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Der Israelit · 1898-09-08 · Heft 71 (8.9.1898) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 71 (8.9.1898)
Date
1898-09-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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989 Mark 2o Pfg. uachbewilligt. Der Synagogenverein in Rixdorf erhält eine Subvention von 150 Mark. Der Centralstelle für die Wohlthütigkeitsanstalten der jüdischen Gemeinde werden 557 Mark 55 Psg. nachbewilligt. Die koscher Fleisch-Commission hat einen Minderverbrauch von 1727 Mark 84 Pfg. aufzuweisen. Alle andere Rechnungsabschlüsse von Specialverwaltungen werden vertagst Schließlich habe ich Ihnen noch mitzutheilen, daß der hier allverehrte ehemalige Director der zweiten Religionsschule der jüdischen Gemeinde, Dr. Samuel A p o l a n t heute in hohem Alter verschieden ist. Schlüchtern, 3. September. In der vorjüngsten Nummer Ihres Blattes waren verschiedene Mitarbeiter des hiesigen Synagogenbaues mit Namen genannt. Leider vergaß man des Baumeisters des ganzen Werkes, des Herrn Architekten Joseph B e i t s ch e r aus Wiesbaden, zu gedenken. Verstand er es doch unter Leitung des Herrn Gemeindeältesten Strauß vor allen Dingen den sehr knapp bemessenen Bauplatz aufs prächtigste auszunützen und das Gefüge trotz der sehr beschränkten Mittel so zu gestalten, daß es sich mit ähnlichen Gebäuden, nicht nur der nächsten Umgegend, sondern selbst der benachbarten Großstädte, in jeder Beziehung messen kann. — Von den an deni Bau beschäftigten Künstlern wollen wir Herrn Maler Martin aus Brückenau, der seiner Aufgabe vollständig gewachsen war und sie aufs Beste loste, nicht uncr; wähnt lassen. Vergessen darf ich nicht noch zu bemerken, daß auch neben einer Anzahl hiesiger seitens auswärtiger Familien namhafte Spenden zu dem Bau gestiftet wurden u. a. von Gebrüder Ehrlich in Paris, Julius Stern, David Stern's Erben, Frankfurt a. M., Hanauerlandstr., Benario, Marktbreit, Deutsch-Jsrael- Gemeindebund, Berlin u. a. m. Stettin, 31. August. Herr Rabbiner Vogel stein, dahier, hat an den Ausschuß des D.-J. G. B. zu Berlin das folgende Schreiben gerichtet: Wie Ihnen ans den öffentlichen Blättern bekannt sein dürfte, sind am 16. d. M. etwa 20 jnd. Auswanderer aus Rußland, die mit dem Dampfer Libau—Packet hierselbst anlangten und von dem Kapitän in dem Gepäckraum verborgen gehalten waren, von der Polizei entdeckt worden, und da sie den bestehenden Vorschriften nicht genügt hatten, wurde ihnen untersagt, das Schiff zu verlassen, und dem Kapitän wurde aufgegeben, die Auswanderer wieder nach Rußland zurückzubefördern. Da das Schiff bereits am 18. August wieder abfahren sollte und das Schicksal der Unglücklichen, unter denen sich auch einige Greise und Kinder befanden, mir zu Herzen ging, wandte ich mich mit einem schriftlichen Gesuche und durch persönliche Vorstellung an die Königliche Polizeidirektion hierselbst, um eine Zurücknahme des Verbotes zu erwirken. Ich wies darauf hin, daß die meisten mit Schiffskarten oder mit Reisegeld versehen seien, ich erbot mich auch, die Kosten der ärztlichen Untersuchung der Auswanderer sowie die Kosten einer etwaigen Rückbeförderung, falls Amerika sie nicht aufnehmen sollte, zu tragen, wurde aber mit meinem Gesuche abgewiesen, weil die Polizeidirektion sich nicht für befugt erachtete, eine Ausnahme zu gestatten. Auf meine gegen diese Verfügung sofort bei dem Herrn Regierungs-Präsidenten eingereichte Beschwerde erhielt ich heute folgenden Bescheid: Der Regierungspräsident Pr. A. Hl. Nr- 4M». Stettin, 26.?lußuft 1K9K. vU)VC Beschwerde vom 1". dss. Mts., betreff. die Behandlung russischer jüdischer Auswanderer durch die dies. Königl. Polizeidirekiion, h.it nicht als begründet erachtet werden können Letztere bat vielmehr, da die gedachten Auswanderer entgegen den Vorschriften des Herrn Ministers des Innern nicht mit den erforderlichen Legitimations- Papieren und Mitteln versehen waren, durchaus zutreffend verfahren, wenn sie dieselben von einem Aufenthalt in Preußen ansschloß und nach ihrer Heimath wieder abschob. Die Gestattung von Ansnahinen kann in solchen Fällen niemals zugelassen werden. In Vertretung: Seibert. An den Rabbiner Herrn Dr. Vogelstein, hier. Ich habe es für angezeigt gehalten, dem verehrlichen Ausschüsse des D.-J. G.-B. hiervvtl Mittheilung zit machen und bin der Meinung, daß es gut wäre, diesen Bescheid zu veröffentlichen, damit er als Warnung diene für andere Auswanderer, die sich durch Nichtbeachtung der diesbezüglichen Vorschriften einer ähnlichen Behandlung aussetzen svurdett. (Die russisch-jüdischen Blätter werden um Abdruck vorstehender Zeilen ersucht.) .Höxter i. W. ctrnn -r: nn- D'w'w cptti ran. „Mein Geliebter ist hinabgegangen nach seinem Garten, zu den würzigen Beeten, zu weiden in den Gärten und Rosen zu pflücken." Mit diesen Worten des königlichen Sängers beklagte, gleich ’n beim Tode feines Freundes enpb — heute Herr Rabbiner Dr. Lange r': aus Marburg mit zbb D'D333i iSn ja D'sr.n nnm den herben Verlust, der uns durch oen Tod der leider so früh dahingeschiedenen Frau Fanny L e w e r 1 o f f geb. Schiff aus Schlüchtern entstanden ist. Freundespflicht drückt uns die Feder in die Hand, hier an dieser Stelle der Verewigten rry den Nachruf zu widmen, welcher bestrebt ist, ihr Erdenleben zu schildern, ihr Bild uns noch einmal vor Augen zu zaubern. Vor kaum mehr als Jahresfrist erschauten wir sie auf dem Gipfel ihres kurzen Erdenglückes. War es ihr doch vergönnt mit dem Manne ihrer Herzenswahl, Herrn Bernhard Lewertosf den Lebensbund zu schließen. Und wie verstand sie es, die Tochter des HefsenlandeS,

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