Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 7 (24.1.1898)
- Date
- 1898-01-24
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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130 gemacht werden, ob die Neugründung berechtigt und nothwendig gewesen ist. 9. Die Vereinsvorsitzenden sollen ersucht werden, auf den Jahresversammlungen anzusragen, wer von den Lehrern bereit ist, sich dem D.-J. G.-B. zur Mitarbeit bei der Herausgabe des statistischen Jahrbuches zur Verfügung zu stellen. Dem D.-J. G.-B. soll empfohlen werden, die betreffenden Fragebogen auch den Lehrern zuzusenden, sowie den Lehrern das Jahrbuch zu einem ermäßigten Preise abzugeben. 10. Zu Punkt 6 der Tagesordnung, betreffend Besprechung der Resolution der Spezialkonferenz der jüdischen Lehrer Süd-Hannovers, betreffend die Erhaltung und Begründung von jüdischen Elementarschulen, welche sich in der Hauptsache mit der im Jahre 1896 gefaßten Resolution des Vereins der Oflprovinzen deckt, wird der Beschluß gefaßt, dieselbe zur Kenntniß sämmtlicher Vereinsmitglieder zu bringen. Die Resolution hat folgenden Wortlaut: Zur Erhaltung und Begründung jüdischer Elementarschulen beizutragen, ist Pflicht de» Lehrer». Dieses kann er, indem er 1. die gegen die jüd sche Elementarschule be, stehenden Vortheile und Mißverständnisse durch Aufklärung beseitigt und den hohen Werth derselben zum Verständniß bringt. 2. bei den maßgebenden Stellen die Einrichtung einer öffentlichen jüdischen Elementarschule in die Wege zu leiten sucht, und - 3. wenn dieses nicht zu erreichen ist, für Begründung einer Privat-Elementarschule — al» Vorläuferin der öffentlichen Volksschule — eintritt und wirkt. — 1J. Auf die Anträge von Mitgliedern de» Verbandes auf Herausgabe eine» Jahrbuchs oder einer Monatsschrift bezw. einer Lehrerzeitung beschließt der Vorstand, zur Prüfung aller vorliegenden Anträge event. zur Erledigung der Vorarbeiten und Unterbreitung von Vorschlägen zur Begründung eine» periodisch erscheinenden Verbandsorganeine Kommission einzusetzen. In dieselbe werden die Vorstandsmitglieder (Soldschmidt, Gutkind, sowie Dr. Spanier—Magdeburg gewählt. 12. Der Verbandsvorstand giebt seiner Sympathie für die Bestrebungen der Gesellschaften a. für Verbreitung von Volksbildung, d. für jüdische Volkskunde, e. für innere Kolonisation Ausdruck und erklärt sich bereit, nach Kräften die Bestrebungen der genannten Gesellschaften zu fördern. 13. Als Verbandsthema für das folgende Jahr empfiehlt der Verbandsvorstand auf Antrag von Dr. B l a s ch k e—Berlin: „Wie ist die jüdische Schule unseres (des Vereins) Bezirks entstanden, wie hat sie sich entwickelt und was hat sie geleistet?" Die Vereinsvorsitzenden sollen ersucht werden, dem Verbandsvorsitzenden die Referate einzusenden, der die geeignete Verwerthung derselben veranlassen wird. Schluß der Montagssitzung Nachmittags 3 Uhr. 3. Sitzungstag. 14. Kollege Steinhardt—Magdeburg, der auf Veranlassung des Verbandsvorstandes das statistische Material über die Lage der jüdischen Lehrer gesichtet und bearbeitet hat, giebt einen ausführlichen Bericht. Der Verbandsvorstand drückt dem Referenten, seinen Dank für die Sorgfalt und Hingebung, die derselbe im Interesse der Sache gezeigt hat, aus und faßt den Beschluß, die Ergebnisse der Statistik in einer Denkschrift niederzulegen, deren Bearbeitung Kollege Steinhardt im Verein mit den Vorstandsmitgliedern Blumenfeld und Dr. Blaschke übernimmt. 15. Die übrige Zeit der Sitzung wird fast vollständig mit der endgültigen Redaktion der Satzungen für die zu gründende Pensions-, Wittwen- und Waisenkasse ausgefüüt, welche bereits Montag Abend von der ad. 3 erwähnten Kommission in einer dreistündigen Sitzung vorberathen worden waren. Herr Handelsrichter Lustig hatte hierbei, wie die Mitglieder der Kommission berichten, die Güte, sie in vielen Punkten durch seinen fachmännischen Rath zu unterstützen. 16. Bei dem Antrag des Vorstandes des Rabbinerverbandes in Deutschland, betr. den eventl. Anschluß an die zu gründende Pensions-, Wittwen- und Waiscnkasse für jüdische Lehrer, wurde darauf bingewiesen, daß nach § 2 der Verbandssatzungen nur Lehrervereine Mitglieder des Lehrerverbandes sein können, der Rabbinerverband als solcher daher nicht Mitglied werden kann Dagegen bleibt es den Mitgliedern des Rabbinerverbandes anheimgestcllt, sich einem Lehrervereine anzuschließen und auf diesem Wege die Mitgliedschaft der Kasse zu erwerben. 17. Ein Antrag des Vereins der jüdischen Lehrer in Rheinland und Westfalen, dahin gehend, der Verbandsvorstand möge eine Besoldung der jüdischen Lehrer nach einer Skala, ihre unkündbare Anstellung und eine Versorgung ihrer Wittwen und Waisen anstreben, wird vom Vorsitzenden zur Kenntniß der Versammlung gebracht und dazu bemerkt, daß diese Ziele zu den Bestrebungen des Verbandes gehören, und daß durch die Gründung der Kaffe schon ein Schritt zum Bessern gethan sei. Am Schluffe der Berathungen, die 13 Stunden in Anspruch genommen hatten (ecl. der Sitzung der Kommission) dankt Blumenfeld dem Vorsitzenden für seine ruhige, sachgemäße, unparteiische Leitung der Sitzung, für seine Unermüdlichkeit im Dienste der