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Der Israelit · 1898-02-03 · Heft 10 (3.2.1898) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 10 (3.2.1898)
Date
1898-02-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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181 namens. Aquila hat ihn weder übersetzt, noch umgeschrieben, sondern einfach abgeschrieben, und zwar in den alten hebräischen Buchstaben, wie sie sich auf alten jüdischen Münzen und auf der Siloahinschrist finden. Diese alte Schreibart, die man bisher nur auf Stein oder Metall gefunden hat, findet sich demnach hier zum ersten Mal in einem geschriebenen Dokument. Den interessanten Fund verdankt man Mr. Schechter, Dozent der talmudischen Literatur an der Universität Cambridge, und Mr. Burkitts. Der Erstere hat ihn mit Erlaubniß des Oberrabbiners von Kairo nach London gebracht. Hamburg, 31. Jan. In Nr. 8 des „Israelit" findet sich Herr C a l m a n n veranlaßt auf mein Referat vom 17. Januar (Nr. 6 des „Israelit") Ihnen eine „Berichtigung" zukommen zu lassen und zwar nur in Bezug auf eine Bemerkung, die mit dem Thatsächlichen eigentlich wenig zu thun hat. Was Herr Calmann schreibt ist nichts weniger wie eine Berichtigung, vielmehr durchweg eine ausführliche und begründete Bestätigung alles desjenigen, was meinerseits behauptet worden ist; jeder Unbefangene, der die beiden in Rede stehenden Artikel liest, wird dieses zugestehen müssen. Es freut mich aber, von Herrn Calmann ausdrücklich zu hören, daß auch er kein Freund der meinerseits gerügten Uebergriffe und Ungehörigkeiten sei. Die Errichtung einer Synagoge vor dem Dammthore war ja und ist noch heute ein unabweisbares Bedürfniß, für die Ertheilung von „Kiduschin" durch andere, wie beu dazu berufenen Oberrabbinen lag jedoch kein Nothstand vor. Vielleicht war es religiöses Bedürfniß für diejenigen Jnterefienten, die auf ptrnp in der Synagoge (hierorts nicht üblich) Werth legten, um dann das Hochzeitsmahl nviv zu bereiten. ... a'BHpncn ppp™ mnn itps H-n (Jesaias 67. 17.) steht ja in unmittelbarer Beziehung zu einander. Wenn ich mit meinem Referat nichts weiter erreicht hätte, wie die Erwiderung des Herrn Calmann, so könnte ich mich damit allein für befriedigt erklären. H. B. Lübeck, 30. Januar. Herr Adolf Frankenthal, Sohn des hiesigen Gemeindemitgliedes Levy Frankenthal, ist als Konsul der Bereinigten Staaten von Nordamerika bei der schweizerischen Eidgenossenschaft mit dem Sitze in Bern gewählt worden und wird Anfangs Februar seine Stelle antreten. Der neue Consul steht im 47. Lebensjahre und lebt schon seit etwa 30 Jahre in Amerika, in Boston, wo er ein bedeutendes Geschäft unterhielt. Ueber die einem ihrer Söhne zugefallene Auszeichnung herrscht in unserer ganzen Gemeinde freudige Genugthuung, um so mehr, als die alten wackeren, noch sehr rüstigen Eltern dieses ihrem Sohne zu Theil gewordene Glückes vollkommen würdig sind. Hoffentlich hat der Sohn die religiöse Erziehung, welche er im Elternhause empfangen, in der Fremde nicht völlig abgestreift, und wird sich nicht nur als guter Bürger und würdiger Vertreter seines jetzigen Vaterlandes, sondern auch als treuer Bekenner seines angestammten Glaubens und Beobachter der heiligen Gebote dieses Glaubens bewähren. Nur dann haben wir Juden eigentlich Recht und Veranlaffung über die einem Glaubensgenossen geglückte Ehrenstellung uns zu freuen. Aus Süddeutschlau-. Gestatten Sie mir, geehrter Herr Redakteur, auf einen ‘rpao aufmerksam zu machen, der leider sehr weit verbreitet, weil derselbe nicht genug gekannt ist. Und zwar wird, wie ich im Folgenden zeigen will, das Verbot der Thora, das uns einschärst, uns nicht zu bekleiden mit einer Vermischung von Wolle und Leinen, aus Mangel an Fachkenntniß selbst von wxi' häufig übertreten, wie ich aus Erfahrung weiß. Es ist ja heutzutage bei unserer komplizirten und so vielen Modegesetzen, Normen und Bestimmungen über richtigen Sitz und korrekten Schnitt unterworfenen Kleiderbereitung keine untergeordnete Frage mehr, bei wem wir unsere Anzüge und Kostüme machen lassen, und da nicht immer zuverlässige, brave Jehudim am Orte sind, denen wir auch die Herstellung einer korrekten Körperbekleidung anvertrauen können, so weiß wohl gar mancher ein Stückchen davon zu erzählen, wie man bei btoj und leider auch häufig bei ms ’js betreffs hbjhp nicht vorsichtig genug sein kann, wie man sich da in alle Finessen und Geheimnisse der Schneiderkunst vertiefen und versenken muß, wie man erst durch eingehendes Studium herausftndet, an welchen Stellen Leinenfutter, Leinenunterlage, Leinenfaden u. s. w. bei Herren- und Damenkleidern Vorkommen. Sehr bezeichnend und lehrreich ist mir eine kleine Anekdote gewesen, die mir über einen nichtjüdischen Schneidermeister erzählt wurde, bei dem viele Fromme ihre Anzüge machen ließen. Der Meister verließ nämlich einen Augenblick das Atelier, und während dieser Zeit nähte ein antisenlitisch angehauchter Geselle, der gerade sein Besperbrod verzehrte, die Haut einer Schweinewurst in das Zwischenfutter eines „orthodoxen" Gehrocks, indem er cynisch zu seinem Genossen sagte: „Dem haben wir mal seinen Rock koscher gemacht. Das fabula docet ist klar. — Weniger bekannt ist aber, daß auch in der Fußbekleidung und zwar in den Schäften der Zugstiefel meistens uw Vorkommen, der dehnbare Theil dieser Schäfte besteht nämlich, wie ich durch eigene Untersuchung und Umfrage bei Fabrikanten und Grossisten feststellte, aus Gummisträngen, die bei besseren Sorten mit reinwollenen Fäden, bei geringeren mit Fäden aus einer Mischung von Wolle und Baumwolle übersponnen sind. Seide wird der geringen Dauerhaftigkeit wegen selten verwandt. Diese Gum-

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