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Der Israelit · 1898-03-24 · Heft 24 (24.3.1898) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 24 (24.3.1898)
Date
1898-03-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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444 In sjk “jb setzen wir diesen Gedanken sort. Was kann der Sklave seinem Herrn geben, was das Geschöpf seinem Schöpfer? Das ganze Weltall, und was es füllt. Dir, o Gott, gehört es, und was sich nur irgend finden und denken läßt "f? Dir gehört und wieder Dir gehört es. Und wir sollten stolz sein auf die Lobpreisungen, die wir Dir geweiht, auf die Pflichten, die wir erfüllt? Auch wir, die wir nur verschwindende Theilchen des unbegrenzten Weltalls sind, wir gehören ja ganz Dir und sind Deine Geschöpfe. Aber nun, nachdem wir den Abend im Gottesdienst verbracht haben, möchte jemand glauben, jetzt sei es an der Zeit irgend einem anderen Wesen Lob und Preis zu weihen, -fb '2 lautet im Anschluß an das Prophetenwort des Jirmijahu die Zurückweisung dieses Gedanken nnr ’p» Nur Dir allein o Gott gebührt es. Was gibt es, daß nur irgendwie mit Dir verglichen werden könnte? Mit nAsvn *p schließt der kurze Hymnus und wir verstehen durch die vorhergehenden Worte erst, was Königthum und Königswürde bedeutet, wenn diese Worte in Bezug auf Gott gesagt werden. Was wir an diesem Abend berichtet, alles was wir jubelnd gesungen haben, es erzählt uns von der Allmacht Gottes. Allein wenn uns in unserer Festesstimmung Raum bleibt, über das traurige Schicksal des jüdischen Volkes nachzudenken, das schon Jahrtausende hindurch weit mehr dunkle als Helle Zeiten erlebt, wenn sich unser Blick nach den Tempeltrümmern auf Moriah richtet, dann suchen wir in unserem Schmerze nach Beweisen der Allmacht Gottes in der Gegenwart. Gleich Jirmijahu und Daniel wird es uns schwer, in die uns umgebende feindliche Welt hinauszurufen die Worte: *nym man die Worte der uralten Benediction des Moscheh. Unser Festgedicht zeigt uns nun die vV'vrr a»pnat cnaA ,Dpw, die Frommen, die Kenner des Gottesgesetzes, die Gerechten und Vollkommenen. Diese Edlen finden zu allen Zeiten und trotz aller Prüfungen, gleich den Männern der großen Synagoge, den rArun r.D» nwx, die das schwache Israel lehrten, seinen Erhalter inmitten furchtbarer Feinde alltäglich dreimal als als groß, mächtig und furchtbar zu preisen, Worte, in welchen fie die allumfassende Macht Gottes begeistert schildern. Sie alle huldigen dem Weltenherrn mit nsSean p> p> '2 -p /p p;* p>. Aus Himmelshöhen antworten ihnen die Schaaren der heiligen Engel, welche die Boten des göttlichen Willens sind, und welchen der Allmächtige seine Geheimnisse offenbart, mit denselben Worten des gewaltigen Preisliedes der Allmacht Gottes. Beide Chöre, die der engelgleichen vollkommenen Menschen, und die der heiligen Himmelsbewohner, sie preisen nicht nur die Macht Gottes als König (naAaa), sondern sie sehen die Herrschaft Gottes auch in der Halachah, im Gottesgesetz. «Awa n*nprA A px ans sto bi« nsbs nAn iw was n rrbrr. „Vom Tage an, da der Tempel in Trümmer fiel," sagen unsere Weisen bi, „hat der Heilige, gelobt sei Er, in Seiner Welt nur den Raum, in welchem man sich mit der Halachah beschäftigt." O, das Bild der Allmacht Gottes, auf Erden der Tempel, der dazu bestimmt war, daß Israel und die Geiammtmenschheit dort mit Opfergaben huldigend nahte, dieser heilige Tempel, wegen unserer Sünden steht er heute nicht mehr und noch nicht. Es gibt aber noch Stätten auf Erden, wo sich ohne Falsch Menschen zum lauteren Gottesdienst zusammenfinden, das sind die ro^rt bv nrax n die Räume, welche der Halachah geweiht sind. Die größte Gotteshuldigung für uns im Golur besteht darin, daß wir uns bemühen die Gesetze der Thora, die Halachah, den Gotteswillen zu verstehen. Und solche Räume, in welchen man sich hingebungsvoll der Halachah widmet, hat es trotz aller Ungunst der Zeiten stets gegeben und wird es stets geben. Diese ewiglebende, ewig geehrte Halachah sie ist dem Denkenden ein Zeichen der Allmacht Gottes auf Erden. Und dieses Gottesqesetz, diese Halachah, wenn man sich in den stillen Räumen des Lehrhauscs mit Opfermuth um ihr Verständniß bemüht, wenn man draußen im lärmenden Getriebe des Tages mit unwandelbarer Treue ihr folgt, durch sie wird der Tag herbeigeführt werden, wo auch dem blödesten Auge die Macht des Herrn sichtbar werden wird. Die Halachah, sie ist nicht unter den Trümmern des Tempels begraben. Noch bevor der Tempel fiel, verließ sie ihren früheren Hauptsitz, die Quaderhalle des Heiligthums, um hinauszuziehen zu dem unstät wandernden Israel, und als dessen treue Begleiterin den Tag herbeizuführen, da sie wieder einziehen kann in eine Halle des im Feuerglanz neu erstandenen Tempels. Heute rufen die Gottesdiener im Himmel und auf Erden ns^ns ws nsAas mx „Gott ist mächtig im Königthum, mächtig wie die ewiglebende Halacha es uns zeigt. Zahllos sind die Schaaren der lobpreisenden Engel, zahllos die frommen Beter auf Erden und unmöglich ist es mit sämmtlichen Worten der Sprache die Macht und Herrlichkeit des Allherrn zu schildern. Unser Lied wird daher auf die Buchstaben des hebräischen Alphabets beschränkt. Mit jedem Buchstaben desselben beginnt entweder eine Lobpreisung oder ein Name einer Klasse der Gottesdiener, um damit ein Bild des ganzen Sprachschatzes der Menschen zu geben, der ja nur durch die Buchstaben des Alphabets gebildet wird. Die Sprache, sie ist Alles, was uns zur Verfügung steht, um das Lob Gottes zu singen, aber auch, wenn uns alle Worte die es giebt, zur Verfügung stehen würden, wenn wir alle menschlichen Laute zu einem gewaltigen Hymnus zusammenfügen könnten, es würde nicht ge-

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