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Der Israelit · 1898-03-31 · Heft 26 (31.3.1898) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 26 (31.3.1898)
Date
1898-03-31
Page
– (sequence 25)
Language
German
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für lWrthodoxe MuderrthulW |<WNA O S E S QV~ 31 Marz18S8.^ UMS •r«s WLM ■:.y '- Mn einem Mrew-Meßach. JugrnLermnerungkn von Ben-Ami. (Aus dem Russischen.) Es war am Rüsttage des Peßachfestes, um zehn Uhr Morgens. Wir hatten soeben unser frugales Frühstück beendet; es bestand aus Brod, welches wir bei einer unserer Nachbarinnen entliehen, das in einen salzigen Saft, worin Gurkenscheiben schwammen, getunkt wurde. Ich muß gestehen, daß auch diese Tunke bei derjelben Nachbarin geborgt war, die ihren Gurkenkrug bis auf den Grund geleert hatte, um nicht über die Feiertage Chomez zu bewahren. Am Erew-Peßach ohne Brod zu bleiben, das kennte auch einer wohlhabenden Famrlie passiren, und e? war nichts Beschämendes darin, bei einer Nachbarin welches auszuleihen. Wir hatten unser Mahl im Hausflur verzehrt, wobei uns ein Brett als ein provisorischer Tisch diente, worauf man das ganze Jahr Teig knetete. Jetzt kratzte meine kleine Schwester dieses Brett mit einem Messer ab, wobei sie alle Kräfte aufbot. Unfern bereitete die andere Schwester einen Brei aus gelben Thon, womit der, natürlich ungedielte Fußboden, zu Ehren des hehren Gastes überzogen werden sollte; ich und mein kleinerer Bruder weilten jetzt auf dem hinter unserem Hause sich ausdehnenden Platz, wo nun allerlei Geräth, Krüge, Tische, Sessel und dergleichen mit siedendem Wasser gekaschert wurden. Unseres Amtes war es, die soeben gekascherten Gegenstände zu überwachen, bis sie die Sonne getrocknet. Einige Schritte weiter gräbt mein Vater eine kleine Höhlung, um das Chomez darin zu verbrennen, das an einem Holzlöffel mit einem weißen Leinenfetzen umwunden, daneben liegt. Draußen weht ein starker Westwind, aber es ist gleichwohl nicht kalt. Leichte, weiße Wölkchen schm ben am Himmel und verhüllen zuweilen die Sonne, sobald sie aber vorübergeflogen sind, sendet sie wieder ihre wundervollen Frühlingsstrahlen hernieder, die bis zu Herz und Seele wärmend eindringen. Besonders angenehm ist es hinter unserem Hause. Hier ist ein breiter und vor dem Winde geschützter Rauin, und die Sonne wärmt hier doppelt; während es ringsum feucht uno sumpfig ist, ist hier der Boden bereits ganz trocken, auch Gräser und Blümchen blühen schon. Meine kleine Kinderseele überläßt sich ganz der doppelt freudigen Stimmung, die aus der Erwartung des herrlichen Festes und des herannahenden Frühlings fließt. Ich bin darüber so glücklich, daß ich fast ganz einer anderen Freude vergesse, die mich heute erwartet, un die seit langem keinen Augenblick aus meinen Sinnen gewichen ist. Sobald sich die Mutter wegwendet, beginne ich mein liebstes Spiel, nämlich auf einer der Stangen, welche die Hinterwand des H,use stützen, von oben herab zu Thal zu fahren. Dann klettere ich auf eben dieser Stange auf den Boden, stecke den Kopf durch eines der viel-.n Löcher im Dach und rufe laut eines meiner Geschwister beim Namen. Der Gerufene sieht sich nach allen Seiten um, ohne zu wifleu, wer ihm ruit. Dann gebe ich mich zu erkennen, und laste mich, ob meines Kunststückes weidlich bewundern. Von dieser erhöhten Lage aus, kann mein Auge die ganze Gegend umfassen. Dort in der Niederung dehnt sich eine weite Ebene von grünenden oder schwarzscholligen Feldern, die der Pflug soeben durchfurcht. Weiter

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