Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1898-01-27 · Heft 8 (27.1.1898) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 8 (27.1.1898)
Date
1898-01-27
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2448857-2448866--45349-2495607
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

144 fall, hier ist aller reges, sprühendes, vorwärtsstrebendes Leben und emsiges Schaffen, das lohnendes Gelingen für die Zukunft verheißt. Das weite Wasserbecken wird von unzähligen Fahrzeugen aller Art durchfurcht, von dem mächtigen Oceandampfer, der majestätisch die Fluth durchschneidet, um Hunderte von Auswanderern dem ersehnten Ziele zuzuführen, von dem Dreimaster, der, aus fernen Ländern kommend, in seinem Innern werthvolle Waaren und Kaufmannsgüter birgt, von dem Schleppdampfer, der sich unter Pfeifen und Keuchen seinen Weg durch das dichte Gewühl bahnt und sich schnell und gewandt durch die riesigen Schiffskörper durchwindet, von dem Küstenfahrer, der die Erzeugnisse der Neu-Englandstaaten der Handelsmetropole zugänglich macht, von der leichtbewegten Jacht oes reichen Kaufmanns, der auf dem weiten Wasserbecken Ruhe und Erholung von angestrengter Arbeit sucht, und von dem Fährboote, dessen riesige Schaufelräder das Wasser weithin zu Schaum schlagen, bis zur nußschatartigen Jolle herab, die von kräftiger Matrosenhand gerudert, pfeilschnell über die weite Wasserfläche schießt. An den Docks aber ankern, Fracht einnehmend oder entladend, Hunderte von Schiffen jeder Größe und Gattung, schwirrt es von emsig schaffenden Menschen, winden die großen Dampfkräne schwere Lasten aus den Laderäumen der Schiffe empor, herrscht ein so lärmendes Treiben, ein so betäubendes Gewühl, daß es dem neuen Ankömmling fast als ein Wagniß erscheinen muß, sich in das tobende Gewimmel hineinzustürzen. Unsere Reisenden landen zunächst in Hoboken, woselbst die Hamburger und Bremer Gesellschaften ihre eigene Docks haben und begeben sich auf einer der von und nach dort verkehrenden Fähre von dem rechten auf das linke Ufer des Hudson — nach Rew- Aork selbst. Werft reiht sich an Werft und zwar an beiden Seiten des Stromes. Wahrhaft verwirrend wird das Gewimmel der Dampfer, Segler, Fährboote, Schlepper, Lichter, Fluß- und Kranschiffe, endlich erreichen sie die Werft auf der NewUorkseite. Vermöge der höchst zweckmäßigen Einrichtung von Anlegebrücken (Piers) für Schiffe, können nur allein an den beiden Haupthafenplätzen, am Süd- und Westkai (South und Weststreets), an zweitausend Fahrzeuge sicher und leidlich bequem anlegen. Die Bevölkerung Rew-Porks wird in ihren gesellschaftlichen Hauptrichtungen durch die beiden Straßen Broadway und Bowery gekennzeichnet. Erstere gilt für sehr aristokratisch, wogegen die letztere sich ihr ebenso ausgeprägtes demokratisches Wesen nicht nehmen läßt. Schon in den Namen tritt deren Eigenthümlichkeit hervor. Der „breite Weg" macht sich gern grob und breit, wogegen die „Bauerrei" (Bowerey: Landsitz) ihre Neigung ebenfalls deutlich ausspricht. Auf dem Broadway, in einem Hause im achten Stockwerk, hatte Jsaae eine Familie Greß ausgesucht, die ihm in Deutschland zwar als nicht vermögend, aber als fromm und wohlthätig geschildert worden war. Hier suchte er Vögelchen unterzubringen, und zu seiner Freude erklärten sich Herr und Frau Greß bereit, Vögelchen gegen geringe Vergütung bei sich aufzunehmen und ihr mit Rath und Thal beizustehen. Jsaae miethete sich ein Zimmer in der Nähe, damit die beiden jungen Leute so in den Stand gesetzt seien, sich von Zeit zu Zeit über ihre Bemühungen, Stellen zu finden, zu unterrichten. Aber die Bemühungen blieben ohne jeden Erfolg. Junge Leute, die am Sabbat nicht arbeiteten, konnte man nirgends gebrauchen. (Fortsetzung folgt.) Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, hontagN and Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an— Der Buchhandel verkehrt durch G. g. Ktetrracker, Leipzig, Doßplatz 16. — Inserate 25 Pfennig die4spaltige Petitzeile oder deren Raum. Preis der .»Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mart oder 8 fl. österr., für's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einzusenden. Tine Rücksendung der an die Redaktion eingesandten Manuskripten findet nicht statt, man bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehalten. Anhalt (Hauptblatt). Leitender Artikel: Der ..-Zionismus. Ein Vortrag von Director Dr. Mendel Hirsch. — Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen: Deutschland: Berlin. Hamburg. Bcuthen. Schwerin. Kehl. Italien: Rom. — Vermischtes. — Feuilleton: Vögelchen. «Fortsetzung.' Inhalt der ersten Betlager Leitender Artikel: Der Zionismus. Ein Vortrag von Director Dr. Mendel Hirsch. — Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Oesterr. - Ungar. Monarchie: Budapest. Rußland: Petersburg. Türkei: Eonstantinopcl. Afrika: Algier. Inhalt der zweiten Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrespondenzen: Deutschland: Berlin. Oesterr-Ungar. Monarchie: Wien. Lemberg. Krakau. Prag. Budapest. Rußland: Petersburg. Odessa. Tiflis. Extra-Beilage r Feuilleton: Säen und Ernten. Von Dr. M. Lehmann. Verantwortliche Redaktion: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wir tuschen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu drei Beilagen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.