Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 31 (21.4.1898)
- Date
- 1898-04-21
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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-^7.?or.. w «s-.v^s 580 Wir kämen nun zu folgendem Resultat: Bei jeder Vogelgattung, bei der die Hinterzehe, lei es durch Höherstehen oder Verkümmerung, sei es wegen der Lebens- und Ernährungsweise des Vogels nicht mit in Anwendung kommen kann, ist sie nir,' ysjm übrig und zurückbleibend. Ueberall aber, wo dieser Zehe irgend eine Aufgabe im Haushalte zukommt, kann ihr unmöglich die Bezeichnung „übrig" beigelegt werden. Doch ist die eigentliche Bedeutung des Ausdrucken'- „Zurückbleiben". Ich glaube, daß es mit dem biblischen ur übereinftimmt, und gleichbedeutend ist mit :12b spr uvn, 1 M. 32, 24 d’XB-h -7v 5 M. 3, 11. mTJ y» Dan. 10, 13 u. s. w. „übrig lasten", „Zurückbleiben" und zwar aus dem Grunde, weil bei all den Vogelarten mit nur ynxx stets eine znrückbleibende Zehe vorhanden ist. Denn während bei den Tag- und Nachtraubvögeln, den Spechten, den Meißen, dem Papagei, dem Kreuzschnabel u. a. bei jeder ihrer Zshenthätigkeiten die gesammte vier Zehen mit einander in Bewegung und Thätigkeit gesetzt werden, so ist bei all den übrigen Vögeln das Zurückbleiben einer Zehe bemerkbar. Ob nun die zurückbleibende ganz rudimentär ist, wie bei Hühnern, Gänsen oder ob diese Zehe und in ihrer Thätigkeit den andern gegenüber zurückbleibt, wie bei der Taube, dem Raben, dem Reiher u. a., immerhin sind es nur drei Zehen die thätig eingreifen, die vierte ist zur zurückgebliebenen, zur übrig gebliebenen Zehe geworden. Als Zehe erfüllt sie keine Funktion mehr. Führen wir nun einige, bei typischen Vogelarten, vorgenommene Untersuchungen an und zwar; A. Beim Raubvogel. B. Beim Sperling. C. Bei der Taube und v. Beim Huhn. Die ersten Beiden, wie es sich ergeben wird, sind Vögel ohne übrige Zehe, die beiden Folgenden jedoch mit nur nw. A. Raubvögel: Beim Anziehen der Muskel an der Außenseite des Fußes, genau über der Hinterzehe, werden alle vier Zehen miteinander zusammengezogen. Beim Anziehen der auf der Gegenseite liegenden Muskel, genau über der Mittelzehe, strecken sich die vier Zehen alle zugleich. Die Bewegungen der vier Zehen sind gleichmäßig, es bleibt hierbei keine zurück. B. Sperlinge: Beim Anziehen der gleichen Muskeln beugen oder strecken sich nur die drei Vorderzehen, die Hinterzehe bleibt, schon hier, zurück. Doch läßt sich beim Sperlinge die Hinterzehe durch eine mit ihr verbindende Muskel, auf die gleiche Weise in Bewegung uud Thätigkeit setzen, wie es mit den Vorderzehen auch geschieht. Im Leben kommt also diesem Vogel das Zurückbleiben einer Zehe den Anderen gegenüber nicht vor. Alle vier Zehen greifen ein, es ist keine llebriggebliebene da. Es ist kein unbewegliches Glied da. (Taube. Beim Anziehen der gleichen Muskeln sind es auch immer nur drei ihrer Zehen, die zusammen gezogen oder gestreckt werden. Von der Hinterzehe läßt sich auch bei stärkerem Anziehen kaum das Nagetglied bewegen. Es macht sich sofort das Zurückbleiben der Hinterzehe bemerkbar. v. Vögel mit kurzer Hinterzehe: Die Vorderzehen lasten sich in Bewegung setzen, die Hinterzehe jedoch ist imbeweglich. Am auffallendsten macht sich bei diesen Untersilchrlugen der Unterschied bemerkbar, welcher zwischen den beiden in der Mischua angeführten Vögeln, Raubvogel (Adler) und Taube besteht. Während der Raubvogel feine Zehen nicht anders als alle zugleich in Bewegung zu setzen vermag, bleibt bei der Taube die eine Zehe immer zurück, nur Dies verschiedene Verhältnis zwischen beiden Vögeln, wird übrigens durch die Verschiedenheit in der Bildung des Zehenbeugers hervorgebracht. Beim Sperling, wie schon bemerkt, obgleich besten Zehenbeuger dem der Taube gleichkommt und die Beugung und Streckung der Zehen nicht vereint geschieht, ist die Hinterzehe doch nicht als nunzu betrachten. Bei diesen Vogelarten aber hat die Hinterzehe so viel Bewegungsvermögen, daß sie sich zu den vorderen herbeiziehen läßt. Auch macht sich bei Sperlingen, Finken, Säugern und anderen Paserinen im Leben und in der Thätigkeit dieser Vögel das Zurückbleiben einer Zehe durchaus nicht bemerkbar. Wenn sie ihrer Zehe auch nicht bedürfen, um Beute zu ergreifen, wie die t'nruivoien, so halten sie sich jedoch damit ain Gezweige und an den Aesten, auf welche sie sich niederlassen. Eine nicht eingreifende, znrückbleibende Zehe macht sich, wie gesagt, bei ihnen nicht bemerkbar. Das weitere hierüber, in einer am Anschluß von nur später zu erklärenden Boraitha. Systematisch betrachtet, wird mit dieser Bestimmung , die doch den viel wichtigeren Merkmalen, nenn oder v’p; pp-ip das Abschälen der Mageninnenhant untergeordnet ist, eine ungemein bedeutungsvolle Trennung der Gruppen bewirkt. Es wird weiter, bei der Besprechung der Verschiedenartigkeit des Auftretens der „zurückbleibenden" Zehe, sowie bei der Besprechung der vier verschiedenen Talmudstellen, die auf nur mx Bezug nehmen, der Beweis zu führen sein, daß nur mit unserer Erklärungsweise eine der Natürlichkeit entsprechende und sachgemäße Auffasslmg der talmudischen Abhandlung möglich ist.