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Der Israelit · 1898-04-18 · Heft 29-30 (18.4.1898) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 29-30 (18.4.1898)
Date
1898-04-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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542 der Bahre des Herrn Dr. Heinrich Heinemann s. A. von Rabbiner Dr. Horovitz gehaltene Rede vorangeht, entnehmen wir: In dem abgelaufenen Schuljahr wurden in unseren Anstalten 459 Kinder unterrichtet. Der Lehrerinnen-KursuS wurde zu einerSelecta der Mädchenklaffen in dem Sinne umgewandelt, daß Schülerinnen höherer Schulen, einerlei, ob sie den Lehrerinnenberuf erwählen »der nicht, und auch solche junge Mädchen, die bereits die Schule verlaffen haben, an dem Unterrichte theilnehmen können, der ein reiferes Verständniß voraussctzt, und den jungen Mädchen vom Gesichtspunkte ihrer allgemeinen Bildung die religiöse Weltanschauung des Judenthums darstellen und an's Herz legen will. Für die Gaben, die uns in Baar, wie in Büchern und Kulturgegenständen zu Theil geworden, danken wir herzlich. Von ersteren erwähnen wir insbesondere eine Spende von Mark 500 von den Erben des Herrn Jacob Meyer s. A. in Bonn, von letzteren ein Thoramäntelchen und eine Decke von Herrn Lazarus Klau, eine Megillah von Herrn S. Saaler, sowie werthvolle Bücher von Herren H. Löwenherz und Max Ettlinger. Herrn Jsaac Sulzbach sprechen wir gleichfalls für seine uneigennützige Versetzung des Vorleseramtes in der Westendsynagoge besten Dank aus. Wir können diese Nachrichten nicht schließen, ohne unsre Glaubensgenoffen um ihre Beihilfe auf» Dringendste zu bitten. Die Geschenke des abgelaufenen Jahres haben die Summe des vorgehenden Jahre« nicht erreicht, manches beitragende Mitglied haben wir verloren, und doch steigen die Ausgaben mit der Zunahme der Schüler. Möge unsere Bitte nicht vergeben» sein! Lauterburg i. E. Wo es das Lob von edlen Frauen gilt, die fromm und schlicht der Tugend Höhe erklommen, mit ihres Herzens goldner Saat ein Leben lang des Geistes Denkart still befruchtend, mag kargen nicht der volle Mund, ob auch der Schmerz ihn möcht verstummen machen; denn einer Theuern tönet heut zum letztenmal der Abschiedsruf, die hochbetagt und allzufrüh hinabsank, ach, ins Schattenreich de» Todes. Bi» zum letzten Athemzuge noch der großen Ahnen würdige, festerprobte Tochter, starb, beweint von Kindern, Enkeln und Urenkeln und betrauert von einer zahlreichen Gemeinde Leidtragender und Freunde, am 7. Risan d. I. Frau Babette Levy- Epstein aus Eichstetten (Baden) im 87. Lebensjahre. Nie ward der Thora Flammenwort ihr fremd, das lechzend sie als Kind schon mit der Milch gesogen. Als froh zum eignen Herd die junge Gattin zog aus ihrer Eltern gottgeweihtem Dach, ward ihres Hauses blanker Fleiß zum heil'gen Boden, darauf Liebe, Treue, Edelsinn und Glauben wacker sproßten zu der Ihren Glück. Der glatten Schmeichelrede stets abhold und gram dem Spötter und dem Frömmler auch, der gleißnerisch mit seiner Waare ging hausiren, war streng sie, wo es galt, den eignen Werth zu meffen, doch übte Nachsicht sie und war zum Helfen gern bereit, wo Armuth je an ihre Thnre pochte, und wo des Nächsten Fehl mild abzuwägen war. In ihres lautern Herzens biedrer Ecke saß schalkhaft der Humor, der auf dem Krankenbett sie nicht verließ und sie des Daseins Klippen muthig ließ umschiffen, ob auch zuweilen wild die Windsbraut in die Segel fuhr. So war gewappnet sie und ausgerüstet zur letzten Fahrt. Nun sich das Grab über die Entschlafene wölbt, weint ihr das Auge die schuld'ge Zähre nach, doch mitten durch Jammer und Klage ringt es sich stolz aus der Seele und trostreich klingt es wieder: „Wohl uns, sie war von den Unsrigen." ,'vrr rrsaun. Forbach, in Lothringen, 11. April. In Ihrem geschätzten Blatte vom 5. d. Mts., — Erste Beilage zu Nr. 37/28, — findet Einsender unter „Vermischter" eine Mittheilung von Forbach, die einer Berichtigung und weitern Erläuterung bedarf. Forbach liegt nicht im Elsaß, sondern in Lothringen. Es ist unrichtig, daß ein Gemeindemitglied beim Vorstande der Gemeinde, bezüglich der Reparatur des Tauchbads, vorstellig wurde, wohl aber sich an das israelitische Consiftorium zu Metz, dessen Vicepräsident, Herr Oberrabbiner Urp in Metz ist, wandte. Sie erwähnen ferner, daß nicht daran gezweiselt wird, daß die jüdische Behörde diesem Mißstande. betreffend: Instandsetzung des Tauchbads, bald Abhülfe verschaffen wird. Es dürfte Sie überraschen, zu erfahren, daß bis heute noch keine Reparatur vorgenommen und auch eine solche, soweit in Erfahrung gebracht, einstweilen nicht vorgenommen werden soll. Einsender will vorderhand der Zustände der jüdischen Gemeinde Forbach's keine Erwähnung thun und bis auf weiteres nur von dem Tauchbad hiesiger Gemeinde schreiben. Vor einigen Wochen hat er in Erfahrung gebracht, daß das hier befindliche Tauchbad, welches früher von Zeit zu Zeit, wie andere Einrichtungen auch, reparirt wurde, nunmehr einer gründlichen Reparatur bedürftig sei und ferner nur mit Lebensgefahr benutzt werden kann. Dieser Zustand war dem vom israelitischen Consiftorium Metz, gegen den Willen mehrerer Gemeindemitglieder, eingesetzten Vorstande, welcher momentan in Forbach nur aus einem Präsidenten und Vicepräsidenten besteht, bekannt. Die früheren Vorstände bestanden immer aus drei, fünf oder sieben Mitgliedern. Heute hat man nur zwei Mitglieder. Anstatt wie in früheren Zeiten, Reparaturen solcher Art ohne weiteres vorzunehmen und die Kosten zu bestreiten, wurde hin- und hergezögert, ohne auch nur diese Reparaturen vornehmen zu lassen. Diese Handhabe ist dem jetzigen Vorstand bekannt, da dessen Mitglieder bereits früher

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