Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 72 (12.9.1898)
- Date
- 1898-09-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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iiii^ IM >«WMW^MWWMW 1338 kommenste Hingebung in Gottes Willen zu bethätigen, die je ein Mensch bewiesen hat, da trat, wie der Midrasch erzählt, der Ankläger an ihn heran und sprach zu ihm: rrn« n:tr nxcS *]S p:tr p xax mn *xa p n:s Sy :S ic«? löntrS -;Srr! Welch ein Vater, der seinen Sohn, der ihm im hundertsten Lebensjahre noch geboren worden, zu schlachten im Begriffe ist? Da sprach Abraham: Eben deßhalb so!" Darauf ging, wie der Midrasch Bereschith rabbab sagt, der Satan zu Jizchak und sprach: p r;e Sy iS ic» -pntrS x:n -jS:n xrcSxx*c x „Wehe Du bedauernswerlhcr Sohn, er gehl Dich zu schlachten." Und Jizchak erwiederte: „Nun eben dcßwegen!" Und der Ankläger trat den Beiden auf alle mögliche Weise entgegen; auch als Waffer, als reißendes Wasser suchte er ihnen den Weg zu versperren, aber Abraham ging hindurch. ce: 17 cd :xa '2 apSx 'jrsyn „Hilf mir, 0 Gott!" rief er, als das Waffer ihn zu erdrücken drohte, „denn es gefährdet das Wasser mein Leben!" Und Gott half und führte sie zu ihrem hohen Ziele. Drei Tage dauerte der Weg, damit, wie der Midrasch sagt, die Völker nicht sprechen sollten, der Erzvater habe in Ucbercilung, unbesonnen gehandelt. Diese dreitägige Wanderung nun, sie ist ein Bild unseres Lebens. Die drei Tage, sie pergegenwärtigen uns die Jugendzeit, das Mannesalter und das Greisenaltcr. Die Tage der Versuchung und der Wanderung, sie versinnbildlichen uns die Wanderung auf dem Pfade des Lebens und die Versuchungen, denen wir zu widerstehen haben. Die Erziehung der Jugend ist es, die uns unsere heilige Religion aufs dringendste ans Herz legt. „Du sollst sie einschärfen, die Gebote, Deinen Kindern!" Es ist ein Hauptgebot der Thora, ein Hauptgrundsatz des Judenthums. Vom zarten Alter an soll der Vater den Knaben führen, soll ihm ein Leiter sein durch die vielen Versuchungen des Lebens und ihn tränken aus dem lautern Borne des Waffers der Erkenmuiß. Denn nur durch Erkenntniß der Tiefen unserer heiligen von Gott geoffenbartcn Lehre wird er den Berg des Herrn erreichen, der da erhaben ist über den Niederungen der Erde, der da höher ist, als alle Berge menschlichen Erkennens und irdischer Weisheit. Und die Gesetze, die uns von der ewigen Vorsehung aufgetragen sind, sie bereiten schon dem Knaben Schwierigkeiten und dem Jüngling legen sie vollends Mäßigung auf. Da treten nun die Forderungen des alltäglichen Lebens an uns heran; der Sohn soll für die Welt gebildet werden, das heißt erzogen nur für die kurze Spanne Zeit irdischen Daseins, er soll erhaschen lernen Güter und Schätze und eine Stellung einnehmen und sich bewegen unter der Menge. Da tritt der Verführer an den Vater heran und spricht mit listigen Worten: Wie willst Du zum Opfer bringen das Lebensglück Deines Sohnes und ihn absondern von seinen Altersgenoffen durch die strengen Gesetze eines alten Glaubens? Warum ihn plagen mit dem aufreibenden Studium der Thora, da doch das Leben schon genug der Anforderungen an ihn stellt? Den Sohn, der Dir im Alter eine Stütze sein soll, laffe ihn doch genießen, damit er erstarke, und gönne ihm Zeit und Muße, damit er sich kräftige, um später um so emsiger wirken zu können! So redet der Verführer. Der fromme Vater aber antwortet: p r:a Sy. Gerade deßhalb soll er das Joch des Gesetzes auf sich nehmen, gerade deßhalb soll er leben nach Gottes Geboten. Frei soll er werden von den Feffeln irdischen Selaventhums, erhaben werde sein Blick und ausgethan ihm die Fernsicht in das Unendliche, dann wird er Halt gewinnen, wenn an ihn herantreten die Leiden und Mühseligkeiten dieses Lebens; daun wird er Hoffnung und Trost finden, auch wenn die Wogen des Schicksals sich hoch aufthürmen um ihn, dann wird er Dank wissen denen, die ihn gezeugt und ihn unterwiesen in den Lehren der Erkenntniß! und in Liebe zu den Eltern und den Vorfahren wird er auf festem Grund getrost weiterbauen und unerschüttert stehen in allen Zeiten der Gefahr. Und wenn die Gottlosen wanken und von Kummer verzehrt werden ob der heranstürmenden Macht ungünstiger Zeitverhältniffe; wenn die Zweifler vergehen, und ihre Gesundheit und ihr Erdenglück zerstört wird durch Sorgen und Angst, erblühen wird der Mann, der gefestigt ist durch den Glauben und, geringschätzend die materiellen Verluste, in höheren Idealen sein Heil erschauen und seine Wonne finden. Wenn aber dann der Versucher an den Jüngling herantritt und ihm die Frage vorlegt, warum er sich entsagt die Freuden des Lebens; weßhalb der Vater ihm wohl auferlege, all die Lust und das Vergnügen zu meiden, welche ihm von der goldenen Jugendzeit dargeboten wurden, was wird der Jüngling da antworten? — Ach. wir hören und sehen eL so oft, wie der Versucher gar großen Erfolg erzielt; draußen, entfernt vom Hause des Vaters vergißt der Sohn, der nicht gefett ist durch die Kraft der heiligen Thora gegen die Verführung, alle jenen edlen Regungen, die ihn im Elternhause zur Gottesfurcht augetrieben haben. Aber der fromme Sohn, der durch die Heiligkeit der Lehre geweiht worden, wenn an ihn der Versucher herantrilt und fragt: Warum ladest du dir solche Bürde auf? Er gedenkt liebend seiner Ellern, die ihn genährt haben mit der Frucht des Lebensbaumes, p r;o Sy Weil ich leben will, weil ich verachten lernen will die Wechselfälle des Lebens, eben deßhalb verachte ich den eitlen Tand und stehe fest und erhaben im Vertrauen auf einen gütigen Gott, der mich führt über die Abgründe