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Der Israelit · 1898-02-07 · Heft 11 (7.2.1898) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 11 (7.2.1898)
Date
1898-02-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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200 Soldaten vom Fort von Giromagny eintraf, war die Ruhe bereits wieder hergestellt. Saargemünd (Lothr.), 26. Jan. Soeben von dem, eine Stunde von hier entfernten irapn no, wo der vorgestern plötzlich am Herzschlag verstorbene 70 jährige Rabbiner der hiesigen Gemeinde, Herr Samuel Bernheim, zu map gebracht wurde, zurückgekehrt, beeile ich mich, noch vor jwjfcap den Lesern Ihres geschätzten Blattes in kurzen Zügen die letzte Ehre zu schildern, die dem hartgeprüften 70jkthrigen Greis, der 45 Jahre ununterbrochen in der hiesigen Gemeinde als Rabbiner und Jugendlehrer gewirkt hat, zutheil wurde. Gin in und vor dem Trauerhause zahlreich versammeltes Trauergefolge von nah und fern mit den Spitzen der hiesigen Behörden, welchedurch die Schüler des hiesigen Gymnasiums (an dieser Anstalt wirkte der Verblichene seit deren Gründung als Religionslehrer) eröffnet wurde, begleitete den pnu, in welchem die letzten Ueberreste des so plötzlich Dahingeschiedenen ruhten, in die schwarzumflorte und im Hellen Lichte strahlende Synagoge. Die Entstehung der Letzteren verdankte die hiesige israelitische Gemeinde dem verstorbenen Rabbiner. Nachdem die üblichen Gebete und omora gesprochen waren, hielten die Herren Oberrabbiner Uri aus Metz und Rabbiner Blum aus Pfalzburg ergreifende Trauerreden, Herr Oberrabbiner Uri entwarf ein Lebensbild des Verblichenen, aus welchem u. a. hervorging, daß der verstorbene Rabbiner Bernheim im Jahre 1828 in Pfastadt in Oberelsaß das Licht der Welt erblickt hat. Als Sohn armer Eltern genoß er seine Ausbildung auf dem früheren berühmten Rabbinerseminar in Metz, dessen Leiter und Lehrer Koriphäen auf dem Gebiete des Talmud, der jüdischen Literaturgeschichte und profanen Wissenschaften waren. In seinem 25. Lebensjahre erhielt er das Rabbinerdiplom mit dem Grade Oberrabbiner. Bald darauf, im Jahre 1853 wurde er zum Rabbiner in Saargemünd ernannt, wo er bis zu seinem Tode ausharrte. Anknüpfend an dieses Lebensbild legte der Redner der Saargemünder Gemeinde ans Herz, welchen Verlust sie durch das Hinscheiden dieses treuen Hirten erlitten hat. Herr Rabbiner Blum berührte in seinem dem verehrten Collegen gewidmeten warmgefühlten Nachruf, die schweren Prüfungen und harten Schicksalsschläge, die der greise Rabbiner mit Geduld und Ergebenheit wie ein echter Hiob als göttliche Prüfungen und Heimsuchungen, über sich ergehen ließ, und dankte insbesondere der einzigen Tochter, die dem hartgeprüften, verarmten und verwittweten alten Bater stets die hingebungs-, aufopferungsvollste, wahrhaft kindliche Fürsorge, Liebe und Treue zutheil werden ließ, vergaß aber auch nicht der Behörde den innigsten Dank auszusprechen für das hochherzige Wohlwollen, das sie dem Rabbiner in frohen und bangen Zeiten erwiesen hat. Nach Beendigung dieser synagogalen Ceremonie bewegte sich der Trauerzug in erwähnter Reihenfolge und begleitete den JnK bis zur Ruhestätte, die in der eine Stunde von hier entfernten Gemeinde Frauenberg sich befindet. .ram O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. EJ. Wien, 1. Febrar. Ein schönes, erhebendes Fest spielte sich Sonntag im Sitzungssaale der hiesigen Cultusgemeinde ab, das 25jährige Amtsjubiläum des Sekretärs der Gemeinde, Herrn Dr. Theodor Lieben. Ein Mann wie der Jubilar, der nur Freunde hat, feiert ein Fest, das sich zu einem glänzenden Bekenntniß dafür gestaltet, daß er allseitig beliebt ist, und wie dieses Fest begangen wurde, wie er geehrt ward, das sollen diese Zeilen in alle Weltgegenden tragen, denn fürwahr, es giebt keinen Zweiten mehr, der einer derartigen Ehrung fähig wäre! Vormittags gegen elf Uhr v.rsammelten sich im Sitzungssaals die in Wien weilenden Vorstandsmitglieder der Cultusgemeinde, die Familienangehörigen Dr. Lieben's, die Beamten, sowie zahlreiche Freunde. Nachdem Frau Dr. Lieben am Arme des AmtSvorstandes Wiener eingetreten, richtete der Präsivent der Gemeinde, Herr Kais. Rath Heinr. Kling er, an den Jubilar eine Ansprache, in welcher er der großen, unvergänglichen Verdienste gedachte, die der Sekretär während seiner Amtswirksamkeit sich erworben und wie sehr dieser Festtag der geeignete Moment ist, um dem Vorstande Gelegenheit zu geben, seine vollste Zufriedenheit zu bekunden; nach Schluß dieser Worte überreichte der Präses das herrliche Ehrengeschenk, das die Vorsteher dem ersten Beamten widmen: einen schweren Silber-Tafel-Aussatz, geziert mit auf den Jubellag bezugnehmenden Inschriften. Hierauf hielt Namens der Amtscollegen der Vorstand der Kaffaabtheilung, Gustav Wiener, eine schwungvolle Gratulationsrede, die auf die Anwesenden liefen Eindruck machte und übergab die Spende der Beamten, bestehend aus einem eleganten Tintenzeug aus Silber. Weiter gelangten an den Jubilar von den Inkassanten ein silberner Pokal, von den Damen des Sekretariates eine Schreibmappe mit den Initialen Dr. Lieben's. Dieser selbst war von der Fülle der auf ihn einstürmenden Momente derart freudig erregt, daß er nur mit dem Aufgebote aller Kräfte einige abgerissene Sätze antworten konnte. Nachdem sich die Gesellschaft in das mit exotischen Gewächsen geschmückte Arbeitszimmer Dr. Lieben's begeben, wurde dem dortselbst errichteten Buffet eifrig zugesprochen und bei mehr als einem Glase Wein die Gesundheit Lieben's ausgebracht. Samstag Abend veranstaltete der Präsident der Gemeinde zu

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