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Der Israelit · 1898-01-31 · Heft 9 (31.1.1898) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 9 (31.1.1898)
Date
1898-01-31
Page
– (sequence 11)
Language
German
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171 unseres Vereinsjahres 15. Neu ausgenommen wurden nach Ablauf ihrer Lehrzeit drei Schwestern, von denen zwei hier, eine in Köln ausgebildet worden waren. Hingegen haben wir eine Schwester durch Tod, eine andere durch nothmendig gewordene Entlastung verloren. Schülerinnen zählen wir augenblicklich vier, während im Laufe des Jahres drei Schülerinnen vor Vollendung ihrer Lehrzeit mit Rücksicht auf Familienverhältnisse, theils wegen mangelnder Qualffication wieder ausschieden. An Anmeldungen war aus allen Gegenden Deutschlands kein Mangel im Laufe dieses Jahres. Wir empfingen im Ganzen 84 Anmeldungen und acht Anfragen wegen Schülerinnenstellen. Abgelehnt wurden in diesem Jahre 15 Anmeldungen. Grost-Zimmern, 27. Jan. Genußreiche, erhebende Stunden liegen hinter uns. Aus Anlaß des beinahe 50-jährigen Bestehens des hiesigen oncn Vereins, veranstaltete derselbe jüngsten es» m Abends im Saale zum „Hessischen Hof" eine Feier: Festconcert und Festesten, zu welcher die Mitglieder fast vollständig erschienen waren. Die Feier wurde eingeleitet mit einer warmen Begrüßungsansprache des Vereinsvorstandes, Herrn Baruch S t ö rg e r, der dem Wunsche Ausdruck gab, daß der Verein auch ferner segensreich wirken möge. Hierauf ergriff Herr Lehrer Spier das Wort zur eigentlichen Festrede. In längerer geistreicher Rede legte Redner die hohen Ziele des Vereins dar, dabei eine Parallele ziehend zwischen der Zeit der Gründung des Vereins und der heutigen Zeit. In warmen, empsindungsreichen Worten gedachte er der dahingeschiedenen Gründer des Vereins, die zwar nicht wie so viele aus der heutigen Zeit „fortgeschritten" und „hochgebildet" waren, aber ein goldenes Herz, ein ab besessen, durch welches allen es möglich war, eine solch' segensreiche Thätigkeit zu entwickeln, wie sie der Verein rra ausgeübt. Redner schloß seine begeisterte und begeisternde Rede mit dem Wunsche: vivat, floreat, (Tesceat. Von den späteren Ansprachen des Abends seien noch rühmend hervorgehoben die herrlichen, eindrucksvollen Worte des geschätzten Mitgliedes Herrn Simon Vogel aus Aschaffenburg, der mit seinem Bruder zur Feier erschienen war. Dieser Redner entbot dem Verein seinen bw-Gruß, dabei in sinniger Weise darauf hindeutend, daß die msT« nwn, von 2 2 bw, ro die Zeit des Bestehens des Vereins ausdrncke; er schloß mit einem Hoch auf zwei noch lebende Gründer. Auch die Armen im heil. Lande wurden durch eine Collekte reichlich bedacht. Die Versteigerung des Tischgebetes ergab eine erfreulich hohe Summe, welche den Ortsarmen zugetheilt wurde. Erst am frühen Morgen trennte man sich mit dem Bewnßsein, herrliche Stunden verlebt zu haben. H. R... s. , Hamm i Wests. 26. Jan. Heute Nachmittag 3 Uhr wurde der beim Eisenbahn-Unglück in Herne getödete Direktor der Gasanstalt Eickel, Herr David Lilienfeld, vom Bahnhofe aus zur letzten Ruhestätte geleitet. Herr D. Lilienfeld war der Sohn des hiesigen Vorstandsmitgliedes und Rendant der hiesigen städtischen Gasanstalt, Herrn A. Lilienfeld. Die Betheiligung war eine sehr zahlreiche. Von Eickel war der Kriegerverein mit Fahne erschienen, um den Kameraden auf dem letzten Gange zu begleiten. Das allgemeine Mitgefühl wendet sich der so schwergeprüften Familie zu, von welcher der Sohn nach kurzem Besuche am Morgen des Unglückstages frohgemuth Abschied genommen, um an die Stätte seines Wirkens zurückzukehren. Eine Stunde später war er auf gräßliche Weise aus diesem Leben gerissen. Der Tod hat die innigsten Familienbande gelöst, den von dem furchtbaren Geschick niedergebeugten Eltern den lieben, hoffnungsvollen Sohn, den Geschwistern den treuen, wackeren Bruder genommen. Er ruhe in Frieden. Den so schwer Heimgesuchten aber verleihe Gott Trost in ihrem Leide und halte alles weitere Unangenehme von denselben entfernt. Holland. Haag, im Januar. In den allgemeinen Verordnungen des niederl. Kriegsministeriums für die Lieferung von Lebensmitteln an das Militär vom 11. October 1897 heißt es im Artikel 21: „Das Schlachten hat der Lieferant zu veranlaßen, ohne dafür eine Vergütung beanspruchen zu können. Die zum Schlachten nöthigen Geräthschaften werden vom Staate hergegeben und zur Verfügung der Lieferanten gestellt. Die Rinder müssen ausschließlich durch den Halsschnitt geschlachtet werden. Dieser hat stattzufinden an den Weichtheilen des Halses, ungefähr 10 Centimeter unterhalb des Kehlkopfes. Die Weichtheile sind dabei bis an die Wirbelsäule durchzuschneiden. Das Schlachten muß durch eine ununterbrochene, durchlaufende hin- und hergehende Bewegung des Messers ausgeführt werden, ohne daß dabei irgend ein Druck auf den Rücken des Messers ausgeübt wird. Das Durchstecken des Messers zwischen Luftröhre und Schlund oder das Hineinstccken desselben unter die Haut ist ebenfalls verboten." Wie man sieht, ist die holländische Regierung nicht nur von der Vorzüglichkeit des Halsschnittes an sich überzeugt, sondern auch von den meisten besonderen Bestimmungen unteres heiligen Gesetzes für die Ausführung des Schechita. Afrika. ** Algier (D i e antisemitischen Unruhen.) Zu der Bestattung des bei den Krawallen am vergangenen Sonntag getödteten Maurers Cay-

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