Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 22 (17.3.1898)
- Date
- 1898-03-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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403 um gleichzeitig damit der Ueberfüllung anderer Berufsarten zu steuern. Als Musteranstalt für die Heranbildung tüchtiger Landwirthe und Gärtner wurde die, schon einem großen Theil unsres Landes bekannte landwirthschaftliche Schule in Ahlem bei Hannover erwähnt. Vielen der anwesenden Damen und Herren war die Existenz genannter Anstalt immerhin als unbekannt vorauszusetzen, weßhalb ein anwesender Prediger, der einige Jahre vorher, einer Einladung des hochherzigen Gründers folgend, diese eingehend besichtigt, es übernahm, in sachlicher Weise eine Schilderung der herrlichen Anlage zu geben. Die Diskussion resultirte die sofortige Gründung eines Lokalcomiles, welches sich zur Aufgabe macht, für Erweiterung und entsprechende Unterstützung der landwirthschaftlichen Schule in Ahlem nach Kräften thätig zu sein. Das Comitö besteht vorläufig aus den Herren: Fröhlich sen., H a n auer, Jacoby, Apotheker Landauer, Rechtsanwalt Dr. Alfred Oppenheimer, Vorsitzender der neugegründeten Loge, Rosen heim, Rechtsanwalt Dr. Stern, l. Vorsitzender hiesiger Gemeinde, Seminarlehrer W ei ßb art. Herr Baron v. Hirsch erklärte rm Verlaufe der Diskussion in bereitwilligster Weise, dem wichtigen Gegenstand sein Interesse fürderhin bekunden zu wollen. Auch in anderen Städten, die der Redner mit einem Vortrage bedacht, zeigte sich der Erfolg in der Bildung eines Somit68 in unmittelbarem Anschlüsse an den Vortrag. Ein solches setzte sich in Stuttgart—Cannstadt zusammen, aus den Herren: S. Ettling er, Gustav Gottschalk, Dr. A. G u tm a nn, V ei t K a h n, Kirchenrath D r. Kr o n e r, Rabbiner D r. Stößel, Jsak Strauß. Ferner in Heilbronn aus den Herren: I. Erlanger, Bankier Gumpel, Rabbiner Kahn, Adolf Oppenheimer, Rechtsanwalt S chl oß, M. Wa ch s. Möge das Interesse, das die Anwesenden an dem Vortrage zeigten, ein dauerndes sein, mögen aber auch andere Gemeinden Anlaß finden, thatkräftig diese hehren Bestrebungen zu fördern, die dem Judenthume zum Heile sein werden. —g. W. Bremen, 16. Febr. Ein Bericht über das Auswanderungswesen während des Jahres 1837 ist soeben erschienen. In dem Bericht aus Hamburg heißt es: „Namentlich ist der durch Deutschland gehende russische Auswandererstrom unverhältnißmäßig zurückgegangen. Während an russischen Auswanderern im Jahre 1895: 19,460, im Jahre 1896: 18,270 Personen befördert wurden, stellt sich diese Zahl im Jahre 1897 nur noch aus 8641. Dein Bericht aus Bremen entnehmen wir folgende Einzelheit: „Wie im Jahre 1896 bildeten wiederum die russischen und österreichischen Juden, sowie die Galizier das Hauptkontingent der Reisenden, während die deutsche Emigration sehr zurückgegangen ist. Eine Auswanderung russischer Juden nach Südafrika (Johannisburg) hat auch in dem verflossenen Jahre stattgefunden, doch war die Personenzahl um 824 geringer als wie im Jahre 1898. Eine Zunahme der Auswanderung nach Transvaal ist in Folge der dort zur Zeit herrschenden Unruhen nicht zu erwarten. Butterrwiesen (Bayern.) Eine seltene Mizwoh zu sein, war mir diesen L'I'L vergönnt. In Donauwörth werden stets große Viehmärkte abgehalten; ein solcher sollte nun auch Purim stattfinden. Viele jüdische Viehhändler mußten schon dort sein. Bekanntlich wohnen in D. keine Juden. Sonntag kamen nun verschiedene Herren zu mir mit dem Ersuchen, x'n die Megilloh in D. zur Verlesung zu bringen. Ich sagte natürlich auch sofort zu. Montag Mittag wurde ich per Droschke abgeholt. Als es Abend war, begann ich in dem großartig beleuchteten schönen Saal des Hotel Krebb das ^vv-Gebet. Von allen Seiten kamen die Jehudim herbeigeströmt, so daß in kurzer Zeit 48 Personen, aus allen möglichen Gemeinden Bayerns, versammelt waren. Die Ruhe und die Feierlichkeit während der Megillah-Vorlesung war ein schöner selten-erhebender Akt. Nach Beendigung wurde mir allseitig nit?" zugerufen und alles drückte mir gerührt die Hand. Nachdem ich alsdann einen Imbiß genommen hatte (ich hatte mir mein Essen mitgebracht), fuhr ich vergnügt und munter mit einer Purimstimmung, wie fie nur das Bewußtsein, eine schöne nas erfüllt zu haben, Hervorrufen kann, nach Hause. ,Das Wort unserer Weisen hat sich auch hier wieder herrlich bewährt, wenn jie sagen i'nis" pvdn xb 'b! (D. war früher eine große jüdische Gemeinde. Vor einigen Jahrhunderten wurde sie in dem bekannten bayerischen tn; ansgelöst.) Jacob L. Sänger, dtib tob. Griechenland.? Athen. In allen Synagogen Griechenlands haben feierliche Dankgottesdienste stattgesunden, um die Errettung des Königs aus der großen Gefahr zu feiern, der er kürzlich bei dem Attentat auf ihn, entgangen ist. König Georg ist ebenso wie sein Vater, der König von Dänemark, ein äußerst toleranter Monarch und daher bei den griechischen Juden sehr beliebt. Als er eines Tages den Oberrabbiner von Korfu in einer Audienz empfing, äußerte er, daß er außerordentlich froh sein würde, einen jüdischen Abgeordneten in der griechischen Kammer zu sehen. Afrika.? Algier. Die Situation fängt endlich an, sich etwas zu bessern; zwar soll für die Ankunft des