Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 16 (23.2.1898)
- Date
- 1898-02-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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278 andere- Vaterland kennt, welche Tag um Tag, Jahr um Jahr, Generation um Generation, alle Pflichten gegen Staat, District und Gemeinde erfüllt, von den culturellen Vortheilen ausgeschlossen werde, welche der Staat im Tausche gegen die auferlegten Pflichten allen seinen Bürgern gewährt, und wir halten es für eine schwere moralische Schädigung für Diejenigen, welche zur Erfüllung der wichtigsten bürgerlichen Pflichten, des Militärdienstes berufen waren und werden, daß sie sich von der öffentlichen Schule ausgeschloffen sehen und wagen es daher, wie wir es schon in analogen Fällen gethan haben, Ihrem Wohlwollen unsere Beschwerden in dieser Frage vorzulegen." Es wird dann aus Grund von historischen Documenten ausgeführt, daß die Israeliten sich srüher des Rechtes erfreut haben, die Schulen des Staates unter gleichen Bedingungen zu besuchen wie die Rumänen, und die Petition mit folgenden Worten geschloffen: „In unseren Gefühlen der Verbrüderung mit der rumänischen Bevölkerung getroffen, fühlen wir uns heute verpflichtet, uns an die Vertreter der Nation und nur an sie zu wenden, um ihnen die kritische Situation auseinanderzusetzen, welche sie uns zu bereiten im Begriffe sind. Wie vor Kurzem die Einschränkungen im Besuche der Volksschulen, so veranlaßt uns heute die Ausschließung aus den Mittelschulen, daß wir uns die Freiheit nehmen, Ihre wohlwollende Aufmerksamkeit auf die Gefahren zu lenken, welche aus der Betonung einer immer größeren Differenzirung zwischen der gesummten Nation und einem Elemente der Ordnung, der Arbeit und des Fortschrittes hervorgehen könnten, einem Elemente, welches dem Lande nützlich, welches mit seinen Aspirationen solidarisch und den Gesetzen und dem Throne ergeben ist." „R. L." MilthelluWu aus de» jüü. ArmeMreiim und ffir dieselben. (Särnrntliche jüd Wanderbettelvereine und Kaffen für Durchreisende find gebeten, uns Mittyeilnngen Über Erfahrungen, die fie auf dem Gebiete ihrer Thätigkeit machen, zukommen zu laffen.) In Bezug auf meine in Nr. 14 und 15 im „Israelit" erlassene Warnung habe ich berichtigend zu bemerken. Nach mir zugegangenen, zuverlässigen Nachrichten ist betreff. Max Heymann aus Wenkheim — nicht Wertheim — wirklich taubstumm uno hat auch zwei taubstumme Brüder, die sich jedoch redlich uno anständig ernähren, während M. Heymann nicht sparsam ist. Thatsache ist und bleibt, daß Max HryMlttl'n hier selbstgeschriebene und gefälschte Spendenlisten und Atteste vorzeigte. Es ist immerhin bei Verabreichen von Gaben an denselben Vorsicht zu gebrauchen. W e i l b u r g, 20. Februar 1898. Z. Lehmann, Lehrer. Vermischtes. Hildesheim. Der Verein zur Förderung von Handwerken und sonstigen bürgerlichen Berufsarten unter den Juden der Synagogengemeinde und des Landrabbinatsbezirks Hildesheim hatte im Jahre 1890 eine Einnahme von 777 Mark, denen 026 Mark Ausgaben gegenüberstanden. Das Capitals-vermögen betrug 8608 Mark. Pozficgh , Ungarn). Am "wy DE^cn hat unsere Jeschibah ein selten schönes Fest gefeiert, es war dies ein DVD des D"E?. Daß diese Feier mit mm gewürzt war, wäre überflüssig zu erwähnen. Es strömte ordentlich an NfHJJNl NP.nyDK' bis spät nach Mitternacht. I. . . . e. La«kerrbach (Ungarn) Die hiesige n^Hp mun hatte für N8N1 'S rot? sämmtliche Mitglieder zu einer Sitzung in den schönen dekorirten Vereinssaal einberusen, um das 30jährige Jubiläum des beliebten Eemeinderichters Saloman Hacker als Vorstand der P"n zu feiern. In seinem Festvortrag hob Herr Oberrabbiner David Ullmann die großen Verdienste des Herrn Saloman Hacker um die hervor, sowie daß er in dieser langen Zeit seiner schwierigen Aufgabe stets zum Wöhle des Vereines gerecht geworden. Hierauf überreichte der Rabbiner als Ehrengeschenk einen Silberpokal, welcher von den Vereinsmitgliedern dem Jubilar gewidmet worden war. Tiefgerührt dankte der Jubilar. Sonntags fand ihm zu Ehren ein Fackelzug statt. Bei dem Bankette hielten die Herrn M. Grünsseld und Ignatz Kornsein Festreden. A. K. Feuilleton. —Vögelchen, X. 9) Auf der Weltausstellung Bei den ungeheuren Ausdehnungen, welche für den Reisenden eine viertägige Fahrt bei kaum unterbrochenem Aufenthalte im Eisenbahnwagen nöthig machen, übertreffen die amerikanischen Eisenbahneinrichtungen die europäischen in dem Bestreben, dem Passagier alle möglichen Bequemlichkeiten zu bieten. Die Waggons (Cars) sind weit länger und höher als die europäischen und ohne Zwischentheilung mit einem Gang in der Mitte meist mit 56 Sitzplätzen. Die Sitzbänke sind zum Umlegen eingerichtet, so daß man nach Belieben vor- oder rückwärts fahren kann; zum Schutze vor Sonnenstrahlen dienen Jalousien. Die Beleuchtung und Erwärmung (letztere in jeder Jahreszeit bei kühler Temperatur) läßt nichts zu wünschen. übrig. Blechgefäße mit Eiswaffer zu beliebigem Gebrauch und Genuß der Reisenden, sowie Vorrichtungen zum Waschen in getrennten Abtheilüngen für Damen und Herrn fehlen in keinem Waggon.