Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 71 (8.9.1898)
- Date
- 1898-09-08
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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1323 Werth; die Knorpel linden um besten Verweil« düng’ zur Herstellung’ von Gallerten oder gallertartigen Suppen. Es ist klar. dass, je mehr Nährstoffe in die Suppe übertreten, diese desto mehr an Kraft gewinnt, das Fleisch dagegen an Xähnverth abuimmt. Die Methode des Kochens ist für den Gehalt der Bouillon massgebend. Wenn das Fleisch in kaltes Wasser gelegt und lange Zeit hierauf im Sieden erhalten wird, liefert es. wie oben gesehen, eine bessere Luppe, als wenn es von vornherein zu heissem, kochendem Wasser zugesetzt wird. Für die Herstellung einer kräftigen, scharfen Bouillon wird das Bindtieiseh bevorzugt, während Kalbfleisch eine minderwerthige Suppe liefert: besonders liefern Geflügel eine erfrischende, angenehm milde, helle .Bouillon, die gerade in der Diät Magenkranker vielfMeheBeaeiitung verdient. Das Fleisch religionsgesetzlieh unzulässiger Thiere. wie z. K. das Schweinefleisch eignet sieh absolut nicht zur Herstellung von Fleischbrühen. (Fortsetzung folgt,) Literarisch,s. Nor .Kanzem ließ Herr Dr. Jakob Nacht in Jassy (Rumänien) unter dem Titel Mekor (shajim ein Werkchen erscheinen, welches smvolG seiner Form, als auch seinem Inhalt nach verdient, in der literarischen Rubrik Ihrer gesch. Zeitschrift nicht überlangen zu werden. Dasselbe ist in einem klassischen Hebräisch geschrieben, in dem aus Bibel-- und Talmudcitaten aufgebauten Musivstil, den wir an den eleganten spanischen Schriftstellern ans dem 13., 14 und 15. Jahrhundert so sehr bewundern. Den Inhalt giebt das Titelblatt an als: „Ausführliche Biographie des Rabbi Ehaim ibn Altar und Minhage Trefot der jüdischen Gemeinde * in Fez von Rabbi Juda ibn Altar (nach ms. Berlin)." Die Arbeit beschränkt sich aber nicht darauf, die Lebensgeschichte des genannten Ehaim ibn Altar, die von keinem der modernen jüdischen Geschichtsschreiber berücksichtigt worden ist, aus der Responsenlileratur und uuedirleu Handschriften znsammenznftellen, sondern sie verfolgt den ganzen Stammbaum der Gelehrtenfamilie ibn Altar bis in die letzten Verzweigungen, führt uns ihre Werke vor, und verbreitet sich auch über die Geschichte der Inden Marokkos im 17. Jahrhundert überhaupt, die an Leiden und Verfolgungen schon damals sehr reich war. In der Geschichte des (5haim ibn Altar beschreibt uns die Herausgabe zunächst die äußeren Schicksale desselben, dann seinen Charakter, seine Werke uitb die Art und Weise seines Thorastndinms, wie er der Kabbala einen großen Theil seiner Zeit widmete und demgemäß auch sein Thorakommentar Or hachaim (Ehesez haschem) viel Kabbalistisches enthält. Hierauf erfahren wir von seinen Schülern, Freunden und Bekannten und zllm Schluß von den vielen Ueberlieferungen und Legenden, die sich um den Namen Ehaim ibn Altar gebildet haben. Ein Anhang bringt uns ein kurzes Verzeichniß verschiedener Trefot an der Länge von Rabbi Juda ibn Attar in Fez, das bis jetzt handschriftlich in Berlin gelegen ist. — Das Werkchen giebt trotz seines geringen Umfanges doch reichen Aufschluß über einen zersprengten Theil unseres Volkes im 17. Jahrhundert, über die Leiden uut» die trotz dieser Leiden gezeitigten Geistesfrüchte der Inden Marokkos, es regt zu weiteren Studien auf diesem Gebiete an, und sei darum allen Freunden und Gönnern der jüdischen Literatur wärmsteus empfohlen. Heitrtrrgsrrachrichten und Corresporrdenzen. Oester r.- Ungar. M o n a r ch i e. A. Preßburg, 29. August. (Die Juden in der Baranpa.) Unter dieser Spitzmarke bringt ..Deesi Xapto*1 eine sehr interessante historische Notiz über die Ansiedelung unserer isr. Mitbürger imBaranyaer Komitate denen unstreitig das rege Leben unseres nationalen Handels und Verkehrs zu verdanken ist. Vor 120 Jahren wurde anläßlich einer angeordneten Konskribirung der Juden konstatirt, daß im ganzen Komitate nur drei Juden lebten, obwohl sich solche sub titnlo „durchreisende Kaufleute" bereits im XV. Jahrhundert hier welche vorianden. Die Statthalterei hatte in den Jahren 1725 und 1729 eine Volkszählung angeordnet und befohlen, daß man auch die Juden in die Konskciptionslisten aufzunehmen, dieselben zu befragen, deren gegebene Antworten zu verzeichnen und die Listen zur höchsten Behörde zu übersenden sind; auch anno 1735 hatte diese Behörde das Gleiche angestrebt; die Komitatsbehörde schickte aber in allen drei Fällen die Akten mit der Bemerkung zurück, daß kein einziger Jude in der Baranya sich aufgalte. Damals wurden unsere Gutsbesitzer ausgesorderl, keinen einzigen Israeliten aus ihren Besitzungen zu dulden. Da kennte dann die Komitatsbehörde leicht (rm Jahre 1744) versichern, daß man die Juden sehr schwer besteuern kann, da sie nur m seltensten Fällen eine ftänaige Wohnung haben. Die 1770er Volkszählung nennt schon drei Israeliten und die betreffenden Beamten erhielten den Befehl, daß man die zumeist aus Polen einge wanderten Juden ebenfalls zusammen zu schreiben uno sie über ihre Vermögensverhältnisse eingehend zu