Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 71 (8.9.1898)
- Date
- 1898-09-08
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Schöpfers hinweist, uns gleichsam verkündet, daß er von Anbeginn einzig und allein es gewesen ist, der das Univerium prc L" aus dem Nichts hervorgerufen Hai. Und wie ist diese Lehre der Thora so viel „rationeller" — wenn wir uns dieses von den Atheisten so häufig mißbrauchten Wortes, das „vernünftig" bedeutet, bedienen — als jene Wahn-Vorstellung von dem Vorhandensein der Atome, des Stoffes, da es doch wahrlich „irrationell," unvernünftig, ja unsinnig ist, anzunehmen, der Stoff sei ewig gewesen. Nur eine übernatürliche Kraft und Macht konnte einen solchen aus dem für den Menschen unfaßbaren Zustande des „Nichts" entstehen lassen. Nur in diesem Gedanken, zu welchem uns die Gewißheit der Ewigkeit der Zeit und der Unendlichkeit des Raumes führt, findet unser Geist einen. Ruhepunkt, und hierauf weist das Wort wrrmi2 hin. Aber so wie die Thora in ihrem AnfangSworte die Einheit Gottes lehrt, so findet man auch nahe an ihrem Schluffe eine schöne Andeutung auf sie. Denn dort heißt es (5. B. Moscheh, E. 34, B. 6) vo ts „Gott begrub den Moscheh im Thale." Das Wort hat aber den Buchstaben-Zahlenwerth des Wortes irr«. Im Glauben an die Einheit des Ewigen hat Moscheh gelebt, ihm und dem "hn einem Volke hatte er seines Daseins Kräfte gewidmet, und in dem Glauben an den Ewigen war er zur ewigen Ruhe den Berg Hinanstiegen. Darum wurde er "2 durch den Ewigen, den Ewigen selbst, zu Grabe gebracht. In den Gedanken des göttlichen Mannes Moscheh aber werden wir auch an den anderen erhabenen Helden erinnerr, deffen unsterblicher Geist der Schutz und Hort Jisroels ist bis ans Ende der Tage, an den Propheten Eliahu. Als er auf so wunderbare Weise der Erde entrückt wurde und in feurigem Wagen gen Himmel fuhr, da rief Elischa aus (2. Buch der Könige, Cap. 2, V. 12) 'v-o- 2rr ^k*) „Mein Vater, mein Vater, Wagen Israels und feine Reiter!" Das Wort 'ix ist aber in Bezug auf seinen Zahlenwerth gleich dem Worte -rrs. Beim Scheiden des Eliahu von dieser Erde mochte Elischah in dieses Wort zugleich das Bekenntniß des einigen Gottes, in welchem ja jeder Jisroel von hinnen scheidet, zum Ausdruck gebracht haben. Die Verdoppelung -2K aber ergibt den Zahlenwerth des ob* herligen Namens und die Worte ry: toie» 221 bezeichnen dann vielleicht die heilige Umgebung des Ewigen, die nooio den Thronwagen des Höchsten, dem Eliahu, wie Elischa in seiner Prophetie schaute, nun nahe stehen sollte. Von diesem aus wird er dann als mrs *1»^, als Gesandter des Bundes, wie er ja genannt wird, der Verheißung Malachi'S gemäß von Gott geschickt werden, bevor da kommt der große und furchtbare Tag, um den Frieden zu vermitteln, das Herz der Väter zu den Kindrn und das Herz der Kinder zu den Vätern zurückzuführen. So wird die Zeit vorbereitet, da Gott ins und sein Name als -in« anerkannt wird. Auch in dem Dienste des Ewigen in seinem heiligen Tempel kommt durch das vorgeschriebene Opfer der Gedanke oes mx in der Zahl 13 zum Ausdruck. Am ersten Tage des Sukkoth-Festes wurden, wie die Thora es verlangt, 13 junge Stiere zum Opfer dargebracht. Bekanntlich nahm die Zahl der Opferthiere nach göttlicher Vorschrift an jedem der folgenden Tage um eins ab, so daß am siebenten Tage nur noch neben Farcen, im Ganzen mithin, an allen Tagen zusammen 70 dargebracht wurden. Wie uns die Tradition lehrt, galten diese als Sühnopfer für die 70 Nationen der Welt, Raschi fügt zur Stelle 4. B. Moscheh, Cap. 29, V. 18 hinzu : pTfi'n jo orrSy c,:,;o m enpen vrni „In den Tagen des Heiligthums bot man durch (diese Opfer) ihnen Schutz vor Leiden." Es ist dies, beiläufig sei es hier bemerkt, wieder ein Zug der edelsten Toleranz und Menschenliebe; und wenn die Gegner unserer heiligen Thora und unseres Volkes uns die Liebe absprechen wollen, so sollte man sie, wenn sie überhaupt Lehre annehmen und für Beweise zugänglich sein wollen, mit diesem Gesetze bekannt machen, das doch gewiß die uns so oft entgegengeschleuderte Behauptung, das Judenthum entbehre der allgemeinen Menschenliebe, es sei partikularistisch, zu Schanden macht. Uebrigens hat das Judenthum, wie aus vielen Satzungen seiner schriftlichen und mündlichen Lehre hervorgeht, die Liebe aller Menschen zuerst und in einziger edler Weise seinen Anhängern zur höchsten Pfücht gemacht und es wird in dieser Beziehung von keiner andern Religion erreicht, geschweige übertroffen. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen. Deutschland. K.R. Berlin, 4. September. In der heutigen ersten abgehaltencn Sitzung nach den Ferien wurden die Repräsentanten der jüdischen Gemeinde von ihrem Vorsitzenden herzlich begrüßt. Aus der Tagesordnung standen nur 5 Punkte, die schnell Erledigung fanden. Frau Franziska Ginsberg hat dem Reichenheim'schen Waisenhause 5000 Mark, der Armeneommrssion l 0,000 Mark, dem Hospital 600 Mark, der Commission für die Fricdhofsangelegenheiten 300 Mark zugewandt. — Für Installation elektrischer Beleuchtung im Operationssaale des Krankenhauses werden