Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 19 (7.3.1898)
- Date
- 1898-03-07
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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354 Halberstadt, 4. März. Das Schönste an dem 25jährigen Jubelfest des Herrn Rabbiner Dr. Auerbach ist die ungetheilte freudige Stimmung und Begeisterung, der man bei der ganzen Gemeinde begegnet. Die drei Festtage der 10., 11. u. 12. Adar, werden als Freudentag aller Juden zu betrachten fein, die in Halberstadt wohnen. Einer der Rabbiner der hiestgen Klausstiftung äußerte mir gegenüber seine Genugthuung darüber, daß das Fest ein Bild geben werve von der minn -1122 die hier stets in seltenem Maße herrschte und auch jetzt noch herrsche. Um elf Uhr heute Vormittag wurde das in äußerst würdiger Weise eingeleitet. In Gegerwact des Gemeindevorstandes, der Repräsentanten und zahlreicher Galle fand in der Wohnung des Rabbiners die feierliche Uebergabe des sehr passenden Ehrengeschenkes der Gemeinde statt. Eine herrlich geschriebene min icd mit kostbaren tsmp 'bv und einer kunstvoll geschnitzten heiligen Lade. Der Vorsteher der Gemeinde Herr Benjamin Hirsch *3 hielt tiefbewegt eine Ansprache an den Jubilar, die ein Ausdruck des innigen Dankgefühls war, das in der Gemeinde lebt. Ihm schloß sich als Redner Herr Rabbiner Dr. David aus Düsselvoi f an, der im Namen ^er zahlreichen Schüler des Halberstädter Rabbiners eine silberne Sederscbüssel, ein sehensw rthes Prunkstück, überpnb. Herr Dr. David wies besonders auf den Schriflveis, t-i "i:zb mm, der auf der oberen Pmtte des Geschenks emgravirt ist, hin und schilderte die Selbstlosigkeit und Hingebung, mit welcher sein verehrter Lehrer ein Vierteljahrhundert hindurch bemüht war durch Unterricht von den frühesten Morgenstunden bis in die späte Nacht seine Schüler mit den Lehren unseres heiligen Gesetze» vertraut zu machen. In einer durch Schönheit der Form bewunoernswerthen, durch die Tiefe der Empfindung überwältigenden Rede dankte dann der Jubilar dem Vertreter der Gemeinde und dem Wortführer seiner Schüler. Herr D r. Wolf aus Köln sprach dann in beredten Worten im Namen der gegenwärtigen Schüler und überreichte eine kleine Bibliothek seltener d’-ibd. Den Schluß machte Herr Reichenbach aus Ballenstädt, der als Zeichen der Anhänglichkeit der Landgemeinden des Rabbrnats Halberlladt einen mächtigen, silbernen Pokal mit einer kurzen, aber inhaltreichen Ansprache überreichte. Zuletzt wurde noch die soeben überreichte Thorarolle geöffnet und ein großer Theil der Anwesenden dursten die Schlußworte der Thora einschreiben. Es war nur das Vorspiel der Feier, das wir > heute erlebten, aber diese Feier war schon ein ganzes s Fest und wird als Zeichen großer Liebe, Dankbarkeit , und Anhänglichkeit einer echtjüdischen Gemeinde für ihren Leiter und einer großen Schülerschaar für ihren Meister allen Theilnehmern unvergeßlich bleiben. Hier sei noch bemerkt, daß die Beiträge der Gemeinde für das kostbare Ehrengeschenk so überreichlich flössen, daß man dem Herrn Rabbiner Dr. Auerbach noch eine große Nestsumme für allgemeine und wohlthätige Zwecke wird überreichen können. Vermischtes. Jntrofchin. 2. VJlän. Im festlich geschmückten Schulzimmer unserer jüdischen schule wurde nach längerer Unterbrechung zum ersten Male wieder der TiN 'T, der Stif'ungstag unserer Ehewra Kadischa, durch ein Festmahl gefeiert. Nach Erstattung des Jahresberichtes durck den Vereinsrendanten — Herr W N 0 senbaum verwaltet dieses Ehrenamt schon ca. 38 Jahre — wurde zur Neuwahl des Vorstandes geschritten, aus welcher die Herren Lehrer Trcum a n n, w edergewählt, und Süßman, neugewählt, hervorgingen. In seiner Festrede wies der Elftere auf die Bedeutung, die Aufgaben und Pflichten der Chewra Kadischa, sowie daraus hin, daß N''g noch in vieler Hinsicht wichtiger märe als Einige, von den älteren Knaben und Mädchen der Schule, unter Leitung ihres Lehrers zu Gehör gebrachte Psalmen — hebräisch und deutsch — wurden von den Anwesenden mit großem Beifall ausgenommen. Ein Tonst folgte dem andern und erst nach Mitternacht erreichte das Fest sein Ende. Abcr auch zur Uebung der ni?"is hatte unser Fest Gelegenheit gegeben Auf Anregung des Herrn W Rosen bäum, der im Anschluß an den „Israelit" in beredten Worten das Elend unserer Glaubensgenossen in Jerusalem schilderte, fand eine Sammlung statt, deren Ertrag für die Armen dieser Stadt bestimmr wurde Ich schließe meine» Bericht mir den Worten des Psalmisten: HD run .nrran hn '1 ms *3 “r? cu dtin rosy noi die ly crn. T. Briefkasten der Redaktion. H. in <8.: Wir machen Sie auf die heutige diesbezügliche Korrespondenz in unserm Blatte aufmerksam. Emc frühere Aufnahme erfolgte aus dem Grunde nicht, weil uns eine Mittheilnng darüber nickt früher zuaing. Im Uebrigen fand die segensreiche Tbätigkeit des betreffenden Herrn bereits früher und wiederholt gebührende Würdigung. L. F., Lehrer in I.: Aus Gründen, deren Auseinandersetzung uns zu weit führen würden, ist Eingefandtes leider nicht verwendbar. Im Uebrigen besten Dank und Gruß. Briefkasten der Expedition. Einem kleinen Theil der Auflage unseres heutigen Blattes liegt ein Prospekt des Herrn Dr. M. Rawicz. Bez.-Rabbiner in Ussenburg (Baden), vei, worauf Wir vesonders aufmerksam machen. S- W. in Metz: Inserat kostet 3 X l2 Mark. .ollen solid. Qualität. 6 Meter V'aschstoff zum Kleid für M. 1.68 6 „ Sommer-Nouveautfs „ „ „ 2.10 6 „ dop.br „ „ 2.70 6 „ Cacliemir,reineWolle„ „ „ 4.50 Mod. Kleidern. Blousenstoife in grösster Auswahl versenden in einzelnen Metern franco ins Haus Oettinger n. Co., Frankfurt a. 91. Versandthaus. Sepnrat-AbtheUung \ Stoff a; g. Anzug M. 8.76 f. 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