Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 22 (17.3.1898)
- Date
- 1898-03-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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404 Generatgouverneurs Lepine eine neue Demonstration geplant sein, allein die Polizei trifft diesmal so umfassende Vorsichtsmaßregeln, daß neue Exzesse wohl verhütet werden dürften. Leider aber schreitet der wirthschaftliche Bankrott immer weiter fort. Die Agenten der Compagnie generale Transatlantique haben ihr gatijeä jüdisches Personal entlassen, und damit ist ein Beispiel gegeben, das seine böse Wirkung nicht verfehlt. Die Compagnie generale des voitures hat ihre sämmtlichen jüdischen Kutscher entlassen und war durch keinerlei Bemühungen zu bewegen, dieselben noch länger zu behalten. M. Samary, unser Deputirter, wird nicht wieder gewählt werden, er ist den hiesigen Antisemiten nicht schneidig genug gegen die Juden aufgetreten, obwohl er gegen Lepine und die Präfekten in Paris in der Kammer recht energisch vorgegangen ist und es an Schimpfereien gegen die Juden nicht hat fehlen lassen. Er soll durch einen Antisemiten schärferer Tonart ersetzt werden. > Personalien, -f Ariesenheim bei Lahr. Am Purim verschied nach kurzem Leiden Herr Jsaac Blum n'y im 55. Lebensjahr. Zu seiner Beerdigung waren von Nah und Fern unzählige Trauernde und Mitfühlende herbeigekommen, und das Leichenbegängniß war ein überaus großes. Am L-arge sprachen die Herrn Bezirksrabbiner Dr. Rawicz aus Offenburg und Lehrer Mayersohn aus Rastatt, Schwager des Entschlafenen. In warmen Worten wurde von den Rednern die zahlreichen Verdienste des Verstorbenen, die derselbe betr. □'}n und "IDD rW’DJ geleistet hat, gebührend hervorgehoben, ■pan’ DffH möge die Trauernden, ob ihres harten Verlustes trösten, und von ihnen jedes Leid und jede weitere Heimsuchung fernhalten. nyjb man Sprechsaal. Schweinfurt, den 6. März. In der jüngst erschienenen Nr. 17 Ihrer geschätzten Zeitung bringen Sie unter anderem einen Artikel aus Schweinfurt, der in seinen Redewendungen den Satz enthält: Noch vor kaum 8 Jahren vollständig auf dem Boden der Reform stehend re. Als älteres Schweinfurter CultuS-Mitglied, muß doch gegen diese Behauptung Ihres Artikelschreibers, der die damaligen Verhältnisse vielleicht von seinem einseitigen Standpunkt betrachtet, ein ganz entschiedenes Veto eingelegt werden. Die Gemeinde Schweinfurt steht heute noch auf dem gleichen Standpunkt als vor der Thätigkeit des Herrn Dr. Stein. Abgesehen von einigen Mitgliedern, die in der letzten Zeit hierher gezogen sind, ist die Tendenz der sämmtlichen Mitglieder die gleiche geblieben. Die in der hiesigen Synagoge stehende Orgel hat im Uebrigen schon ca. 4 Jahre vor dem Wirken deS Herrn Dr. Stern ihre Stimme nicht mehr ertönen lassen Bezüglich des gegründeten Vereins ist zu bemerken, daß derselbe laut General- Versammlungs-Beschluß ohne jede ausgesprochene Tendenz ist, sodaß es also jeder Richtung erlaubt ist, seine Ansichten in demselben zu äußern. Als ein weitere- Merkmal, daß Schweinfurt nicht auf dem Boden der Reform stand, beweist wohl zur Genüge die Thatsache, daß unser alloerehrter Herr Dr. Stein s. Zt. bei übergroßer Wahlbetheiligung einstimmig gewählt worden. N.N. Gerichtszeiturrg. Mannheim, 10. März. (S t r a f k a m m e r.) Bei einer antisemitischen Versammlung in Heddesbach halt der dortige evangelische Pfarrer Volk dem Referenten, dem bekannten antisemitischen Reiseapostel Thomas Reuther nachgesagt, er sei schon wegen Bettels und Landstreicherei vorbestraft. Reuther strengte gegen Volk Klage wegen Beleidigung an, allein das Schöffengericht sprach Volk frei, da der Wahrheitsbeweis angetreten wurde. Die Berufung des Reuther blieb erfolglos. vermischtes Euskirchen. Wiederum hat der Tod unter unseren Gesetzestreuen eine Lücke gerissen. Unter großer Betheiligung wurde .->->2 nmD lamp rrascr Rentner Simon Wallach zur letzten Ruhe gebracht. Circa 30 Jahre war er ans der nwhp N"Qn. Mit welcher Liebe und mit welchem Interesse er den Verein verwaltete und wie er mit non n^’DJ nDN voranging, davon gab das Mitglied des Vereins, Herr Hanauer, mit dem Ausrufuj’N nach der mnü in einer kurzen Rede Ausdruck. In beredten Worten schilderte Dr. Heilberg bei der Beerdigung den Heimgegangenen als Mensch, als Mitglied der Gemeinde und als Angehöriger seiner Familie. Möge ihm die Erde leicht sein! n*DXJn Brornverg Der Vorstand des hiesigen antisemitischen Vereins (Vereins der Deutschjozialen) hatte seine Getreuen zu einer Generalversammlung in das Bartz'sche Lokal eingeladen. In derselben sollten nicht nur innere Geschäftsangelegenheiten, sondern auch die Wahl des Vorstandes oorgenommen werden und eine Besprechung über die bevorstehenden Reichstagswahlen stattfinden. Es hatten sich aber nur ganze drei Personen eingefunden, so daß aus der „Generalversammlung" nichts wurde, trotzdem die Einladung zu dieser Versammlung durch Karten an die Mitglieder und durch Inserate in den hiesigen Blättern erfolgt Feuilleton. Der Väter schuld. Erzählung aus der Gegenwart. Von 5) Arnold Mann. ZEEE- Hohenthal hatte sich während der letzten Sätze erhoben und sich vor Kurt aufgepflanzt, der gesenkten Hauptes zuhörte. Je mehr der Vater gesprochen hatte, desto erbitterter war dieser Kampf geworden. Kurt vermochte sich der Wahrheit und der treffenden Wucht der Worte nicht zu entziehen, die sein Vater da gesprochen. Vielleicht war er wirklich noch zu unreif und hatte die Frage, um die es sich handelte, nicht gründlich genug studiert. Was der Vater da gesagt hatte, war ihm ganz neu; er hatte in seinem