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Der Israelit · 1898-09-12 · Heft 72 (12.9.1898) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 72 (12.9.1898)
Date
1898-09-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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M 1B40 Zeitttngsnachrtchten und Correfpondenzcn. Deutschland. IV. BeEu. Gestern hat der Gerichtsvollzieher am Moritzplatz im Cigarrengeschäft von A h l w a r d t u. Cie., Oranienstraße Nr. 144 tabula rasa gemacht. Es ergab sich dabei, daß nur leere Cigarrenkisten vorhanden waren. Der Hauswirth, der seit sechs Monaten keine Miethe erhalten hat, war nicht wenig erstaunt, als er die Wahrnehmung machen mußte, daß weder eine Cigarre noch eine Cigarette in all den Kistchen mehr zu finden war. Der Verkäufer harte sich schon vorher aus dem Staube gemacht und das Geschäft sich selbst überlasten, weil es nichts mehr gab, was des Verkaufes werth war. Herr Ahlwardt, der gern noch bis zum 1. Oktober den Laden benutzt hätte, ließ dem Hauswirth baare 50 Mk. bieten, wenn er sich bis dahin gedulde, fand aber bei diesem keine Gegenliebe. Trotzdem hat der Herr Reichslagsabgeordnete den Muth noch nicht verloren und rüstet sich zu neuen Thaten. So wollte er kürzlich in Friedeberg, seiner Domäne, ein Grundstück kaufen. Aus dem Geschäft wurde nichts. Als die Verkäuferin gefragt wurde: „Weßhalb haben Sie denn das günstige Angebot nicht acceptirt?" antwortete sie: „Der Herr Reichstagsabgeordnete machte einen nichts weniger als vertrauenerweckenden Eindruck in seinen zerrissenen Hosen!" C. Hannover, 8. Sept. Wir erhalten folgende Zuschrift: In Nr. 34 der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums", vom 26. August ds. Js., habe ich bereits meine in Nr. 33 dieser Zeitung gemachten Mittheilungen hinsichtlich des Testaments der Frau Fibermann berichtigt. Ich ergänze diese Berichtigung dahin: Ich habe mich durch die inzwischen erfolgte Vorlage von Urkunden überzeugt, daß die sämmtlichen in Bezug auf den Fibermann'schen Testamentsvollstrecker Herrn Jsaac Hirsch ausgesprochenen Behauptungen und Vermuthungen den Thatsachen nicht entsprechen. Ich wiederhole deßhalb mein Bedauern, daß ich Herrn Hirsch durch Veröffentlichung jenes Artikels in Nr. 33 der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums" eine unverdiente Kränkung bereitet habe. Dr. Siegmund Meyer, Rechtsanwalt. (Wir entnahmen die betreffende Notiz, wie auch z. ZI. angegeben, dem Hamburger Israelitischen Familienblatt. Dieselbe enthielt keinen Namen. Hätten wir gewußt, daß es sich um einen von uns so hochverehrten und um das Judenthum so sehr verdienten Mann handelt, so hätten wir gewiß der Sache im Vorhinein keinen Glauben geschenkt. Red. d. Jsr.) R V). September. (Vorläufiger Bericht.) Der israelitische Lehrerverein für das Königreich Bayern hielt hier seine Generalversammlung im Saale des Hotel Goldichmidt ab. Distriktsrabbiner Bamberger bewillkommte die Erschienenen auf das herzlichste, während Rechtsanwalt Dr. Stern die Theilnehmer im Namen der israelitischen Gemeinde begrüßte und sodann über die Stellung der Lehrer zur Gemeinde rcferirte. Vorstand Goldstein - Heidingsfeld verbreitete sich über die Stellung der israelitischen Lehrer und über die an sie gestellten Anforderungen. Dem erstatteten Rechenschaftsbericht entnehmen wir: Das Vereinsvermögen hat in diesem Jahre um fast 2000 Mk. zugenommen. Unterstützt wurden 17 Wittwen, 0 Waisen, 4 dienstunfähig gewordene Lehrer mit einer Gesammtsumme von 2300 Mk. Die Einnahmen betrugen 11,600 Mk., die Ausgaben 270" Mk. Der Verein zählt 15o ordentliche und 630 außerordentliche Mitglieder; gestorben sind drei Lehrer. An die ordentlichen Mitglieder wurde ein Appell zur Gewinnung neuer außerordentlicher Mitglieder gerichtet. Die beantragte Erhöhung der Beiträge zur Lehrerwittwenkassc fand mit großer Mehrheit Annahme. Hierauf erstattete Lehrer Mannheimer Harburg "Vortrag über die hebräische Grammatik im Religionsunterricht. Redner legte in klaren, kurzen Zügen die Wichtigkeit des grammatischen Unterrichts dar. Dem Vortragenden wurde reicher Beifall gezollt. An der Diskussion bctheiligten sich die Rabbiner des Kreises. Als Ort der nächsten Versammlung (1800) sind Nürnberg und Schweinfurt in Aussicht genommen. Ein definitiver Beschluß wurde nicht gefaßt. Die seitherige Vorstandschaft wurde wiedergcwählt. O e st c r r.- U n g a r. M o n a r ch i c. R. Pvag. (Kaiser und Rabbiner.) Anläßlich des bevorstehenden Besuches des Kaisers in der Zips wird, wie aus Budapest gemeldet wird, auch die israelitische Gemeinde dem Kaiser ihre Huldigung darbringen. Der Oberrabbiner von Käsmark wollte bei diesem Anlässe den Segensspruch in hebräischer Sprache sprechen. Da die Behörde diese eeremonielle Handlung verbot, wendete sich der Oberrabbiner direkt an die kaiserliche Cabinets Kanzlei. Er erhielt schon an dem Tage die Verständigung, daß er den Segensspruch in hebräischer Sprache sprechen könne. Schweiz. Basel, 6. Sept. (Zionisten-Congreß.) Herr Dr. G a st e r, dessen Eintritt von lautem Beifall begleitet war, hielt nachstehende Rede: „Wir begeben uns nun auf ein ganz anderes Gebiet. Eine andere Atmosphäre durchdringt das Ganze. Wir

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