Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 71 (8.9.1898)
- Date
- 1898-09-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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draußen in Westfalen, wo die Brüder Lewertoff den Kampf für das echte Judenthum kämpfen, ihnen, besonders ihrem Manne als treue Gehilfin in dieser aufopfernden n-w bw ncrSa zur Seite zu stehen. War doch ihr Leben vor ihrer Verheiratung auch schon ein Leben treuester Pflichterfüllung. Dem Kindesaller kaum entwachsen, ließ sie es sich nickt nehmen, an Stelle ihrer früh dahingeschiedenen Mutier rry ihre Geschwister in treuer Schwesterliebe großzuziehen, ihnen den Verlust der Mutter, dem Vater den Schmerz um den Heimgang der geliebten Gattin nach Kräften zu lindern. Wir haben ihr Walten im elterlichen Hause gesehen und können die Größe ihrer Eltern- und Geschwisterliebe ermesien. Mit unaussprechlichem Weh durchzitterte es uns als wir, aus weiter Ferne herbeigeeilt, ihr die letzte Ehre zu erweisen, ihre jetzt vereinsamte Wohnung in Höxter betraten, und tief erschüttert uns der Gedanke, diese Räume für immer ihrer sorgenden, ordnenden Hand entbehren zu sehen, die ihnen den Stempel der traulich jüdischen Häuslichkeit aufgedrückt r/a^n irrst nb rntey anr n>rs. — Als sie dem Stamme ein frisches Reis anzusetzen schien, da mußte sie, kaum 27 Jahre alt -ff poa, aus dem trauten Kreise ihrer Liebsten scheiden. In ihrer schweren Krankheit ließ sie es, trotz des heftigen Fieberschauers sich nicht nehmen, am letzten Freitag ihres Erdenlebens im Bette noch die itn rpHir rrata auszuüben. Als sie ihr Ende herannahen fühlte, verlangte sie noch eine Tefilo, um noch das mw nrwp mit der *rr zu sagen und starb dann, wie sie gelebt hatte, als eine wahrhafte np-x, eine b-n rtw* im edelsten Sinne des Wortes. Gewiß werden ihre guten Thaten ihr den himmlischen Lohn eintragen. Mögen die Hinterbliebenen darin einen Trost finden, daß ihr Leben — in allen, auch nichtjüdischen Kreisen einen wahren aan ty:rp hinterlassen — und wenn auch nur ein kurzes, so doch ein vollkommenes gewesen ist und wie es Herr Rabbiner Dr. Lange auch auf sie ausrief „tr rrot nsrcc 'zb'v wp\ .rasar W. G. O e st e r r.- U n g a r. Monarchie. X. 9teutta, 31. August. (Der Rabbi von Pancsova.) Aus Pancsova wird geschrieben: Das Benehmen des hiesigen Rabbiners Dr. Kelem en, anläßlich des am Geburtstage des Königs im israelitischen Tempel abgehaltenen Festgottesdienstes, hat in Pancsova allgemeines Aufsehen erregt. Der Rabbi wollte, trotzdem er von der Vorstehung der Gemeinde suspendirt und ihm die Funktion als Rabbi ausdrücklich verboten wurde, nach Beendigung des programmmäßig festgesetzten Gottesdienstes eine Festpredigt halten, was zur Folge hatte, daß sowohl die Gläubigen, als auch die anwesenden Gäste den Tem-! pel verließen. WaS den zwischen der Gemeinde und dem Priester obwaltenden Zwist anbelangt, so hat dieser seine Vorgeschichte: Vor circa acht Monaten wurden gegen den Rabbi derartige Klagen erhoben, daß sich in Folge derselben die Vorstehung der Gemeinde für verpflichtet erachtete, Dr. KKemen zur Rechtfertigung aufzufordern, und zwar schon aus dem Grunde, weit die angeführten Delikte, abgesehen davon, daß diese schon ein allgemeines Stadtgespräch bildeten, schwerwiegender Natur waren. In der Rechtfertigung bekannte Dr. Kelemen alle gegen ihn erhobenen Delikte und auch mit Hinweis darauf, daß jeder Mensch irren könne, um Nachsicht und Einigung über eine eventuelle Abfertigung. Die Vorstehung, welche die Ueberzeugung gewonnen hatte, daß der Rabbi sich unter solchen Umständen nicht in seiner Stellung behaupten könne, enthob ihn von seiner Stelle, setzte aber die Ausgleichsverhandlung wegen der Abfertigung fort. Das letzte Uebereinkommen lautete dahin, daß Dr. Kelemen noch ein Jahr in seiner Stellung, jedoch ohne Funktion belasten werde und nach Ablauf dieses Jahres ihm ein einjähriges Gehalt selbst für den Fall ausgefolgt werden soll, als er mittlerweile eine andere Stelle annehmen sollte. Zur Unterfertigung dieses Uebereinkommens erschien der Rabbi nicht und so hatte die Vorstehung im Sinne ihrer Statuten die Klage gegen ihn an die Distrikts-Repräsentanz in Szegedin eingereicht, wo für den /. September die Verhandlung anberaumt wurde. Von Seite des Präsidiums des Distriktes in Szegedin wurde zur Untersuchung dieser Angelegenheit Dr. Ignaz Varro, Advokat aus Nagy-Kikinda, exmittirt. Derselbe wird am 25. und 2(5. d. hier die Untersuchung in dieser peinlichen Angelegenheit pflegen. Dr. Kelemen hingegen hat gegen die Kultusgemeinde beim Stadtmagistrate in Pancsova Beschwerde erhoben, doch wurde hierüber kein Beschluß erbracht, da im Sinne der Statuten der israelitischen Gemeinde in dieser Angelegenheit interner Natur der Magistrat inkompetent ist. Schweiz. Basel, 6. Sept. (Z u m z w e i t e n Z i o n i st e n- Congreß! — Das Facit.) Die blau-weißen Banner mit dem Davidschild in der Mitte, die während der letzten Tage stolz von dem Basler Casino heraügrüßten, sind von ihrem luftigen Platze verschwunden. Die Delegirten, welche zu dreitägiger Thätigkeit in der alten Konzilienstadt am Rhein zusammengekommen waren, sind in alle Winde auseinandergegangen: Der zweite Zionisten-Congreß gehört der Vergangenheit an. — Der Festesrausch ist verflogen, und der nüchterne Verstand tritt in seine Rechte, um objektiv, ohne Haß und begeisterten Überschwang,^kühl abwägend und kritisch nachprüfend sein