheinheffen an Zahl wenig seien, so dürfe uns das nicht abhalten, an den Bestrebungen des Gesammtlehrerstandes mitzuarbeiten, denn — das waren seine Schlußworte — mir dk hm ‘rrc 16. Nachdem die Versammlung nun Herrn Marx zum Vorsitzenden und den Unterzeichneten zum Schriftführer erwählt hatte, schritt man zur Berathung der Tagesordnung. Zu Punkt 1 derselben: „Besprechung über die zu unternehmenden Schritte betreffs unserer Stellung" beantragt der Vorsitzende, man solle, da Vorstellungen und Petitionen bei der Regierung bisher erfolglos geblieben, sich an die Kammer wenden, indem man zunächst mit Abgeordneten derselben sich ins Benehmen setze. Herr Rabbiner D r. Lev y—Alzey steht diesem Anträge skeptisch gegenüber und warnt vor einem Vorgehen unter Hintansetzung der Regierung. Für den Antrag sprechen die Herrn Strauß —Odernheim und Salomon—Sprendlingen. In längerer Rede bespricht nun Herr Heidenh eimer den Antrag und meint, daß, wenn unter den obwaltenden Verhältniffen jetzt unsere Bemühungen auch schier aussichtslos seien, wir in denselben doch nicht ermüden dürsten. Immer und immer wieder vorstellig werden, das ist sein Rath. Die Versammlung überläßt es nun dem Vorstande, in der fraglichen Sache die nöthigen Schritte zu thun. Hierauf sprach der Vorsitzende dem Vorstande der israel. Gemeinde Mainz, vertreten durch Herrn Heidenheimer, für die durch Rath und That erwiesene lebhafte Antheilnahme an unseren Bestrebungen den Dank der Versammlung aus. Die Mitglieder bekunden ihre diesbezügliche Zustimmung durch Erheben von den Sitzen. Als Punkt 2 der Tagesordnung war ein Referat angesetzt über das Thema: „Wie kann in der Schule die nöthige Ruhe erhalten werden, mit besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse der Religionsschule und Religionslehrer." Der Referent, Herr Salom on—Sprendlingen, bot in seinem Vortrage eine solche Fülle der Jntereffanten und Beherzigenswerthen, daß wir es uns nicht versagen können, eine, wenn auch dürftige, Blumenlese hier wiederzugeben. „Ist die Erhaltung der Ruhe und Aufmerksamkeit in der Schule," so führte Redner u. a. aus, „schon bei dem in sicherer Stellung sich befindlichen, nichtjüdischen Lehrer ein Meisterstück, um wie viel mehr ist die Erreichung dieses Zieles ein solches bei dem ohne festen Rückhalt arbeitenden, den Launen und Chikanen der Vorsteher preisgegebenen und von der Gnade der Gemeinde abhängigen Religionslehrer." „Wenn es, wie in den letzten Kammerverhandlungen der Regierungsvertreter meinte, nur eine Pädagogik gibt, so kann man mit demselben Rechte behaupten, die Mittel, deren sich der Lehrer zur Erzielung von Ruhe und Ordnung bedienen muß, sind für alle Schulen dieselben. Darum denke auch der Religionslehrer nicht, die Beachtung der diesbez. Forderungen sei nur Sache des Volksschullehrers, im Gegentheil, weil seine Stellung häufig eine so miserable ist und ihm deshalb keine Autorität sichert, muß er peinlichst alle Mittel beachten, die ihm seine schwere Arbeit erleichtern helfen." „Die Erreichung dieses Zieles setzt jedoch auch voraus, daß der Lehrer an sich selbst die höchsten Anforderungen stellt und nicht planlos arbeitet. Der alte Schlendrian, das beliebte Jnsblauehineinarbeiten muß beseitigt, ein für die eigene Schule giltiger Lehrplan ausgestellt und bei Beginn eines jeden Semesters ein Lektionsplan angefertigt werden, so daß er das Ziel einer jeden Abtheilung genau kennt und diesem Ziele innerhalb der bestimmten Zeit zustreben kann. Der Stundenplan muß im Schullokal anfgehängt werden, w» solcher nicht vorhanden, da muß bei 46096354224^31

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