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Der Israelit · 1898-02-07 · Heft 11 (7.2.1898) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 11 (7.2.1898)
Date
1898-02-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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201 Ehren Dr. Lieben's ein Festbankett, das ebenfalls einen sehr aninlirten Verlauf nahm und durch herzliche Kundgebungen für den Jubilar gewürzt wurde. Nach Hunderten zählen die eingelaufenen Gratulationen, unter welchen sich solche von den meisten Wiener Vereinen befinden. — Gestern Abend veranstaltete die „Gesellschaft für Sammlung und Conservirung von Kunst- und historischen Denkmälern des Judenthums" ihren zweiten Vortragsabend, bei welchem der Dozent Dr. S. Ehrmann über: „Die Juden in der Naturforschung und Medizin" sprach. ** Wien, 22. Jan. (Sitzung des Vorstandes der Wiener Eultusgemeinde.) Seitens des Herrn Vice-Präsidenten Dr. Stern ist ein an den Präsidenten gerichtetes Schreiben eingelaufen, in welchem Herr Dr. Alfred Stern in pietätvollem Gedenken an seinem im Vorjahre verewigten Bruder Julius Stern und im Sinne eines der letzten Wünsche des Verstorbenen den Erlös der aus dem Nachlasse seines Bruders herrührenden Kunstsammlung, welche aus fl. 20.000 bis fl. 25.000 veranschlagt werden könne, für eine Wohlthätigkeitsstiftung der israelitischen Eultusgemeinde widmet, welche seinen und seines verewigten Bruders Namen zu tragen hätte, wobei erZin erster Linie die Widmung für ein etwa zu errichtendes Siechenhaus im Auge habe. Das Schreiben wird vollinhaltlich zur Verlesung gebracht. Weiter gelangt ein Schreiben der Frau Rosalia Edlen von Kuffner zur Verlesung, in welchem dieselbe mittheilt, daß sie anläßlich ihrer Genesung von einem schweren Leiden, sich bereit erklärt, zwei Stiftplätze für Frauen im Altersversorgungshause mit dem Betrage von fl. 12.000 österr. Rente zu errichten. Den Spendern wird für diese hervorragenden Humanitäts-Acte der wärmste Dank ausgesprochen. Frankreich. Paris, 10. Schewat 5658. ytt pxo yoe>; bip •OTT«?. Von Zion ertönt eine Klagestimme: Wehe ob des großen Verlustes! Unser großer Lehrer und Hohepriester Rabbi ppB'-r z*b w ntre weilt, wie Sie bereits in voriger Nummer berichteten, nicht mehr unter den Lebenden! Die oberen Zehntausend in Israel, alles was uns in unserem 'jy r.n übrig geblieben ist, an Gelehrsamkeit und reiner Gottesfurcht, trauert betrübt wegen dieses unersetzlichen Verlustes! w ub w vh ,wnwn mey Gefallen ist die Krone^unseres Hauptes, wehe uns unserer Sünden wegen! Der Kopf^Jsraels — jene bescheidene Schaar jüdischer Gelehrten, die in der Nacht unseres Golus wie Sterne am Himmel glänzen, — hat seine Krone verloren und wir! wir.^ stehen da, wie^ unmündige Waisenkinder, kaum ahnend, was uns betroffen, nur ein lautes Schluchzen unserer Mutter, Zion, bringt auch uns die Thränen. Denn, Zion weint bitterlich und nSip fnn nbv',vv , nsnn non p* Jerusalem klagt laut ob dieser Zerstörung unserer Heiligthums. Der Tod der Frommen ist gleichbedeutend dem Verluste des Heiligthums! o'pnrc nw rfou x's r®nwa. Mit Zion und dem Haupte Israels, das seine Krone verloren, trauern noch eine Schaar armer Waisenkinder, denen unser großer Lehrer b'D ein Vater gewesen, und dieser Gedanke birgt für uns einen Trost, weil uns die Möglichkeit geboten erscheint, einen heiligen Wunsch unseres b*z\ pw erfüllen zu können und zwar dadurch, daß wir sein Waisenhaus c'dwi rrn in Jerusalem in seinem Geiste materiell und auch moralich unterstützen, bis sich für uns die Prophezeihung erfüllen wird: ,ob bz bys nyon 'n nnei ■vd’ «y nein. Einst wird Gott die Thränen aller Trauernden trocknen und die Schmach seines Volkes entfernen ,‘sk. England.? London Wie wir dem „Jewish Chronicle" entnehmen, hat sich das Komitee für die Anlage einer Wafferleitung in Jerusalem aufgelöst. Herr Isidor Spielmann, der Secretär desselben, gab einem Jnterwiewer des „I. C." folgende Aufklärung darüber: Die Frage des Bedürfniffes braucht nicht mehr diskutirt zu werden, denn ganz unzweifelhaft ist die gegenwärtige Wasserversorgung der heiligen Stadt jetzt im Sommer ganz ungenügend und es wird naturgemäß immer schlimmer, je größer die Zahl der Bewohner wird. Diese Nothlage hat schon zu wiederholten Versuchen geführt, die alte Wafferleitung wieder herzustellen, die noch aus den Zeiten des Tempels in großen Theilen erhalten ist. Technische Schwierigkeiten bietet das Werk gar nicht, auch die Geldfrage ist nicht entscheidend, denn es gehört nur 1 Million Mark dazu, und da Christen und Juden sich daran betheiligen würden, zudem eine bescheidene Rentabilität wahrscheinlich ist, so würde diese Summe wohl aufzubringen sein. Aber die türkischen Autoritäten in Konftatinopel sind nicht zu bewegen, den nöthigen Ferman, den der Sultan selbst schon versprochen hat, herauszugeben, wie Mr. Spielmann meint, nur aus Bakschischwuth. Das Projekt hat schon viele Male die Philantropen beschäftigt. Erst Henry Mandesby, dann Mr. Montefiore, dann die Baronin Burdett-Coutts befaßten sich mit dem Plane. Vor zehn Jahren begründete Sir Lechmere ein Komitee in London, dem die angesehensten jüdischen und christlichen Bürger angehörten. Aber nach zehnjährigem Bestehen erhielt das Komitee die Nachricht, daß^infolgeAder Spannung zwischen England und der Türkei^,jetzt Kleine Aussicht auf Erlheilung

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