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Der Israelit · 1898-02-07 · Heft 11 (7.2.1898) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 11 (7.2.1898)
Date
1898-02-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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199 „D u" hast dich ja überzeugt, daß all' die Wesen, die die Egypter mit „Götte r" bezeichnen, nichts vermochten meiner göttlichen Allgewalt gegenüber, die dich mit starker Hand entfesselte! Hat je schon ein Volk in dieser großartigen Weise Gott kennen gelernt, wie „Du" durch den Auszug auS Egypten, und all die Wunder und Zeichen, die Israels Schritte und Tritte durch ihre Wüstenwanderung bezeichneten? „Wahrlich, „Dir", nur „Dir" ist gezeigt worden, daß Keiner mehr da ist, als nur der wahre, einzige Gott!" (5. B. M. 4. 34 u. 35.) Eine Glaubens- Wahrheit, die als Bekenntniß und Geständniß den Lippen des heidnischen Jitro im Wochenabschnitte, in eurer begeisterungsvollen Anwandelnng entströmte! (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland. ** Berlin. Wie die Konservativen jeden Anlaß benutzen, um gegen das Judenthum zu wühlen, zeigte letzthin wieder eine Episode in den Verhandlungen der Abgeordnetenhauskommission über das Militärstrafverfahren. Es handelte sich dabei um § 39 und die Eidesformel für die Vereidigung der Richter durch den Gerichtsherrn. Der Eid hat denselben Wortlaut wie der im bürgerlichen Verfahren. Abg. Gröber (Centrum) beantragte folgende Einschaltung: „Dem Schwörenden ist gestattet, den Schlußworten der Eidesformel eine seinem Glaubensbekenntniß entsprechende Bekräftigungsformel hinzuzufügen." Geh. Oberregierungsrath v. Seckendorf machte Namens der Reichsjustizverwaltung Bedenken gegen den Antrag geltend. Es gehe nicht an, in die Militärstrafprozeßordnung eine Bestimmung über die Eidesleistung aufzunehmen, welche die bürgerlichen Prozeßordnungen nicht kennen. Der Reichstag müsse die Frage in weiterem Umfange einheitlich erörtern und entscheiden. Es sei bedenklich, im Heere konfessionelle Gegensätze hervorzurufen. Abg. Lenzmann (freis. Volkspartei) wandte sich gegen den Antrag Gröber. Es sollte ausdrücklich verboten werden, eine konfessionelle Bekräftigungsformel dem Eide anzuhängen. Nun kam aber Abg. v. Puttkammer (kons.) und wollte im Anträge Gröber nur die beiden anerkannten christlichen Konfessionen berücksichtigt wissen. Schließlich wurde aber doch der Antrag Gröber ohne das Puttkammersche Amendement angenommen. ** Berlin, 4. Febr. Jüngst wurde hier mitgetheilt, daß die russische Regierung eine Commission eingesetzt habe, um über die Frage der Abschaffung der procentualen Beschränkung jüdischer. Schüler an den höheren Lehranstalten Rußlands zu berathen. Die neuesten russischen Blätter bringen nun eine weitere für die Stimmung bezüglich der Juden in Rußland bedeutungsvolle Mittheilung. Danach hat der Präsident der Semstwo dem Präsidenten von Kursk den Vorschlag unterbreitet, dahin zu wirken, daß die Bestimmungen, welche den jüdischen Kaufleuten verbieten, sich in die Land- und Stadtgemeinden zum Handel mit Ackerprodukten zu begeben, abgeschafft werden sollen; es solle den Juden erlaubt sein, das Land zu durchreisen oder dort zu wohnen, da durch ihre Anwesenheit ein Markt für Ackerprodukte geschaffen werden würde. Bemerkenswerth ist ferner ein Gesuch, welches die Bauern des Gouvernements Orel an den Gouverneur gerichtet haben, daß den Juden der Aufenthalt in diesem Gouvernement gestattet würde, damit sie ihnen Arbeit geben. Aehnliche Gesuche sind auch von Kaufleuten an den Gouverneur gerichtet worden. Dieser hat die Gesuche der Centralleitung in Petersburg zur Entscheidung überwiesen. Würz bürg, 4. Febr. Herr Districts-Rabbiner Nathan Bamberger versendet, wie alljährlich, folgendes Cirkular an die Vorstände der ihm unterstellten Gemeinden: Die Lage unserer Glaubensgenossen im heil. Lande ist bekanntlich eine derartig bedauernswerthe, daß dieselben stets auf die Unterstützung vom Auslande angewiesen sind. Nun rückt die heilige Pesach-Zeit heran, welche es uns zu ganz besonderer Pflicht macht, diesen Armen im heiligen Lande zur Deckung ihres M a z z o s - Bedarfes zur Seite zu stehen. Ich stelle daher wie alljährlich die höfliche und dringende Bitte an Sie, eine Sammlung zu M a z z o s in Ihrer Gemeinde vornehmen und das Ergebniß b a l d i g st anher einsenden zu wollen, damit diese Spenden rechtzeitig ihrer Bestimmung zugeführt werden können. Die öffentliche Rechnungsablage erfolgt wie bisher. ** Stratzburg, 3. Febr. Der „Metzer Ztg." zufolge sollen sämmtliche bisher in den südlichen und östlichen französischen Grenzdepartements in Garnison gelegenen Offiziere israelitischer, insbesondere elsaßlothringischer Herkunft, plötzlich in's Innere und nach dem Süden Frankreichs versetzt worden seien. Die Maßregel wird auf die Affaire Dreyfus zurückgeführt. — Von der deutsch - französischen Grenze werden Exceffe gegen die Juden gemeldet. In Giromagny bei Belfort zog in der Nacht von Sonntag auf Montag eine größere Menschenmenge unter Toben und Schreien durch die Straßen und plünderten Kaufläden, deren Besitzer Juden waren. In dem StDtchensMkMEit>i>ü«..8Mnft „wort aux juifs" angebracht. Als tim Abtheilung

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