Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 32 (25.4.1898)
- Date
- 1898-04-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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696 bach, der in dem Dahingeschiedenen seinen intimen Freund verlor, einer der Söhne namens der Familie, dann Rabbi Kuttna aus Eisenstadt, Rabbi Friedmann aus Deutsch-Kreuz, Rabbi Grünwald aus Oedenburg, Rabbi Ehrenfeld aus Mattersdorf, Rabbi Perls aus Kittsee, Rabbi Weiß aus Simonyi, der Gelehrte I. Preßburger aus Mattersdorf. Am offenen Grabe sprach der Gelehrte Weiß namens der Preßburger orthodoxen Gemeinde. Die Gemeinden entsandten von Nah und Fern Vertreter und es dürfte die Zahl der Theilnehmer mehrere Tausend ausgemacht haben. Namentlich aus Lackenbach, Eisenstadt, Deutsch-Kreutz und Mattersdorf waren die Verehrer Alt's in großen Maffen erschienen, aber auch aus Wien und Steiermark waren Viele herbeigeeilt, um dem Heimgegangenen den Tribut der Pietät zu zollen. Frankreich.? Havre. Ein lang ersehnter Wunsch unserer Gemeinde naht endlich seiner Erfüllung. An Stelle der bisherigen Synagoge, eines äußerst bescheidenen Gebäudes im schlechtesten Theile der Stadt, wird ein würdiger Bau an einem geeigneten Platze errichtet werden, wie er der stetig anwachsenden Gemeinde entspricht. Sehr erhebliche Mittel sind für diesen Zweck von den Mitgliedern der Gemeinde und einigen guten Freunden auswärts zur Verfügung gestellt worden. England.? London. In der letzten Versammlung des Verwaltungsrathes der United Synagogue ist es zu peinlichen Scenen gekommen. Bei der Wahl zum zweiten Schatzmeister der Beerdigungskommission fiel der vom Vorstand protegirte Kandidat, S. G. Marks, gegen einen anderen, Arthur C. Franklin, durch. Darauf legte der gesammte Vorstand seine Ehrenämter nieder und die Versammlung mußte vertagt werden. Amerika. * New-Nork. (Gutmann's Legat.) Um die Rechtsgültigkeit einer Bestimmung im Testament des verstorbenen Dr. Gutmann handelt es sich in einer Verhandlung vor Richter Ruffell. Dr. Gutmann besuchte in seiner Jugend das Friedrich Werder'sche Gymnasium in Berlin und bildete sich dann zum Arzt aus, wozu ihm, dem Sohn armer Leute, Stipendien verhalfen. Er kam nach Rew-Aork, wurde erfolgreicher Arzt und starb reich an Gütern und Nachkommen. Voller Dankbarkeit gedachte er des Gymnasiums, das ihm die Lebensbahn ervffnete; sin seinem Testament vermachte er der genannten Schule 30,000 Mark mit der Bestimmung, daß daraus Stipendien für arme Schüler geschaffen werden sollten. Da er erfuhr, daß nach hiesigen Gesetzen ein derartiges Legat, welche- Generationen überdauern soll, anfechtbar sei, fügte er hinzu, daß im Streitfälle seine Wittwe das Geld erben und in diesem Falle als Nachlaßverwalterin das Geld der Berliner Anstalt zuweisen solle. Doch starb die Gattin vor ihm und Gutmann machte keine neuen, testamentarischen Verfügungen. Nun soll entschieden werden, ob das Legat rechtsgültig ist; als Parteien sind dabei betheiligt der Oberbürgermeister von Berlin, die Nachlaßverwalter und die Erben. Bis zum 1. April wurden die Verhandlungen vertagt. Rev. Osias Hochglück. > Wersonaüen. -4- Bollmerz, Kreis Schlüchtern. Am D"nn 'p raff verschied in Vollmerz nach mehrwöchentlichem Leiden Herr- Simon Levi, im hohen Alter von 82 Jahren. Gestern wurde der Verlebte unter sehr starker B-(Heiligung, auch von Auswärts, zur letzten Ruhe bestattet. Herr Simon Levi stand, nachdem die Genieinde schon 20 Jahre ohne Lehrer war, nicht nur der Gemeinde, sondern ganz besonders der dortigen mun insofern zu Diensten, daß er den Erfolg seines Thorastudiums, dem er trotz seiner steten, erwerblichen, cmgestrengten Thätigkeit mit Fleiß oblag, zum Besten gab. Die Gemeinde und man hat dadurch wirklich ihre Krone verloren. öl. öl. B. > Vermischtes. < Schrreivernühl, 15. April. Ahlwardt will, wie die „Schn. Ztg." erzählt, hier in der Nähe ein Rentengut kaufen. Der „Rektor aller Deutschen" befand sich nämlich gestern in Plöttke, um die dortigen Rentengüter zu besehen Es scheint also, daß Ahlwardt in Zukunft nicht nur Kohl reden, sondern ihn gleich selber bauen will. KeuiÜeton. Der Väter Schuld. Erzählung aus der Gegenwart. Von 13) Arnold Mann. ~~ (Nachdruck verboten.) Auf Kurts letzte Worte folgte eine Pause. Es war im wahren Sinne des Wortes ein beredtes Stillschweigen. Kurt wartete die Wirkung seiner Worte ab, und das Mädchen, von eigenthümlich widersprechenden Gefühlen bestürmt, wußte nicht recht, wie sie sich zu dem plötzlichen Ausbruch ihres Begleiters verhalten solle. Sie war ärgerlich auf sich selber, daß sie es soweit hatte kommen laffen, und fühlte, daß sie jetzt büßen müffe, was sie mit ihrem Leichtsinn und ihrer Nachgiebigkeit verschuldet. Andererseits hatte aus Kurts Worten — sei es, daß