Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 5 (17.1.1898)
- Date
- 1898-01-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2448857-2448863--45273-2495528- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
85 Vollendung ihrer Lehrzeit die Anstalt verlasien und zwar ein Goldschmied, ein Kutschenmacher, ein Möbelschreiner, zwei Mechaniker, zwei Lithographen, drei Schneider und sechs Tapezierer und 17 neue Schüler sind ausgenommen worden. Die 17 neu ausgenommenen Schüler vertheilen sich, wie solgt: ein Sattler, ein Hemdenznschneider, einMöbelschreiner, ein Schlosser, em Knischenmacher, em Maler, zwei Goldschmied', zwei Tapezierer, zwei Lithographen und fünf Schneider. Die Zahl der Berpflrgungstage belief sich auf 19,746; die Kosten per jeden einzelnen Schüler kamen incl. Verköstigung-, Kleidungs-, Unterrichts¬ und sonstigen Kosten ans M. 566 zu stehen. Die Einnahmen beliefen sich aus M. 26,495,60; die Ausgaben aus M. 15,652,61. Nach Abzug des Betrages von 4000 M, welche auf der Bank erhoben wurden, um die noch restirenden Kosten der letzthin nothwendig gewordenen Reparaturen an dem Anstalts-Gebäude zu decken, beziffert sich der Einnahme- Ueberschuß auf die Summen von M. 3642.66. Außer dem Kunst- und Gewerbeunterricht, den die Schüler bei den bewährtesten und gewissenhaftesten Meistern der Stadt genießen, erhalten sie jeden Abend in der „Anstalt-Abendschule," in folgenden Fächern Unterricht: in Religion, Orthographie, Schönschreiben, Rechnen, Geometrie, Linear- und Nachahmungszeichnen. An diesen Abendkursen nehmen auch Kinder, die nicht der Anstalt angehören, ohne Unterschied der Konfession, unentgeltlich als Externschüler Theil. — Durch das Entgegenkommen von 20 hiesigen Wohlthätigkeitsvereinen und sämmtlichen mit offener Armenpflege sich besaffenaen Behörden ist es gelungen, mit dem 1. April (697 hier in Straßburg eine städtische Auskunftsstelle für die offene Armenpflege einzurichten, welche räumlich in enge Verbindung mit der städtischen Armenvermaltung gebracht ist. Die gewünschten Mittheilungen über die gewährten Unterstützungen sind bisher von allen Betheiligten mit dankenswerther Bereitwilligkeit geliefert worden, so daß nunmehr ein stattliches, alphabetisch angelegtes Register in 11 Bänden genau Auskunft über jede einzelne Familie gibt. Da sich aber dabei herausgestellt hat, daß der Nutzen, welcher durch die gegebenen Nachrichten gestiftet werden kann, bei einzelnen Vereinen außer jedem Verhältniß zu der diesen auserlegten Mühewaltung steht, haben die hiesigen jüdischen Wohlthätigkeitsvereine und die Wöchnermnenvereine auf die weitere Mitwirkung dieser Vereine dankend verzichtet. O e ft e r r. - U n g a r. Monarchie. ** Budapest, 12. Jan. Im Finanzausschuß des Abgeordnetenhauses stellte der Minister bei der Verhandlung der zur Unterstützung der Konfessionen aufgenommenen Summen den Antrag, daß in dem Voranschlag für die jüdische Confession statt 10 000 20 000 Kronen ausgenommen werden mögen. Der Ausschuß nahm den Antrag des Kultusministers einstimmig an. — Die Vereinigung „Freies Israel", deren Konstituirung das Kultusministerium nicht gestattete, hatte sich an den hauptstädtischen Magistrat mit der Bitte gewendet, im städtischen Schlachthause einige Schächter anstellen zu dürfen. Gegen den abweislichen Bescheid desselben rekurrirte die genannte Vereinigung an das Ministerium. Das aber bestätigte den Bescheid des Magistrats. ** Pribram. Vorigen Monat verschied hier Herr Rabbiner Jakob Urbach nach längerem Leiden im 70. Lebensjahre. Der Verblichene zeichnete sich durch ein sanftes biederes Wesen, durch Pflichttreue in seinem Berufe und durch einen k-pstallreinen Charakter aus. Geachtet von seiner Gemeinde, in der er volle 30 Jahre als Seelsorger wi-kte, geliebt von seinen Schülern, suchte ec stets auf oie Erhaltung des Friedens in seiner Gemeinde und ans oie Verbreitung religiösen Sinnes in der Jugend buiznwirken. Wie geachtet er auch außerhalb seines Wirkungskreises war, bewies die überaus zahlreiche Berheiligung bei seinem Leichenbegängnisse, das sich zu einer großartigen Trauermanifestalion gestaltete. England.? London. Am 2. Januar fand die Monatsversammluug der Anglo-Jewish-Asseciation statt, iu der verschiedene neue Berichte aus dem Orient mitaetheilt wurden. Aus P-rsien kommt die betrübende Botschaft, daß Anfangs November die Geistlichkeit in Teheran wieder die Hetze gegen die Juden begonnen hat. Auch Plakate an den Straßenecken forderten zu einem Maffacre der Juden an dem Geburtstage des Schah aui. Die Behörden sind zwar gleich eingeschritten, auch der englische Geschäftsträger begab sich sofort zum Schah und sandte nach der Audienz seinen Sekretär in das Judenquarlier, um ocii geängstigten Israeliten zu sagen, daß sie ruhig bleiben dürften. Trotzdeui und obwohl der Großv.-zier E m i n D o w l a h ein Freund der Inden ist, sind dieselben doch aus;eist beunruhigt. Die Anglo-Jewish-Association wird sich gemeinsam mit dein Board of Deputies bei dem englischen Geschäftsträger für seine raschen Maßregeln bedanken und seine fernere Hilfe erbitten. Das Executiv-Comilö theilte der A. I. A. noch mit, daß das Ministerium des Aeußeren aus Ersuchen des englischen Consuls sich über die Haltung der Rabbiner in Jerusalem gegenüber der englischen Mission beschwert hat. Das Executivcomitö hat deßhalb zwei Briefe an den Oberrabbiner und an Lord Salisbury gerichtet; in dem ersten spricht die A. I. A. demselben ihre Anerkennung aus für seine feste Haltung gegen