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Der Israelit · 1898-04-25 · Heft 32 (25.4.1898) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 32 (25.4.1898)
Date
1898-04-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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594 Zettrmg-rmchrlchter» und Eorrefpondenzen Deutschland. <£ Berlin, 20. April. Zum ersten Mal wird in diesem Jahre eine jüdische Gesellschaftsreise nach dem Heiligen Lande von Deutschland au» stattfinden. Während sich die christlichen Pilgerfahrten nach Jerusalem von Jahr zu Jahr ungeheuer steigern war bisher unmöglich, daß sich gesetzestreue Juden einer solchen Fahrt unterziehen konnten, ohne sich die größten Entbehrungen aufzuerlegen. Nachdem nun im vorigen Jahre die „Pilgrimage der Maccabeaur" gezeigt hat, wie eine jüdische Gesellschaft unter genauer Jnnehaltung der gesetzlichen Vorschriften mit allen Bequemlichkeiten einer^modernen Reise den Orient besuchen kann, wird eine gleiche Tour nach besonderem Programm in diesem Herbste vor sich gehen. Gleich nach dem nim-rinvv-Fest werden sich die Reisenden in Genua vereinigen, und von dort am Mittwoch, den 12. October mit Spezialdampfer, der streng rituelle Küche führt, nach Jaffa fahren, wo der Dampfer Montag, den 17. October, früh 6 Uhr eintrifft, von wo man noch^am gleichenTage mitExtrazug nachJerusalem fährt. In der Heiligen Stadt und ihrer Umgegend werden unter kunoiger Führung alle welthistorisch- und jüdischgeschichtlich bedeutenden Alterthümer, sowie die jüdischsozialen Institutionen besonder» eingehend besucht, wozu ein fünftägiger Aufenthalt in Aussicht genommen ist. Nach einem Ausfluge nach Jericho, der Jordansmündung und dem Todten Meere wendet sich die Gesellschaft über Sedsched nach der südlichsten jüdischen Ackerbaukolonie Be,er-.T> bia h (El-Kastine), um von dort aus, überall von einem komfortablen Zeltlager begleitet, der Reiche nachLalle jüdischen Ackerbauniederlaffungen des Heiligen Lande» und des Hauran, sowie die Ebenen^Saaron und Jesreel, die Gebirge Karmel und Galliläa und die Städte Jaffa, Nazareth, Liberias, Safed und Damaskus zu besuchen, von wo sie über den Libanon sich nach Beirut wendet. Von hier aus fährt man nach Port-Said, Jsmailia, Kairo, Gizeh und den Pyramiden. Die Rückfahrt beginnt am Mittwoch, den 9. November von Alexandrien nach Neapel, wo der Dampfer am Sonntag, den 12. November und nach Genua, wo er am Montag, den 13. November wieder eintrifft. Die ganze Reise findet unter der besonderen Führung eine» hervorragenden Kenners des Orients im Allgemeinen und Palästinas und^der jüdischen Kolonien im Besonderen statt. Die gesammten Spesen der Reise pro Person (für Herren und Damen gleich) betragen einschließlich ritueller (uw) Beköstigung, Hotels, Bedienung rc. rc. in erster Klaffe insgesammt 1300 Mark, in zweiter Klaffe nur 1060 Mark, wobei sich der Unterschied zwischen erster und zweiter Klaffe nur darauf bezieht, daß die Plätze auf dem Schiffe und in der Eisenbahn in diesen beiden Klaffen gegeben werden, während die Verpflegung und die Fahrt mit Wagen im Lande die gleiche ist. Auch in den Hotels wird kein Unterschied gemacht. Da die zu dieser Sonderreise zu treffenden Maßregeln besonder» große und umfangreiche find, so ist es vortheilhaft, sich möglichst früh zur Theilnahme zu melden. Prospekte und Auskünfte ertheilt bereitwilligst Herr Dr. Heinrich Loewe zu Berlin in Jmportgesellschaft Palästina G. m. b. H. Berlin W. 56, Werderscher Markt 9, an den man sich gefälligst wenden wolle. Jedenfalls bedeutet diese jüdische Orientreise, an der sich die hervorragendsten deutschen Juden betheiligen, einen außerordentlichen Fortschritt im Hinblick auf da» wachsende Interesse unserer Stammesbrüder für die Ackerbaukolonisation im Heiligen Lande. — Zur Zeit existiren folgende jüdische Ackerbaukolonien im Heiligen Lande: Rischon-l'Zion, Wadi-Hauen, Rehobhoth, S»ra, Skcan, Katra, Beer- Tobiah, Artus, Mozah, Jericho, Petach-Thikwah, El-Jehudije, El-Chudeira, Sikron-Jaakobh, Schefeja, Tantura, Uann-edsch-Dschamal, Unna-et-Tout, Pekiin, Rosch-Pinnah, Ain-Sethine, Jeffud-hamaalah, Machanajim und Mischmar-Hajarden, sowie fünf kleinere Niederlassungen im Ostjordanlande. Hamburg. Zwanzig hervorragende Männer, ehemalige Schüler, Verehrer und Freunde des Herrn D r. S. P. Nathan versenden nachstehender Circulär: „Herr Dr. S. P. Nathan begeht am 3. Mai dieses Jahres sein fünfzigjähriges Amts, jubiläum als Lehrer der Talmud-Thora-Schule. Wir begrüßen freudig die seltene Gelegenheit, demselben unsere Dankbarkeit und Hochachtung zu bezeigen. Werden wir uns doch an einem solchen Tage dessen bewußt, daß Herr Dr. Nathan nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb der Schule seit fünfzig Jahren in vielen Kursen und Vereinen mit herzlicher Bereitwilligkeit die reichen Schätze seiner hervorragenden Gelehrsamkeit unter die Lernbegierigen ausstreut und in zahlreichen Familien den Vater, den Sohn und den Enkel zu seinen Schülern zählt. Der Vorstand der Talmud-Thora-Realschule beabsichtigt, zu Ehren des allverehrten, durch Wissen und Charakter gleich ausgezeichneten Manne», der seine volle Kraft in den Dienst der Jugendbildung gestellt hat, an dem genannten Tage zum Besten der Schule eine Dr. S. P. Nathan-Stiftung zu begründen, deren genauen Zweck zu bestimmen, dem Jubilar überlassen werden soll. Es ist ein glücklicher

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