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Der Israelit · 1898-03-28 · Heft 25 (28.3.1898) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 25 (28.3.1898)
Date
1898-03-28
Page
– (sequence 3)
Language
German
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469 die Art dieser Geschichtsforschung, Worte, die kein Leser als unbegründet zurückweisen kann. Die Geschichtsquellen, die Herr Halevy benutzt, sind jedem zugänglich, sie sind aber bis jetzt so ungenügend herangezogen worden, und in solchem Maße vernachlässigt worden, daß er fast als ihr Entdecker und daher als neuer Pfadfinder erscheint. Die Geschichtsquellen des Buches Dorot Harischonim sprudeln für jeden, es sind dies vornehmlich der ganze Talmud und das vielgenannte, doch bis jetzt mit nur wenig Aufmerksamkeit gelesene Sendschreiben des Rabbi Scherira Gaon. Wir sagen der ganze Talmud, denn bis jetzt ist fast nur der agadische Theil des Talmud für die Geschichte nutzbar gemacht worden, der HaupttheU des Talmud, die halachischen Partien, stellte wohl der Bequemlichkeit der Forscher zu große Schwierigkeiten entgegen. Es ist dagegen staunenswerth, wie Herr Halevy in all den weiten Räumen des Talmud zu Hause ist, wie sein geschärfter Blick allüberall geschichtlich Merkwürdiges findet, und in welcher Weise er seine neuen Funde zu verwerthen weiß. Was das Sendschreiben des Rabbi Scherira Gaon betrifft, so liest sich an vielen Stellen das Dorot Harischonim wie ein lichtvoller Commentar zu diesem unschätzbaren, historischen Aktenstück. Ueber einen Theil der Resultate des Werkes, die blitzartig Licht tragen in bis jetzt dunkle Fernen und die oft unserer Literaturgeschichte ganz neue Bahnen eröffnen, berichten wir s. G. w. in einem weiteren Artikel. Für heute wollen wir nur einige Urtheile unseres Verfassers über zeitgenössische Forschung und Forscher bringen. Seite 20 heißt es über Weiß: a'Ovnn B’"!BKjn nf?xa B'nan bv aaine* paai jrrn bin WBnw 12BT12 *rcxn [0 a’C^p p*l nw C^b pX J1ÖX2: pnpm xte xmpn bv "pai mn mt>x baa 2:nab nnn: ni^ab xan ar ax '2 a’pnpna px wx dwi 'ib ynn '2 :nnx nnxn mb “oa psnn pxi mnx pp~'2 px arn^ xan bax ♦ acsyo rnxa xbi mna „Aber der Kundige und Einsichtsvolle staunt, daß solche Dinge gesprochen und gedruckt werden dürfen. In Wahrheit haben sie keine Begründung und find nur auS der Luft aufgefangen, indem er (Weiß) dachte, daß er schreiben dürfe, was er Lust habe, im Vertrauen darauf, daß es der Leser mit ihm nicht genau nehmen werde. Denn Zeiten find für uns gekommen, wo man es nur genau nimmt mit demjenigen, der aufbauen will, wer aber einreißen will, bei dem untersucht man nicht und verlangt von ihm weder klare Beweise noch richtiges Abwägen." Ueber Grätz lautet eine der mildesten Bemerkungen S. 30: ‘pxit?' 'ja1? c’osn nan nx mn aipoa b ana pn: Bann bjöx . ampan w bv xto nab iitan v bv „Doch der Gelehrte Grätz schreibt an dieser Stelle seine jüdische Geschichte nur nach seinem Belieben und nicht nach den Quellen." Ein weiteres Urtherl S. "2. aaaya nirnv' nav uatrx npirA anb nbw nei no:xa np' anrn a: ma ynanb urw /v pyaa avun bv .B'bro “imn anam „Und was sollen wir mit den deutschen Forschern machen, die Grundsätze aufstellen, indem sie mit flüchtigem Auge über die Thatsachen hinweggehen und dabei über das der Nation Theuerste und über die größten Dinge entscheiden wollen." Wir nehmen aus der Fülle der verurtheilenden Sentenzen nur noch folgende S. 110: ■pn nx bst bao awb bxia" ncvnb nyn nxa aaa n:a2rb aaawb bax:n'aa b aibn' aibn wx na»xi rcnvvn njn xa' ox a txi pjyn nx a'-nacn nrnan nvxn ann: n'C'bnc bax xnnyoi? a"nan *]:o’ ’;e m baa iax' nprn a’n;yn bzbcb pi ib'im abirb fptno ian xm xb nwn . bvayrn pyn -pna ax'anbi „Längst ist die Zeit für die jüdische Wissenschaft gekommen, durchaus das System der Hypothesen zu verlassen. Wer einen Traum weiß, soll ihn für sich zu Hause austräumen. Von denjenigen aber, die der Oeffentlichkeit etwas übergeben wollen, von diesen verlangen wir klare Beweise, welche die Thatsachen klarstellen. Wenn dann ein Kollege kommt und ihn widerlegt, wird man trotzdem sagen, die gemeinsame Arbeit bringt den Lehrsatz zur Erledigung. Durch Träumereien und Hypothesen jedoch ist noch nichts Richtiges in die Welt hinausgegangen, sie tragen nur dazu bei, die Thatsachen zu verwirren und sie in Gewölk und Finstcrniß zu bringen." Wir schließen uns diesen Worten des Herrn Isaak Halevy voll und ganz an. Er ist schon längst Zeit, daß die sogenannte jüdische Wissenschaft im besten und schönsten Sinne umkehre. Das Werk Dorot Harischonim begrüßen wir mir freudiger Anerkennung als den Beginn einer Umkehr zur Wahrheit. — ES muß doch Frühling werden. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten nud Carrefpondenzen. Deutschland. 8. Berlin, '24. März. Vor einigen Wochen wurde au dieser Stelle eine Entscheidung des Ober- Verwaltungdgerichts über die Frage mitgetheilt, ob der Austritt eines jüdischen Familienvater» au« der Synagogen-Gemeinde auch den Austritt seiner Frau und Kinder in sich schließt. Die Begründung des zur Verneinung gelangenden Urtheils liegt nunmehr in: Wortlaut vor und dürfte angesichts ihrer prinzipiellen Wichtigkeit auch außerhalb des Kreises der Rächstbetheiligten von Interesse sein: „Zu den Abgaben der jüdischen Gemeinde in

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