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Der Israelit · 1898-09-13 · Heft 73 (13.9.1898) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 73 (13.9.1898)
Date
1898-09-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1862 Erkenntniß der Einheit Gottes gipfelt (worauf die Quersumme der Zahl 46 gleich rnx Bezug haben kann) und dieses den Gesammtinhalt aller Forschung bilden muß. Analog diesem erscheint die beregte Zahl wieder in den nno mtn? irPir, den 16 hermeneulischen Regeln, wonach die Thora, wie Rabbi Jischmoel sagt, erklärt wird. Zu Eingang unserer Abhandlung stellten wir eine Vermuthung auf, woher wohl der die Zahl 18 betreffende Aberglaube stammen könne, gaben jedoch auch gleichzeitig der Ansicht Raum, derselbe sei vielleicht ein uralt hergebrachter. Möglicherweise grassirte er schon zu Haman's Zeiten, und gab den Grund für die Auswahl des Tages ab, an welchem er die Juden vernichten wollte. Tarum mag er grade einen seiner Meinung nach Unheil verkündenden Tag, den 13. des Monats dazu bestimmt haben. Auch die Wahl deS Monats Adar könnte dann der Idee Haman's gemäß dadurch begründet gewesen sein, daß der Schluß-Monat des Schaltjahre?, der auch der 18. ist, denselben Namen führt. Aber die Zahl 13 ist statt den Jebudini, dem Haman zum Verhängnis geworden. Denn die dem Verderben Ueberantworteten ordneten Fasten und Buße an, und in ihrer Noch machten sie, wie wir heute dies noch an jedem Fasttag thun, wohl van jenem Sühnemittel Gebrauch, welches der Ewige vnpv inb jenem, seinem demuthvollen Diener in der Urzeit offenbart hatte, als er vor diesem größten aller Propheten in seiner ganzen Güte vorüberzog. Sie erwähnten vor dem Ewigen die 13 Gnadenworte, die nnc mtry rPtr, und der Allerbarmer erfüllte seine Verheißung, die er seinem Getreuen einst in der Felsenschlucht gegeben hatte. Wie einstens Pharao's Ahnung und Aberglaube ihn in Bezug auf das Unheil, den Planeten njn irregeführt hatte, dem Israel in der Wüste vrcisgegeben werden sollte, so wurde Haman's so furchtbares Vorhaben, zu welchem er sich mit den Mächten der Finsterniß, dem Aberglauben, verbunden hatte und gesichert wähnte, vereitelt und das Gegentheil wurde bewirkt. Arr ihm ging in Erfüllung rncm ms m: bw nnrs bz* „E ne Grube höhlt er unv gräbt sie aus, er fällt in den Abgrund, d.n er gemacht." Auf die Ungunst der 13 halte er sein Vertrauen gesetzt, die Jehudrm aberkannten den Werth der i3Gnaoenworte des Herrn, flehten ihn an und wurden gerettet. Das Unheil, welches jener Bösewichl vielleicht gleich ftinem Vorgänger Pharao durch Ahnung und Zeichendeutung in der Zahl 13 für Iiöroel erblickte, traf ihn selbst. Und alljährlich im zwölften, im Schaltjahre aber im „dreizehnten« Monate können mir, gleichsam als Vorgänger des großen BesreiungSfestcS! nes die Freudenfeier des Purim-Tages begehen. Noch mehrfach finden wir die Zahl 13 in Verbindung mit Bestimmungen, die für das Leben des Jehudi von besonderer Wichtigkeit find. So tritt der Knabe mit seinem 13. Lebensjahre in dasjenige Alter, das ihn zur Ausübung der Pflichten unseres heiligen Glaubens verbindet, mii-omo -jn gibt zu der betreffenden Mischna-Stelle (Traktat: Aboth 21) allerdings den eigentlichen Grund zur Festsetzung dieses Alters wie folgt an: In der Thora (4. B. Mvscheh, Cap. 5, V. 6) heißt es ntrr nc”x i» v x mxn nxtsn bzc „Ein Mann (v"x) oder eine Frau, wenn sie irgend eine Sünde begehen", an anderer Stelle aber finden wir: (I. B. Moscheh, Cap. 34, V. 25. v"x n:n mx pystr npr ur rrtr inpm Es nahmen die beiden Söhne Jacob's Schimeon und Levi, die Brüder Dinah's jeder (n"x) sein Schwert. Aus dieser mir mm, diesem gleichartigen Gebrauche des Wortes u'x wird den Regeln der Hermeneutik zufolge das gebotpflichtige Alter gefolgert. Denn Levi war zu jener Zeit, als er für seine Schwester in die Schranken trat, l3 Jahre alt und wurde von der Thora »w „ein Mann" genannt, an ersterwähnter Stelle aber wird der trx, der „Mann," der eine Sünde begeht, für schuldig der Strafe bedroht, folglich muß ein Dreizehnjähliger als verantwortlich für seine Vergehungen, mithin als zu dem Gebote Gottes verpflichtet angesehen werden. Vielleicht dürfte aber auch außerdem in der Festsetzung dieses Lebensjahres die Andeutung auf den mx, zu finden sein, dem der 13jährige Knabe nun zu dienen die Verpflichtung, dem mix, der durch die von ihm verkündeten 13 Gnadenworte Jisroel seinem Volke Versöhnung für die Sünden und Vergehungen angedeihen läßt. Zum Schluffe wollen wir auch noch in Erwähnung bringen, daß der große Glaubens-Philosoph Maimonides unserer heiligen Religion die Zahl 13 insofern als charakteristisch unterlegt, als er aus unserem Gesetze 13 Glaubensartikel cipy nwbw herleitet und zur 'Nachachtung ausstellt. Nach diesen Ausführungen aber wird jeder Jehudi einfehen, daß unsere Religion nicht allein keine Veranlassung bietet, die Zahl 13 für eine „ominöse" zu halten, sondern jeder Aberglaube ihr verpönt ist. Möge aber auch unsere Darstellung das ihrige dazu beitragen, derlei irrige Ansichten dem Judenthume fern zu halten, und sie dort auszumerzen, wo sie sich eingenistet haben. Stets aber werde das Wort des Ewigen befolgt, das da lautet (5. B. Moscheh, Cap. 18, V. 13) i'pbx '7i cy rrnn c'cn „Du sollst dich an den Ewigen deinen Gott halten!"

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