Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 9 (31.1.1898)
- Date
- 1898-01-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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163 des D.-Z. G.-B. kein Mitglied orthodoxer Richtung ist (und dar nennt man Parität!!), aber unter den Delegirten einige orthodoxe Männer sind. Ich stelle die Frage: Können und werden diese Delegirten orthodoxer Richtung ihr Ehrenamt angesichts des „Offenen Briefes" des Vorsitzenden Ausschußmitgliedes, des Herrn Emil Lehmann noch weiter bekleiden, ohne ihre orthodoxen GlaubenSgenoffen im deutschen Reiche irre zu führen? Haben die orthodoxen Lehrer int Großherzogthum Hessen nicht recht gehabt, daß sie sich dem „Verband isr. Lehrervereine des deutschen Reiches", welcher vom „Deutsch-Israel. Gemeindebund" abhängig ist, nicht angeschlossen und einen „Unabhängigen Verein isr. Lehrer im Großherzogthum Hessen" gegründet haben? Abgesehen davon, daß sie in erster Linie ihre Selbstständigkeit und Unabhängigkeit nicht aufgeben wollten, hatten sie Mißtrauen in Bezug aus die religiöse Frage gegenüber dem D.-J. G.-B. Ist dieses Mißtrauen nicht vollauf gerechtfertigt? Ich habe sehr ungern zur Feder gegriffen. Ich hatte große Genugthuung darüber, daß die früher bestandenen Kämpfe zwischen Orthodoxie und Reform milder geworden und in neuester Zeit die beiden Partheien sich zu vertragen den Wunsch hegten. Gegenüber solchen Angriffen gegen die jüdische Religion seitens einer öffentliche Ehrenstellen einnehmenden Persönlichkeit konnte und durfte ich nicht schweigen. ___ <5uv Sibra. In der dieswöchentlichen Sidra n^pn finden wir eine Stelle, welche scheinbar aus dem Rahmen des Inhalts heraustritt, oder vielmehr uns — gleichsam in Parenthese — etwas Beiläufiges mittheilen will, es ist dies die Bemerkung: DPI vvpw pn b dp dp hw. Die von Raschi angeführte Erklärung ist wohl allbekannt : In Marah sei den Kindern Israel ein Theil der Abschnitte der heil. Thora mitgetheilt worden, die über den mp und die non« mc und Rechtssachen handeln. Rabbenu Bechaj bringt dieselbe Erklärung in etwas anderer Form, indem er sagt: Unter vvpw pn seien die Gebote zu verstehen, welche in Marah gegeben sind, nämlich mp und non* mc, welche pmn pn genannt werden. Eine andere Erklärung giebt derselbe Gelehrte (Bechaj) dann noch: Unter rnnnn 'pn seien die bcpdi pn (die auf die Wüstenwanderung bezüglichen Gesetze) zu verstehen. Denn Moscheh, sagt er, war in Jeschurun König und Führer und wies Israel zurecht und gab ihnen Anordnungen, wie sie sich in der Wüste betreffs der Frauen und Kinder zu verhalten hätten. Ebenso belehrte er sie über den Verkehr mit denjenigen Völkerschaften, welche aus der Ferne kamen, um ihnen die verschiedenartigen Dinge zum Verkauf anzubieten. — Einige erklärten die Stelle — so sagt Bechaj dann weiter — folgendermaßen: Der Hochheilige lehrte Israel die Kenntniß der Kräuter und deren Eigenschaften, er theilte ihnen mit, welche auf den Menschen belebend, und welche tödtlich wirken; welche dem Menschen als Heilmittel dienen, und welche der Gesundheit schädlich sind; welche der Kräuter das Bittere versüßen, und welche das Süße verbittern; alles dies hinsichtlich der derselben innewohnenden natürlichen Eigenschaften — rnv2 p2 — als der in sie von der Gottheit hineingelegten, unserm Wissen sich verschließenden wohlthätigen Kraft — nhvrn pn — und dies ist zu verstehen unter vvpw pn; pn bezeichnet diese geheime Kraft nnd vvpv die natürliche Wirkung. hw dpi (öort stellte er sie auf die Probe) bezieht sich dann auf das Kraut, womit das bittere Wasser versüßt und trinkbar gemacht worden ist. Darum heißt es in der Thora: 121 n f>ip*> yopn fibp bk. Das will sagen: Obschon dir die den Kräutern eigenthümlichen Kräfte in jeder Hinsicht bekannt und dir dadurch Heilmittel in die Hand gegeben sind, darfst bu Dennoch dein Vertrauen nicht allein und gänzlich nur auf sie und ihre Heilkraft setzen und dich etwa vom Gebete zu Gott und vom Erflehen seiner Barmherzigkeit abhalten lassen, nicht darfst du weichen von dem Gebote der Thorah, denn „ich bin der Ewige, dein Arzt — und nicht etwa sind es die Kräuter." Darum hat auch der König Chiskiah dar Buch der Heilmittel verborgen, und man hat ihm beigestimmt, weil die Menschen mit Hülfe der in diesem Buche angegebenen Mittel ihre Krankheiten heilten und auf Thora und Gebot keinen Werth mehr legten. — Soweit Rabbenu Bechaj. Es dürfte nun die verehrten Leser des „Israelit" vielleicht interessiren, eine andere, durch Einfachheit und Klarheit wohl ansprechende, annehmbare Erklärung angeführter Stelle zu erfahren. Dieselbe ist von dem leider früh verstorbenen sel. Vater des Schreibers dieses too tkd T2 '2-no bnip' n "onn (derselbe widmete sich außer seinem Künstlerberufe — er war Portrait-Maler — dem Thorastudium). bbpdi pn b dp dp. Hier setzte er für ihn (Jisroäl) pn d. h. ein von dem Menschen nicht zu ergründendes, verpflichtende- Gesetz ein und sbpd ein Recht d. i. eine Gerechtsame. Was dies bbpdi pn nämlich ist, besagt der anschließende VerS. Der erste Theil desselben bezeichnet das mopi "01 yopn yiop dk pn: vpn bs wenn Du hörst auf die Stimme des Ewigen Deines Gottes und, was recht ist in seinen Augen thust, Du horchst auf seine Gebete und hütest alle seine Gesetze <vpn); dann wird auch den: Rechte vvpv gemäß Dir geschehen nämlich 121 ipx nhnvn H2 jede Krankheit, die ich den Egyptern auferlegt habe, werde ich Dir nicht auferlegen, denn ich bin der Ewige Dein Arzt. (Auf diese wechselseitige Be-