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Der Israelit · 1898-02-07 · Heft 11 (7.2.1898) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 11 (7.2.1898)
Date
1898-02-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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202 des Fermans sei und hat sich daher aufgelöst. Mr. Spielmann ist der Meinung, nicht die Politik ist der Grund des Scheiterns, sondern das Komitee habe nicht Bakschisch genug gegeben, es sei indessen dazu nicht in der Lage gewesen, da das Unternehmen ein philantropisches und kein Geschäftsunternehmen sein sollte. Vielleicht , ist Sr. Majestät der deutsche Kaiser für den^Man zu gewinnen. Literarisches. EHnn Tny Ararrräisch-Nenhebräisches Wörterbuch zu Targum, Talmud u. Midrasch unter Mitwirkung von P. Th. Schärf, bearbeitet von Dr. G. D. Dal man, a. o. Professor von der Universität Leipzig. Theil I. 180 Seiten. Mit Lexikon der Abbreviaturen von G. H. Händler. 129 Seiten. Frankfurt a. M. I. Kauffmann 1697. Theil I und II: M. 12. Das ist ein Buch, das mit lebhafter Freude zu begrüßen ist, denn jeder Sachkundige weiß, welch' ein lebhaftes Bedürfniß dafür in weiten Kreisen des Publikums, wie insbesondere auch in Lehrer- und Schülerkreisen vorhanden ist. Wenn man sich über ein unbekanntes Wort deS Targum, einer Mischnah, einer Gemorostelle oder eines Midrasch aufklären wollte, so stellten sich dann meist große praktische Schwierigkeiten entgegen. Das Fundament aller lexikographischen Arbeiten, das unvergängliche Werk des R. Nathan ben Jechiel, der -jn*, versagt in vielen Fällen und ist von Laien und Anfängern überhaupt häufig nur mit größter Schwierigkeit zu handhaben. Gerade sie aber haben das Wörterbuch am nöthigsten. Andrerseits jedoch ist der “piy bisher das einzige billige Hilfsmittel gewesen; die großen Wörterbücher der Neuzeit, die das Werk des R. Nathan ben Jechiel ausbauen, sind durch ihren hohen Preis nur wenigen zugänglich und durch ihre ganze Anlage auch nur mehr für den Gelehrten geeignet. DaS Wörterbuch Dalmans aber besitzt alle Vorzüge eines brauchbaren Hülfsmittels für Jedermann. Es enthält den ganzen bis auf die neueste Zeit von der Lexieographie aus den Quellen herausgearbeiteten Stoff und behandelt ihn im Wesentlichen rein nach der praktischen Seite. Gerade wie in französischen und englischen Fremdwörterbüchern sind zu jedem Worte die verschiedenen Bedeutungen aufgeführt, die es in der weitschichtigen Literatur hat, und häufig sind geläufige Redensarten und Wortverbindungen, insbesondere talmudische Discussionsformeln, unter das betreffende Wort rubricirt. So ist ein umfangreiches Material auf wenig Raum zusammengedrängt und in eine handliche Form gebracht. Der Preis ist erstaunlich billig und zeigt den . ganzen Ernst des Bestrebens, ein populäres Werk zu schaffen, das jeder leicht erschwingen kann. Ein solches Buch darf auf das hohe Verdienst rechnen, die Beschäftigung mit der Wissenschaft des Judenthums einem erweiterten Kreise zugänglich zu machen, beider allsabbatlichen Lektüre des Targum wird es zurSeite stehen, und wer nur in das Studium des Talmud und Midrasch einigermaßen eingesührt ist, wird mit seiner Hülse leichtere Partieen selbstständig bewältigen können. Dem ersten Theil, der die Wörter bis einschließlich ' enthält, und dem der zweite bald folgen soll, ist nun noch ein höchst werthvoller Anhang gegeben, '2i7 „Lexikon der Abbreviaturen." Einen Begriff von der Fülle des Zusammengetragenen giebt die Thatsache, daß dieser Anhang 129 Seiten umfaßt. Es ist möglichste Vollständigkeit angestrebt. So sind z. B. zu oer Abbreviatur k*k 33 Auflösungen gegeben. Wir haben das Wörterbuch bisher nach der rein praktischen Seite gewürdigt. Nun noch etwas über die Fortschritte, die das Buch nach anderen Seiten bezeichnet. Manche Wörter und Wortbedeutungen, die man z. B. bei Levy vermißt, finden sich hier vor, für die Feststellung der Vokalisation der Targumim sind südarabische Targumhandschriften benutzt worden, und endlich ist der gesammte Wortschatz des Targum Onkelos durch Citate kenntlich gemacht. Die Buchhandlung I. Kauffmann, die das Buch trefflich ausstattete, hat sich durch den Verlag dieses populären und zeitgemäßen Werkes den warmen Dank aller unserem heiligen Schriftthum hingegebenen Kreise erworben. Feuilleton. —^ Vögelchen, fe— v. Sabbat. Herr und Frau Greß ging es sehr schlecht. Lange Jahre hindurch hatten sie eine „Kleider- und Hutmacherei auf Bestellung" betrieben. Aber der kapitalistische Großbetrieb hatte sich dieses Gewerbes wie so vieler anderer in erstaunlich rascher Zeit bsmächtigt, so daß das Ehepaar nicht mehr wußte, wovon es sich ernähren sollte. Wenn nicht Vögelchen gewesen wäre, die von ihrem ziemlich hohen Gehalt nicht nur ihre Mutter und ihren Verlobten unterstützte, sondern auch noch einen großen Theil dem Ehepaare Greß abgab, hätte dieses thatsächlich nichts zu leben gehabt. Dafür hatte es aber auch Vögelchen gut im Hause dieser Leute. In wahrhaft elterlicher Liebe waren sie dem

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