Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 3 (10.1.1898)
- Date
- 1898-01-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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43 annx „Einheiten" geblieben. Innerhalb der Verbindung wären sie durch eine unüberbrückbare Kluft von einander getrennt gewesen. Innige Eintracht sei zwischen beiden, weil die Gleichheit der religiösen Gesinnungen fehlte, nicht denkbar. Der Prophet sollte aber zugleich die Grundlage für wahre und innige Vereinigung angeben, und darum läßt ihn Gott verkünden: ,nnx p?^> omtpjn ,omx np^-ox '-'2 inx 'vr. „Siehe einst nehme I ch sie, I ch mache sie zu einem Holze, und sie werden in Meiner Hand nnx. Eins, und nicht B'nnx, Einheiten." Ich allein besitze die Kraft, die beiden Völker zu einem Volke zu machen, durch Mich allein werden sie nnx und nicht B'nnx, nur durch die gleiche Begeisterung für das Göttliche, die gleiche glühende Liebe zur Religion, die gleiche bedingungslose Hingebung für Meine Thora, kann aus Beiden ein nnx w werden. Soll zwischen den beiden Völkern dauernde Eintracht, ungetrübter Friede herrschen, dann ist es nöthig, daß: bitx iw l-iatr' vnpm 'rctrcm „sie in Meinen Rechten wandeln, Meine Gesetze beobachten und sie auSüben." Wir werden nunmehr den angeführten Midrasch begreifen. Jakob sagte seinen Kindern: ivsxn „versammelt Euch." Mit Recht bemerkt hiezu der Midrasch: ms rpfcnön bv pvx. Mit diesem Worte ertheilte er ihnen den Befehl zur Theilung und Trennung. Jakob hat unter der Aufforderung zur Einigung eine Eintracht verstanden, welche aus der Gleichheit der Gesinnung und der gleichen Begeisterung für das Göttliche quillt. Eine Aufforderung zur solchen Eintracht enthält in sich aber zugleich die Mahnung, von all' jenen Elementen sich zu trennen, die sich nur äußerlich einigen möchten. Jakob fügt daher seiner Aufforderung zur Einigung die Worte hinzu: prm nnx ncDx pVo. „Indem ihr stets an eurer Vervollkommnung arbeitet und ihr durch r\b',x:b usaa u'pnm die gleiche Liebe für Gott eine nnx hbtx werdet, könnt ihr der die eurer harrt, in Ruhe entgegensetzen." Dies war das Testament Jakob's, dessen völlige Uebereinstimmung nnt dem göttlichen Aufträge an Jecheskel der Midrasch mit den Worten: nm kritisirt. Die Söhne jedoch hatten den Vater nicht verstanden. Sie glaubten, ihrem Vater schwebe als höchstes Ideal eine, wenn auch nur äußerliche Eintracht vor Augen, ihr Vater wünsche den Frieden unter allen Umständen, erblicke auch in einer Einigung, die nicht aus der Identität der religiösen Anschauungen quillt, den besten Schutz gege die Stürme aller Zeiten. Als Jakob dies merkte und sah: pinco 'vw daß sie innerhalb der Vereinigung zerstreut und von einander getrennt sind, erklärte er sich ihnen deutlicher und sprach: isapn und wie der Midrasch bemerkt, wpn m*c pnBi, sagte er ihnen: „Ich wünsche eine Vereinigung, deren Wurzel im göttlichen Geiste, in der heiligen Begeisterung für Gott ruht; bx *>x vacn ^xntjr, eine Eintracht, deren Kitt der feste Entschluß ist, mit unerschütterlicher Treue dem Gotte zu huldigen, den er, der Vater anbetet. Denn nur eine nnvx, die durch göttlichen Geist zusammengehalten wird und die die Ausscheidung aller unlautern Elemente zur Voraussetzung hat, ist die beste Vorbereitung zur dauernden n^x;. Bis zu jener Zeit, da ganz Israel durch Gott -nx wird, wollen wir an dem letzten Willen Jakobs festhalten. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, im Jan. Nach dem Bericht über das Krankenhaus der jüdischen Gemeinde zu Berlin für die Jahre 188/ bis 1896/87 hat die nach dem Neubau im Jahre 1887 auf etwa 100 Kranke berechnete Anstalt in den letzten zehn Jahren mancherlei zeitgemäße Verbefferungen erfahren. Die Patienlenzahl hat sich während der Berichtsperiode von jährlich 1235 auf 1534 gehoben, die Verpflegungstage für Kranke haben sich von 35,752 auf 5O,6ü7 jährlich vermehrt. Die Gesammtkoften für die Erhaltung der Kranken beliefen sich einschließlich der für die Beköstigung der Angestellten erwachsenen Ausgaben im letzten Berichtsjahr auf 144,106 M. gleich 2,82 M. für Kopf und Tag eines Kranken. Hierzu kommen noch die iür Stadlkcanke, für das pneumatische Kabinet und für fremde Kranke verausgabten 23,379 M., so daß die Gesammtausgaben sich auf 167,786 M. beliefen, wozu aus Gemeindemittel 42,587 M. zugeschoffen werden mußten, während der Rest von 125,000 M. durch die Zinsen der Stistungskapitalien, durch freiwillige Beiträge und Büchsengelder, sowie durch die eingegangenen Verpflegungsgelder zahlender Patienten aufgebracht worden ist. An Stelle des aus dem Gemeindevorstande ausgeschiedenen Sanitätsraths Dr. Wieienthal ist im letzten Jahre Geheimer Sanitätsrath Dr. Boas zum Kommissar des Gemeindevorstandes für das Krankenhaus abgeordnet worden. Leitender Arzt der chirurgischen Abtheilung ist nach wie vor Professor Dr. Israel, der nunmehr seit fast 25 Jahren in der Anstalt eine an Erfolgen reiche Thätigkeit ausübt. An Stelle des 1890 verstorbenen Professors Dr. Jacobson ist für die Leitung der inneren Abtheilung Sanitätsrath Dr. Lazarus gewählt morden, der bereits seit 1874, zuerst als Assistenzarzt Traubes, sich um das Krankenhaus verdient gemacht hat. Der langjährige Vorsitzende des