Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 24 (24.3.1898)
- Date
- 1898-03-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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448 denselben den Unterlieutenant DavidSamaja (Israelit) vom IX. Florentiner Lanciers-Regiment als ein Muüer von Bravour und Heldenmuth vor, da derselbe im vergangenen Winter tapfer gegen die Derwische in Afrika gekämpft hatte. Zugleich überreichte er dem Helden die silberne Tapferkeitsmedaille. Nach der Revue gaben die Offiziere des genannten Lanciers-RegimentS zu Ehren ihres dekorirten Collegen ein Dejeuner. Türkei. 8 Salonichi, 11. März. Wie unser türkisches Amtsblatt meldet, hat der hiesige Staatsbeamte, Ben Heijim Effendi, von der Regierung die Erlaubniß erhalten, hier ein Wochenblatt in französischer und hebräischer Sprache erscheinen zu lasten. Dasselbe wird heißen: „Le Progrfes de Salonique“ („Salonichis Fortschritt") und soll es immer am Donnerstag erscheinen. Ein jüdisch-spaniolisches Blatt besitzen wir schon, das aber zumeist nur von der älteren Generation gelesen wird. Nun erhalten wir ein Blatt, das auch unsere Jugend, besonders unsere Töchter, die schon längst das Französische dem Jüdisch- Spaniolischen vorziehen, recht gerne und hoffentlich auch fleißig lesen wird. Weretrrsnachrtchten. Basel. Vergangenen Samstag hielt in unserm „Jung-Zion" Herr Dr. Hausmann einen mil sehr lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag über „Die Bedeutung der hebräischen Sprache für die Gegenwart." Von der allgemeinen Stellung der hebräischen zu den modernen Sprachen ausgehend, zeigte der Redner in einstündigem Vortrage, daß es zum Verständniste sämmtlicher jüd. Schriften, sowie zur Gewinnung eines regen Interesses an denselben in erster Linie nöthig sei, die Sprache der Väter in ihrer Grammatik zu studiren. Ueber den geistvollen Vortrag, dem bald andere folgen sollen, entwickelte sich eine rege Diskussion und unter dem Jubel seiner einstigen Schüler fand sich der geehrte Herr bereit, in unserm Vereine den Unterricht in hebr. Sprache, in Geschichte und Literatur leiten zu wollen. Da aber unsere Bibliothek noch klein ist, beschloß man, sich an d'.e werthen Leser Ihres geschätzten Blattes zu wenden mit der Bitte, uns zu genanntem Zwecke geeignete Bücher zukommen zu lasten. Seien dieselben zum Voraus unseres herzlichen Dankes gewiß. Gefällige Sendungen bitte man zu adressiren: An den Sekretär des „Jung-Zion" Austraße 104, Basel. Anmerkung der Red.: Wir würden den Herren empfehlen, sich auf einige hebräische Zeitschriften zu abonniren, dieselben bringen fortwährend die im „Israelit" erscheinenden Erzählungen, in's Hebräische übertragen. Die Lektüre und der Vergleich deS deutschen Originals mit der hebräischen Uebersetzung bilden eine vorzügliche Sprachübung, namentlich für Erwachsene. Die hebräische Uebersetzung der jetzt im „Israelit" erschienenen Erzählung: „Säen und Ernten" von Dr. Lehmann gelangt gegenwärtig in der in Jerusalem erscheinenden Zeitschnst „Habazeleth" in hebräischer Uebectragung zum Abdruck. Auch fast sämmtliche übrigen Lehmann'schen Erzählungen sind in die heilige Sprache übergegangen und bei der Buchhandlung von Faust in Krakau, um geringen Preis zu haben._ Personalien. Raab, Anfangs März. Der unerbitliche Tod hat unserer isr. orthodoxen Gemeinde einen ihrer treuesten Diener entrissen. Herr Braun, Lehrer unserer Volksschule, ist dieser Tage nach fünftägigem Krankenlager sanft verschieden. Nahezu dreißig Jahre war der Verblichene an unserer Schule thätig. Diese lange Zeit ist voll von Pflichttreue, Pflichteifer und ernster Arbeit. Zahlreichen Schülern und Schülerinnen hat er die Elemente des Wissens und der Religion beigebracht und beides in einer Weise, die den echten Lehrer kennzeichnen. Das war er durch und durch. Mit jeder Faser seines Herzens hing er an seinem Berufe. Die Schule war sein Heim. Hier unter der Schaar seiner Kleinen fühlte er sich wohl. Weder materielle Sorge, noch körperliches Leiden vermochte da einzudrtngen und die frohe Stimmung, die durch die stete Freundlichkeit des Lehrers, durch sein freundliches Auge, seine herzlichen Ermunterungen und seine mit kindlichem Witz gewürzten Mahnungen stets von neuem angefacht wurde, konnte durch nichts getrübt werden. Alle, die den guten Menschen kannten, bewahren ihm ein treues Andenken! rD"OP ura L. K. Vermischtes. Altena lWestf.), 13. März. (Verspätet). Purim, der nnostn nntPD uv, der selbst dem ganzen Monate den Stempel der Freude aufdrückt, hat uns diesmal eine nichts weniger als freudige Ueberraschung bereitet. Am Nachmittage dieses Tages besichtigte nämlich eine städtische Baukommission unser Gemeindegebäude, welches Synagoge, Schullokal und Lchrcrwoynung enthaltend — schon lange sichtbare Spuren zunehmender Altersschwäche bemerken ließ. Dieser Besichtigung folgte zwei Tage später die polizeiliche Schließung des Gotteshauses, während das Verbot der Benützung der übrigen Räume in absehbarer Zeit Nachkommen dürfte. — Traurige Gefühle, trübe Empfindungen und schwermüthige Gedanken brachte daher der ms 'S nuttf für alle Besucher des Gottesdienstes, der vorläufig — auf wie lange? — im Schullokale abgehalten wird, sprach doch aus aller Mienen nur zu deutlich die Sorge um die Zukunft! Unsere kleine Gemeinde sieht sich vor die Rothmcndigkeit gestellt, unter allen Umständen einen Neubau aufzusühren, ohne im Besitze irgend welcher Mittel zu sein! — Wie wird sie das ermöglichen könnend Unter solchen Verhältnissen konnte man wahrlich keinem der sonst innig, andächtig und aufrichtig Betenden anmerken, daß der Monat, nrm'P piDttf, längst seinen Einzug gehalten; ja, manchem fiel es schwer, die hervorquellenden Thräncn zu verbergen, diese sichtbaren Zeichen der Trauer darüber, rvaa irnuin nwy} D’?o» upun Vpy iDttf {«npJtC' ampn. Wer wird an den bevorstehenden 0’31D D’D’ herzinniger als wir beten: nPnnaa qn’3 rua mpra unntn man utnrn uod py ynvd jjou