Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1898)
- Date
- 1898-01-31
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2448857-2448867--45376-2495635- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
170 ungestört obliegen und seinen Wirkungskreis auch dadurch erweitern, daß er in Preßburg einer größeren Jeschibah vorstehen könnte. Der bescheidene Mann blieb bei seinem ersten Entschlüsse und meinte, die betreffend: rw »b unati. — (Zum Verständnisse dieses köstlichen Wortspiels müffen wir auf ottoh po § 131. 4. verweisen. Vergl. N. Moses Schick, Responsen auf Nr. 40.) Die beiden Briefe gehören noch heute zu den kostbaren Schätzen des Preßburger Gemeindearchivs. Auf Grund dieser Thatsache müffen wir mit aller Entschiedenheit einer irrigen Ansicht entgegentreten, die in den jüngsten Tagen in einem österreichischen Wochenblatte zum Ausdrucke kam. (Egyenlöseg 1898. Dr. Büchler, die Pester Rabbiner II.) Es wird daselbst erzählt, daß im Jahre 1787 unser Rabbi Samuel und etwas früher sein Sohn R. Wolf Boskowitz in Alt-Ofen zum Rabbiner candidirt wurden, ihre Wahl jedoch nicht durchgeführt werden konnte. (Bekanntlich wurde damals R. Moses Münz in Alt-Ofen zum Rabbiner gewählt. Daß man in Alt-Ofen einen Rabbi Samuel Kell Halewy gerne als geistiges Oberhaupt gesehen hätte, ist leicht zu erklären undzeigt von dem gutenGeschmackderAlt-Ofener; daß er sich aber um diese Stelle nicht bewarb und also der Sohn gar keinen Grund hatte, sich über die Rlchterwählung seines Vaters zu grämen, braucht nach dem bisher Gesagten nicht erst betont zu werden. Warum — sollte R. Wolf „nicht verzechen können, daß er und sein Vater einem Fremolmg, einem unbekannten Galizianer gegenüber eine Niederlage (sie!) erlitten haben?!" Die Bemühungen der AlttOfner waren auch sonst fruchtlos geblieben, hätte auch nicht ein ComiiatSveschluß ihrem edlen Vorhaben einen Damm entgegengesetzt. — „Da das Unternehmen der Bittsteller, einen Rabbiner, der eine Verwandtschaft mtt den Mitgliedern der Gemeinde hat, zu wählen, gerade wider die allerhöchsten Verordnungen lautet, ist die Einräumung selbigen Gesuchs von sich selbst unthunlich." So lautet die Antwort des Pesther Comikats oo. 4. Sept. *7d7 Nr. 4.-05 auf die „Anfrage des Richters und der Vorsteher der Juden- Gemeinde zu Alt-Ofen, ob der mit dem Alt Osner Juden David Boskowitz verschwägerte Samuel Kell zum Rabbiner allda erwählt werden könne." Der Schwiegervater seines Sohnes R. Wolf, der reiche, hochangesehene und gelehrte R. David Boskowitz wohnte nämlich seit 176^ in Alt-Ofen. — Ob Rabbi Samuel auch nach Prag eine Berufung erhalten habe, können wir nicht mit Sicherheit feststellen. Die Nachkommen des bpvn rrxnv erblicken einen gewiffen Stolz darin, daß ihr Atm nie Rabbiner war, nie nach einer Rabbinerstelle strebte unnd dennoch eine Thätigkeit entfaltete, die jedem Rabbiner alle Ehre machm würde. — Falsch ist daher die Angabe auf dem Titelblatte des mu nöfci bv rra (Lemberg, Druck von Schwenzel 1860) wo er als pvimpvuD p'pn -ran bezeichnet wird. Dieser Fehler ist auch in v'-inn D^nn Dir II. Theil D^ßon mm (Warschau 1812) übergegangen. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M. Dem Jahresbericht des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen zu Frankfurt a. M. (1897 entnehmen wir: Wir können zu unserer Freude auf einen schönen Stamm tüchtiger Krankenschwestern unseres Vereins blicken, und stets findet sich ein reicher Nachwuchs, so daß es auch für die nächste Zukunft an Schülerinnen und Schwestern nicht fehlen wird. Aber auch in der Thätigkeit unserer Schwestern finden wir Grund zu berechtigter Freude und Zufriedenheit. Die jüdischen Krankenpflegerinnen haben nunmehr in Familien aller Confesstonen Eingang gefunden und Fuß gefaßt und stehen den übrigen Vereinsschwestern als gleichangesehene Corporation nicht nach in der Werthschätzung bei unseren Mitgern. Weiter können wir auch mit Genugthuung konstatiren, daß das Beispiel, welches wir mit unserem Verein gegeben haben, auch auswärts Nachahmung gefunden und Anregung für andere Vereine und ähnliche Bestrebungen in anderen Städten gegeben hat. So können wir hoffen, daß die jüdische Krankenpflege stets weitere Fortschritte machen und immer größere Anerkennung auch in weiteren Kreisen finden wird. Unsere angestrengten Bemühungen, unseren Schwestern ein neue», für die Zukunft ausreichendes Heim zu schaffen, sind leider bis jetzt noch zu keinem günstigen Abschluß gekommen. Es ist uns trotz emsigsten Suchens noch nicht gelungen, ein unseren Zwecken entsprechendes Haus zum Erwerb zu finden, so daß wir zu dem Entschluß gekommen sind, selbst ein solches zu erbauen. Ehe wir jedoch dieses unser Ziel erreichen können, bedürfen wir noch weiterer größerer Mittel, als uns heute zu Gebote stehen. Denn unsere bisherigen Sammlungen für unser künftiges Schwesternhaus haben noch nicht die nöthige Höhe erreicht, so daß wir ohne Sorge an die Verwirklichung unserer Pläne Herangehen könnten. Wir sind jedoch der festen Ueberzeugung, daß alle die Wohlthäter, die andere Institute so eifrig unterstützen, auch unseren Bestrebungen die erforderliche Hülfe angedeihen lassen und uns alle die Mittel gewähren werden, deren wir bedürfen, um unseren Schwestern nach des Tages Mühen und Arbeit ein einfaches, aber behagliches Heim widmen zu können. Die Zahl unserer Schwestern beträgt am Schluffe