Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 71 (8.9.1898)
- Date
- 1898-09-08
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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1324 :■ ry?. npos?vgy zu befragen habe. Der hieraus bezügliche Komitatsbericht gibt nun neuerdings an, daß mit Ausnahme der Meltzer'schen Herrschaft in Bakocza und der Petrovßky Felsö-Mindßenter Herrschaft, woselbst sich zwei Israeliten, wie auch des Szt. Lörinczer Gutes, wo Einer wohne, im ganzen Komitate sich kein Jude aufhalte. Anno 1771 legt die Komitatsbehörde in einer an die Statthalterei gerichteten Zuschrift Protest ein, daß sich auf der Ueßögher Herrschaft ein Jsraelite anstedelte; wogegen jedoch die Juden mit der Motivirung remonstrirten, daß der Ueßögher Gutsbesitzer nur mit Hilfe der Juden seine Frucht und Schafwolle verkaufen könne. Dieses Argument schien der Behörde derart einleuchtend, daß ein Israelit Namens Mozes Oeftreich er die Erlaubniß zum Fruchthandel erhielt. Von dieser Zeit ab breitet man der Judenschast wegen Ansiedelung keine Hindernisse und Josef II. gibt eine Verordnung .-md titulo „gents judaicae regulatio“ (Regelung des jüd. Volkes) heraus und zahlen sie eine Art Duldungsprämie (taxa tolerantiae) und wenn sie auch bei jedesmaligem Besuche der Stadt Fünfkirchen durch eine Art Steuer gedrückt werden, so wird schließlich durch eine königliche Ordre bestimmt, daß jüdische Kaufleute von nun nicht mehr von Fall zu Fall, sondern nur eine Jahres Markttaxe zu zahlen haben. Obwohl in den darauf folgenden Jahren den Juden verboten wird, edlere Weingallungen zusammen zu kaufen (1738), ja im Jahre 180! ihnen verboten wurde, außer hebräischen und chaldäischen Büchern andere Werke zu kaufen und zu lesen, mit einem Worte Alles ausgeboten, um die Ansiedelung der Juden in der Ba ranya und den benachbarten Komitaten zu hintertreiben, so finden wir anno 1808, anläßlich der Konskription der Einwohner in Mohacs bereits eine Judengemeinde, welche zum Wohle der ganzen dortigen Gegend einen lebhaften Handel zu Land und Wasier treibt, welche sich mit den Jahren auf das ganze Komitat erstreckt. Seit der letzten Konskription wohnen in Fünfkirchen 3124, im Komitate 0565 Juden. Frankreich. Paris, im Elut. (Zum Z ionisien-Congreß.) Daß der orthodoxe Jude mehr von seinem eigenen Mitbruder als von den umgebenden Nichtjuden zu dulden und zu leiden hatte, ist eine längst bekannte nicht zu leugnende Thatsache. Vom heimathlichen Boden vertrieben, in einer Welt lebend, um deren freien reizvollen Genüsse ihm seine Religion eine eiserne Schutzwand setzte, mußte er auch noch auf das Mitgefühl seines in Selbsttäuschung sich glücklicher glaubenden Bruders, seit langer Zeit verzichten. Der allmächtige Lenker der Geschichte wiederholte aber dem verlassenen Fremden, jenes, während der Leidensgeschichte unseres Volkes oft geschehene Wunder, daß uns das Herz eines Theils unserer erbitterten Brüder, aller menschlichen Berechnung entgegen, wieder in Liebe und Freundschaft zugethan wurde. Gestern noch feindselig grollend, reicht er uns heute seine versöhnende Hand versprechend, die uns seit Jahrzehnten angethane Unbill wieder gut zu machen. Sollten wir nicht mit Freude diese Bruderhand ergreifen und mit von Wonne überströmenden Herzen den Allvater preisen nn pft urontr nitro -pnr? Unsere großen Vorkämpfer selbst, die bis zu ihrem letzten Athemzuge den Kampf gegen irregeführte Glaubensbrüder führten, weil diese durch Nachahmung anderer Bekenntnisie und Ausmerzung alles desien, was sie an unserer Vergangenheit zu erinnern vermochte, eine nie erreichbare Assimilation herbeizuführen wähnten, jene Heroen würden sicherlich in heiliger Begeisterung dem Allvater für seine Wunder danken, so es ihnen gegönnt gewesen märe, diesen merkwürdigen Wandel mit eigenen Augen zu bewundern. Daß wir aber im Freudenräusche über diese werthvolle unerwartete Freundschaft, jedes Verständniß für unsere Pflichten und unsere Situation verlieren, dies werden unsere neuen Alliirten sicherlich nicht verlangen. Sollen wir, weil eine Hand voll unserer bedeutendsten Gegner die Waffen zu strecken scheinen, unser heiliges Vätererbe, das wir gegen innere und äußere Angriffe zu schützen und unfern Kindern rein zu erhalten, die Pflicht übernommen, lediglich pour le beaux yeux unserer neuen Freunde, dem noch immer an Zahl und Macht überlegenen Feind schutzlos überlassen? Sollen wir etwa, das unausgefetze Studium unserer n-r- und die genaue Beobachtung unserer Gesetze, die uns bis heute unter dem Beistände des Allmächtigen geschützt und erhalten, zu Gunsten einer selbst ehrenhaften aufrichtigen Rationalpolitik vernachlässigen? Nein. Wie gering auch das Verstäudniß unserer zionistischen Freunde für das, was uns wohl und wehe thut, sein mag, so haben wir von ihrer Loyalität und ihrem Gerechtigkeitssinn eine viel zu gute Meinung, als daß wir desavouirt zu werden fürchteten, wenn wir das uralte Zionistenprogramm als dasjenige bezeichnen, welches wir nie aufzugeben gesinnt sind, selbst auch dann nicht, wenn alles, was die Besten unserer Nation hegen und anstrcben, realisirt sein wird. Bei aller Genugthuung, die eine göttliche Vorsehung uns gewährt, muffen wir daher vor Allem, um unsere jüdische Existenz zittern —nnjno damit die r - no'dtr n^x; uns als ihrer würdig findet; dies zu erreichen, muß ein jeder von uns „im engen Kreise feines Berufes und seiner Lebenslage bescheiden, aber streng im Sinne unserer heiligen Lehre leben, seiner nächsten Umgebung zum Segen und Anderen ein ctrn trn-p im Sinne des Prophetenwortes." 'n-pornnrro crrr nrrsn do.