Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 27-28 (5.4.1898)
- Date
- 1898-04-05
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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516 Rabina ist der ältere Rabina gemeint, durch den Gleichklang der Namen wird aber auch auf den jüngeren Rabina, den Letzten des Kreises des Rab Aschi hingedeutet. Unter den Zeitgenossen und Nachfolgern der Rab Aschi ist der am meisten Hervortretende, Rabbah Tosphooh (nxewn rra*», der seinen Namen daher hat, weil er mit seinen Collegen die erläuternden Bemerkungen zum Talmud hinzufügte. Nach diesem Rabba Tosphooh führte Rabina der Jüngere noch ein Jahr daS Rektorat der Hochschule von Sura und starb im Jahre 4234—35 der Weltära d. i. 474—475 der gewöhnlichen Zeitrechnung. Da- Rektoratsjahr und Todesjahr des Rabina des Jüngeren ist als die Zeit des Abschlusses der Redaktion des Talmud zu betrachten. Bis jetzt nahm man durch einen Schreibfehler im Sendschreiben des Rabbi Scherira Gaon irre geleitet, an, Rabina II. sei im Jahre 4260 (500) gestorben und dieses Jahr nennen deshalb als die Zeit des Abschlusses des Talmud noch alle neueren Lehrbücher. Nach Rabina II. beginnt das Zeitalter der Saboraim, das sich über 115 Jahre erstreckt (nicht wie bei Grätz 40—50 Jahre) Die Eaboraim sind in zwei Klassen zu theilen. Die früheren heißen die erklärenden Saboraim, cxiÄv nenovi) die späteren einfach die Saboraim. Seit Rab Aschi'- Tod, war in der Hauptsache die Redaktion des Talmud abgeschlossen. Seine ihn überlebenden Zeitgenossen, sowie die erste Klasse der Saboraim, haben dem Umfang nach nicht einmal ein Drittel eines mittleren Talmudtraktats dem ganzen Talmud hinzugefügt. Sie Alle fügten zum großen Theil nur Traditionen von Rab Aschi und der früheren Amoraim hinzu, sie haben uns dessenungeachtet durch ihre Thätigkeit einen sehr bedeutenden Dienst geleistet, indem sie uns er-' möglichen, durch ihre Hinzusetzungen die talmudischen Abhandlungen in ihrer ganzen Tiefe zu erfassen. Die zweite Klasse der Saboraim hat nur Aeußerliches und Formalehinzugefügt. Der eigentliche Abschluß de- Talmud, so wie wir ihn vor uns haben, erfolgte in der Zeit des Rabbi Jose von Pumpedita, ungefähr 40 Jahre nach Rabina d. I., also um 4276 (515). Während der einjährigen Rektorat» Rabina II hatten in Sura und dem nahegelegenen Bagdad (Babel) grausame Verfolgungen stattgefunden. Die ersten Lehrer und Vorsteher wurden in» Gesängniß geworfen und hingerichtet. Sura bot nach diesen Ereignissen nicht mehr die genügende Sicherheit, um Vorort de» Talmudstudiums zu sein. Nach dem Tode de» letzten Amora Rabina II wurde deßhalb Pumpedita Vorort. In Pumpedita herrschte Ruhe und Sicherheit für die Juden. (Sehr viel zum Verständniß der schlimmen Schicksale, welche auch im Reiche der Neuperser die Juden trafen, wird die Auseinandersetzung Halevy's beitragen, daß die verschiedentlichen Verfolgungen in Babylon im Unterschied von denen in Palästina unter Hadrian und ConstantiuS nie Gesetz und Nation zugleich bedrohten, auch sich nicht über das ganze Reich erstreckten. Selbst, wenn der neupersische König ein Judenfeind war, so schützten die Provinzialbehörden die Juden; und umgekehrt fanden sie oft Schutz beim König, wenn die Beamten oder das Volk ihnen feindselig waren. In der Stelle im Sendschreiben des R. Scherira Gaon ««w 'Lwvrrb '«-ivr 'J2 rapinw fern X7is>i2'2 bnon»» retpn ist nach Halevy's überzeugenden Nachweisen nur die Stadt Babel, Bagdad, und nicht das ganze Land gemeint.) Die ersten Saboraimgeschlechter schloffen in Pumpedita den Talmud ab und schrieben den Talmud auch nieder. Es scheint nämlich, daß auch nach Rab Aschi der Talmud mündlich überliefert wurde, bis dann die „erklärenden" Saboraim den Talmud niederschrieben. Während des Rektorats des Rabbi Jose in Pumpedita wurde die Redaktion und die Niederschrift des gewaltigen Werkes vollendet, und das meint N. Scherira Gaon mit den Worten K-rcbr, e"jicki nxirr n'orai 'dv "1 “jbiz rrvD'i. Setzen wir hierher die herrlichen Bemerkungen im Dorot Harischonim über die Redaktion von Mischna und Talmud. '2 twoa nnnn xi-p ruruna sbo: ~a~ nrz cxn wm rnn 'v2n bz pspa nvv: •mbn'i mven im» i2i bz , -iyn '7i2 62 "issr vxzz cnn d'ö’2 nay irr»x nnx mpaa "na7nn utw , twiprr 1T21 bw unn apoa n:von irro 12V"1 16 o’eiE>2 tx th ith '22N bz& xroz wx 21 bxx inowni xiiO2 v:i»6 *.twsw >'2' mtr va’2 12W xnnaeis tan or wob 2",i2m B*tpn ravia nr inxi irr ottn 1?td2 ♦Tjnn ip'p tk nnw xmaaica bzn „Wir sehen darin eine wunderbare götttidje Fügung, daß Alles was zur Redaktion der Mischnah und des Talmud gehört, durch die an einem Orte versammelten Gelehrten der Zeit vorgenommen wurde. Und zwar stand der betreffende Ort jedesmal an der Spitze aller anderen Versammlungsorte. Die Redaktion der Mischnah im Versammlungsorte Rabbi Judas d. Heiligen, die Redaktion und der Beschluß des Talmud bei R. Aschi in Sura. Alle zeitgenössischen Gelehrten ordneten sich dem Rab Aschi unter und saßen vor ihm. Auch diejenigen Gelehrten, welche bei seinem Leben und nach ihm Schulhäupter in Pumpedita waren, waren in Sura anwesend und benahmen sich bei der Redaktion de» Talmud ihm gegenüber wie Schüler. Später war die Niederschrift und der letzte Abschluß des Talmud in Pumpedita, das zur Zeit der Hauptversammlungsort war." Wir haben im Obigen nur in großen Zügen dar Wichtigste von den Ergebniffen der Forschungen Halevy's zusammengestellt, Dinge, welche in Zukunft in keinem Lehrbuch der jüdischen Geschichte werden fehlen dürfen. Wir haben noch kein Wort gefunden