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Der Israelit · 1898-02-23 · Heft 16 (23.2.1898) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 16 (23.2.1898)
Date
1898-02-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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275 schmerzlich berührt hat, daß -?in Glaubensgenosse durch eine solche That einen atrn W>t: begangen. Red.) ** Berlin Wie man der „Welt" mittheilt, haben die Rabbiner Zadoc Kahn -Paris, Hildesheimer—Berlin, Hirsch—Hamburg, Horovitz—Frankfurt, Ehrenreich—Rom und Güdemann—Wien, ein hebräisches Warnungsschreiben gegen den Mädchenhandel erlassen. Der Brief ist an alle Rabbiner und Rabbinats Verweser in Galizien, Rumänien und Rußland gerichtet, denen zur Pflicht gemacht wird, doch alle Eltern darauf aufmerksam zu machen, daß sie ihre Töchter nicht Leuten zweifelhaften Rufes anvertrauen, die sie durch Versprechungen von lucrativen Dienststellen an sich locken, um sie dann zu unsittlichen Zwecken nach Amerika oder Afrika zu transportieren. In dem Schreiben wird der Adressat aufgefordert, jeden, der sich mit Mädchenhandel beschäftigt, aus der Gemeinde zu stoßen, und schließlich die Zuversicht ausgesprochen, daß es auf diese Art gelingen werde, das Uebel auszurotten. Köln, 20. Februar. Ein treuer Freund und Anhänger Ihrer Zeitschrift ist dahingeganqen. Heute verschied nach langem, schweren, mit größter Geduld ertragenem Leiden, Herr Leo Frank im 69. Lebensjahre. Alle, die ihn kannten, werden es tief beklagen, daß ein Mann von solch biederem Charakter und tiefer Frömmigkeit dahingegangen. Herr Frank war der Inhaber einer Annoncen-Expedition und als solcher nahm er öfters Gelegenheit, nicht nur für den Jnseratentheil Ihres Blattes, sondern, auch für die von demselben vertretenen erhabenen Ideen Propaganda zu machen. Möge ihm die Erde leicht sein. Straßburg i. E., 18. Febr. Im hiesigen israelitischen Krankenhaus, (Hagenauerplatz), in welchem in Folge bekannter Vorfälle, die z. Z. im „Israelit" ausführlich erörtert worden sind, die unter der Leitung des Herrn Professors Dr. Stilling viele Jahre bestandene Augenklinik, ihre iegensreich entfaltete Thätigkeit einzustellen genöthigt war, trat seit Anfangs dieses Monats wieder eine Poliklinik für Augenkranke, unter der Leitung ,des Herrn Professors Dr. Ulrich in Thätigkeit, Sprechstunden sind täglich, (Sonn- und Feiertage ausgenommen) von 121[2 Uhr bis 2 Uhr. Straßburg ist nun im Besitze von zwei Augenkliniken. Denn seit seinem Austritt aus dem israelitischen Krankenhaus hat Herr Professor Dr. Stilling eine eigene Poliklinik für Augenleidende eingerichtet, die in ausgedehntester Weise von Rah und Fern in Anspruch genonrmen wird und seit ihrem Entstehen sind darin unzählige arme Augenleidende ohne Unterschied der Confession unentgeltlich curirt worden. Uebrigens wirkt Herr Professor Dr. Stilling nicht nur innerhalb seiner Augenklinik wohlthätig und menschenfreundlich. Herr Professor Dr. Stilling hat auch Herz, Sinn und Mitleidsgefühl für unsere leidenden Brüder und Schwestern im heiligen Lande «'22m vnipn tv was er erst unlängst durch eine Spende von 200 M. für aas jüdische Krankenhaus in Jerusalem bekundet hat. — In der 4. Plenarsitzung des Landesausschusses für Elsaß-Lothringen machte der Abgeordnete Spies der reichsländischen Regierung den Vorwurf, daß sie seine (Spier) in der letzten Session gestellte Forderung, die Besetzung der Lehrstühle auf der Straßburger Kaiser Wilhelm-Universität betreffend, nicht erfüllt hat. Denn die mittelalterliche Geschichte wird durch drei Juden vorgetragen, und die anderen Lehrstühle werden von Protestanten eingenommen, worüber die Katholiken des Landes unzufrieden seien. Herr Staatssekretär v. Puttkammer gab ihm folgende Antwort: Es ist richtig, daß der Professor der mittelalterlichen Geschichte ein Israelit ist. Aber dieser Herr behandelt sein Thema mit großem Takte, und seine Vorlesungen werden von zahlreichen katholischen Geistlichen besucht und es sind über die Art und Weise der Vorlesungen niemals Klagen laut geworden. So lange keine anderen Stellen vorhanden sind, können wir auch keine Vorschläge machen. ** Zweibrücken. (Die Familie des Haupt mann Dreyfus) stammt aus dem Dorfe Nixheim bei Mülhausen i. E. Dort lebte der Großvater des Hauptmanns als armer Händler. Ein Bruder desselben war der vor etwa einem Jahrzehnt verstorbene Rabb. Emanuel Dreyfus in Sulzburg (Baden), der Verfasser des Oradi Meischorim; eine ältere Schwester war nach Müllheim (Baden) verheirathet; diese ist meine Großmutter väterlicherseits. Eine weitere Schwester war an den Rabb. Raph. Wurmser in Sultz (Oberelsaß) verheirathet und ein Sohn derselben war der vor etwa zwei Jahren verstorbene Rabb. Wurmser in Thann (Oberelsaß). Der Vater des Hauptmanns, der vor einigen Jahren gestorben, siedelte in jungen Jahren als armer Mensch nach oem nahen Mülhausen über, wo er durch Intelligenz, Thatkraft und Ausdauer es aus sehr kleinen Anfängen allmählich zum Großfabrikanten bracht. Dieser, Raphael Dreyfus hieß er, war noch Jude durch und durch, seine Söhne jedoch, der Hauptmann sowohl wie die beiden Inhaber der Fabrik, Matthieu u. Leon, sind nur dem Namen nach Juden. In alter Zeit war in der Familie immer Thora-Gelehrsamkeit zu Hause, und in diesem Jahrhundert entstammten derselben, wie aus obigem zu ersehen,- vier Rabbiner. - -;- Dr. Mayer, Bezirksrabbinen . ' ** ,SssttM (Kreis Gelderri), Itz.. schon erwähnten mysteriösen Geschichte eines an oem'

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